Warum die Individualsteuer kommt – ein Kommentar
Die Schweiz rechnet und überrascht sich selbst

Mit dem Ja zur Individualbesteuerung beseitigt das Stimmvolk eine alte Ungerechtigkeit: die Heiratsstrafe. Der Entscheid ist mehr als eine Steuerreform – er zeigt, wie stark sich die Lebensrealitäten in der Schweiz verändert haben. Der Blick-Kommentar zur Abstimmung.
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Jubel bei den Befürworterinnen und Befürwortern der Individualsteuer ...
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Schweiz stimmt klar für Individualbesteuerung
  • Reform beseitigt Heiratsstrafe, entlastet viele und belastet nur eine Minderheit
  • Das Ja hat auch gesellschaftliche Folgen
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Sven AltermattCo-Ressortleiter Politik

Viele hatten diese Abstimmung schon abgeschrieben. Zu kompliziert, zu technisch, zu viel Rechnerei! Wer von der Individualbesteuerung profitiert und wer mehr bezahlt, liess sich nicht auf den ersten Blick erkennen. Man musste schon den Taschenrechner zücken oder eine Excel-Tabelle öffnen, um es herauszufinden.

Doch die Vorlage ist überraschend deutlich durchgekommen – obwohl die Gegner den Abstimmungskampf bestimmten: mit Warnungen vor mehr Bürokratie, vor neuen Ungleichheiten und vor einem Angriff auf das klassische Familienmodell.

Das Ja ist mehr als eine Steuerreform

Am Ende überwog ein anderes Gefühl: dass eine offensichtliche Ungerechtigkeit endlich beseitigt werden soll. Die sogenannte Heiratsstrafe.

Viele Stimmbürger dürften also doch gerechnet – und gemerkt haben, dass ihnen das neue System Vorteile bringt. Für einen grossen Teil ändert sich nichts, noch mehr werden künftig weniger Steuern zahlen. Nur eine Minderheit zahlt drauf.

Das Volks-Ja ist mehr als eine Steuerreform. Es zeigt auch, wie sehr sich die gesellschaftliche Realität verändert hat. Das bisherige Steuersystem trug die Handschrift einer Zeit, in der ein Haushalt meist von einem einzigen Einkommen lebte – und die Steuererklärung gewissermassen eine Familienangelegenheit war.

Aber diese Welt ist längst vorbei. Doppelverdiener-Ehepaare werden mehr und mehr zur Regel. Nun passt sich auch das Steuersystem diesem Wandel an.

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