Darum gehts
- In Ungarn verliert Viktor Orbán nach 16 Jahren Macht an Péter Magyar
- Orbán kündigt «vollständige Erneuerung» von Fidesz an, Generationenwechsel möglich
- 16 Jahre Konflikte mit EU führten zu eingefrorenen Milliarden an EU-Geldern
Viktor Orbán (62) verliert sein Amt als Regierungschef in Ungarn. In seinem ersten Interview nach der Wahlniederlage kündigte er eine «vollständige Erneuerung» seiner Partei an und räumte ein: «Wir können nicht so weitermachen.» Dies gelte nicht nur für seine Partei, sondern auch für die anderen Kräfte im rechten Lager.
Die «vollständige Erneuerung» – mögliche Richtung
Die «vollständige Erneuerung» der Fidesz-Partei gelte nicht nur in organisatorischer, sondern auch in politischer Hinsicht, so Orbán. Innerhalb der Partei wird laut Analysen über personelle Veränderungen, einen Generationenwechsel und eine strategische Neuausrichtung diskutiert, wie Reuters berichtet. Besonders im Fokus steht dabei ein möglicher moderaterer Kurs gegenüber der EU sowie ein weniger konfrontativer politischer Stil.
Das politische Erbe der Konfliktkurs mit der EU
Orbáns 16-jährige Regierungszeit war geprägt von Spannungen mit der Europäischen Union. Diese kritisierte insbesondere seine Eingriffe in Justiz und Medien sowie seine Nähe zu Russlands Präsident Putin (73). Diese Politik führte unter anderem dazu, dass Milliarden an EU-Geldern eingefroren wurden und Ungarn zunehmend isoliert war.
Orbán bleibt – vorerst im Zentrum der Partei
Trotz der Niederlage zieht sich Orbán nicht zurück. Er will Fidesz weiterhin als Parteichef führen und den Erneuerungsprozess selbst gestalten. Gleichzeitig wächst parteiintern der Druck: Laut Reuters ist von einem beginnenden «Seelensuchen» und «Rufen nach Veränderung» die Rede. Offene Forderungen nach einem Führungswechsel aus der Parteispitze gibt es bislang jedoch nicht.
Wiederwahl oder Neuanfang?
Für die Zukunft von Fidesz zeichnen sich zwei Szenarien ab: Entweder versucht Orbán ein politisches Comeback durch programmatische Anpassung – oder eine neue Generation übernimmt die Partei, während er sich schrittweise zurückzieht. Klar ist momentan: Die Niederlage hat eine grundlegende Neuaufstellung ausgelöst, deren Ausgang offen ist.