Walliser Staatsrätin Franziska Biner (39) muss Polizei einschalten
«Ich habe einen Stalker»

Die Walliser Mitte-Staatsrätin Franziska Biner macht bei einem TV-Auftritt öffentlich: Sie wurde von einem Mann gestalkt, der sich als ihr Partner sieht. Die Polizei wurde eingeschaltet. Belästigungen gegenüber Politikern nehmen zu.
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Die Walliser Staatsrätin Franziska Biner machte in einer Canal9-Sendung publik, dass sie einen Stalker hat.
Foto: Screenshot/zVg

Darum gehts

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  • Staatsrätin Franziska Biner macht publik, dass sie einen Stalker hat
  • Walliser Polizei wurde in den Fall eingeschaltet
  • Seit 2026 ist Stalking in der Schweiz explizit strafbar
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Sven AltermattCo-Ressortleiter Politik

Es ist ein Einblick, der betroffen macht: Die Walliser Mitte-Staatsrätin Franziska Biner (39) macht öffentlich, dass sie wochenlang von einem Mann verfolgt worden ist. «Ich habe einen Stalker», sagte die Zermatterin in der Sendung «Eifach gfregt» des Regionalsenders Canal9. Auch vor diesem Hintergrund versuche sie, in der Öffentlichkeit ihr Privatleben ein wenig zu schützen.

Beim Stalker handelt es sich laut Biner um «einen Mann, der psychisch erkrankt ist, der meint, dass wir zwei in einer Beziehung sind». Die Situation werde von der Polizei überwacht.

Situation hat sich über mehrere Wochen hingezogen

Der Mann lebt nicht im Wallis – entsprechende Informationen bestätigte Biner gegenüber dem «Walliser Boten». «Es ist eine Situation, über die ich nur wenig sagen kann. Die Polizei begleitet den Fall und gibt vor, was gesagt werden kann und was nicht», so Biner. 

Über verschiedene Kanäle habe der Mann Kontakt zu ihr aufgenommen, insbesondere über soziale Medien. Zeitweise sei dies sehr intensiv gewesen, einzelne Aussagen habe man nicht ignorieren können. Der Vorfall habe sich über mehrere Wochen hingezogen. Seit rund zwei Monaten habe sie jedoch nichts mehr von dem Mann gehört. Persönliche Begegnungen habe es keine gegeben. 

Bereits in der TV-Sendung ging Biner mit Blick auf den Schutz ihrer Privatsphäre nicht näher auf den konkreten Fall ein. Die Folge von «Eifach gfregt» mit ihr wurde schon im vergangenen November aufgezeichnet und nun ausgestrahlt. In dem Format schlüpfen Menschen mit Behinderungen in die Rolle von Journalisten.

Belästigungen gegenüber Politikern sind ein Problem

Franziska Biner wies gleichzeitig darauf hin, dass Politikerinnen und Politiker immer häufiger mit Problemen wie Belästigung oder Stalking konfrontiert seien. Diese Einschätzung bestätigte die Walliser Kantonspolizei. «Die Covid-Zeit und die Post-Covid-Situationen haben dazu beigetragen, dass diese Art von Situationen zugenommen hat», erklärte das Korps dem «Walliser Boten».

Beschimpfungen, Beleidigungen und Drohungen gegenüber Politikerinnen und Politikern beschäftigen die Behörden im ganzen Land. Das zeigen auch Zahlen auf Bundesebene: Allein 2024 gingen 689 Drohungsmeldungen gegen Bundesräte und Parlamentsmitglieder ein – fast 100 mehr als im Jahr zuvor. Während der Coronapandemie war die Zahl zeitweise sogar auf 1215 Meldungen pro Jahr gestiegen.

Ein ähnliches Bild zeigt sich in den Kantonen und auf lokaler Ebene. So hat der Kanton Zürich 2024 «seine» Politiker befragt: Rund ein Drittel gab an, bereits mit Hate Speech konfrontiert gewesen zu sein. «Eine von vier der betroffenen Personen berichtete sogar, eine Androhung von Gewalt, inklusive Drohung gegenüber Nahestehenden, erlebt zu haben», hiess es dazu.

Seit 2026 ist Stalking in der Schweiz explizit strafbar. Der Bundesrat setzte eine Gesetzesänderung in Kraft, die Freiheits- oder Geldstrafen für beharrliches Verfolgen, Belästigen oder Bedrohen vorsieht. Die Verfolgung erfolgt nur auf Antrag des Opfers.

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