Von Adelboden bis Zermatt – Bund verkauft Ferienwohnungen
Zöllner können keine Ferien zum Schnäppchen-Preis mehr machen

Die Wohlfahrtskasse des Zollpersonals besass eigene Ferienwohnungen. Zollangestellte konnten deshalb günstig in Zermatt oder Pontresina Ferien machen. Doch der Bund streicht dieses Privileg jetzt – und verkauft die Ferienhäuser.
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Zöllner und ihre Familien konnten bisher zu Sonderkonditionen in zolleigenen Ferienwohnungen Ferien machen, etwa in Grindelwald BE.
Foto: Philippe Rossier

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Zoll beendete Ferienwohnungsbetrieb per Ende 2025
  • Immobilienverkauf gestartet, 24,5 Millionen Franken Einnahmen erwartet
  • Mietkosten früher: 300 bis 500 Franken pro Woche
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Lucien FluriCo-Ressortleiter Politik

Es mag erstaunen, doch die Bundesverwaltung besitzt auch Ferienwohnungen an bester Touristenlage. Bis vor kurzem jedenfalls. In Adelboden BE, Engelberg OW oder Grindelwald BE. In Pontresina GR, Verbier VS oder Zermatt VS. Die Häuser gehörten zumeist der Wohlfahrtskasse des Zollpersonals. Zöllnerinnen und Zöllner konnten dort zu sehr guten Konditionen Ferien machen. Frühere Medienberichte sprachen von 300 bis 500 Franken Mietkosten pro Woche.

Doch diesen Sommer mussten Zöllnerfamilien ihr Ferienprogramm umstellen: Denn erstmals seit Jahrzehnten gibt es das zolleigene Ferienangebot zum Sonderpreis nicht mehr. «Der Ferienwohnungsbetrieb der Wohlfahrtskasse des Zollpersonals wurde per Ende 2025 vollständig eingestellt», teilt das Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit Blick mit.

Ferienhäuser an 15 Orten

Der Hintergrund: Der Bundesrat will sparen – und ging davon aus, dass die Ferienhäuser mittelfristig nicht mehr kostendeckend betrieben werden können. Deshalb werden die Immobilien verkauft. Laut der Zollverwaltung sind noch zwei Immobilien in Graubünden «in der finalen Verkaufsphase». Bereits verkauft wurden Liegenschaften an 15 Orten, darunter Pura TI, Leukerbad VS, Wildhaus SG, Samedan GR, Schwarzsee FR und Sainte-Croix VD. Eine genaue Zahl nennt der Zoll nicht, laut früheren Angaben wurden 52 Wohnungen vermietet.

Der Zoll schätzt, dass rund 24,5 Millionen Franken zusammenkommen werden durch den Verkauf der Liegenschaften.

Günstige Ferien für weniger Korruptionsanfälligkeit

Der Hintergrund der ganzen Geschichte: Die Wohlfahrtskasse des Zolls unterstützt Grenzbeamte seit Jahrzehnten. Die Kasse wurde auch gegründet, um zu verhindern, dass Zöllner in die Versuchung von Korruption kommen könnten, wenn sie Geld benötigen. Ferienwohnungen sind nur ein Aspekt. Die Kasse gewährt etwa Darlehen bei Krankheitskosten und Ausbildungsbeiträge für Kinder.

Der Verkauf der Ferienwohnungen ist ein Langzeit-Traktandum in der Bundesverwaltung. Schon 2018 gab es entsprechende Pläne, die auf Widerstand stiessen. Damals argumentierte der Bundesrat, dass die Ferienwohnungen nicht zu den Kernaufgaben des Zolls gehörten und dass Auslastung und Standard mässig seien.

Zoll verscherbelt Zollhäuschen

Interveniert hatte damals im Parlament SP-Nationalrätin Barbara Gysi (62, SG). Sie hinterfragte den Verkauf, da der Bund selbst weder Kosten noch Aufwand habe. Wie der Zoll auf Blick-Anfrage schreibt, seien dem Bund keine Kosten entstanden. Die Mieteinnahmen und das Vermögen der Wohlfahrtskasse hätten die Kosten gedeckt.

Der Zoll selbst macht derweil ebenso weiter mit dem Ausverkauf ehemaliger Zöllner-Wohnungen. Aktuell stehen zwei Zollhäuschen im Tessin zum Verkauf. Weniger abgelegen sind zwei Wohnungen in Saint-Gingolph VS am Genfersee – direkt an der Grenze zu Frankreich. Der Preis für eine 4,5-Zimmer-Wohnung mit Seesicht: 2,1 Millionen Franken.

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