«Verfehlt und nicht verhältnismässig»
Vorschriften für Baselbieter Fasnacht sorgen für Ärger

Für Fasnachts-Wagen gelten dieses Jahr in Basel strengere Sicherheitsauflagen. Das sorgt für Mehraufwand – nun schaltet sich ein Gemeindepräsident ein.
Kommentieren
1/5
Bald beginnt die Basler Fasnacht.
Foto: keystone-sda.ch
RMS_Portrait_AUTOR_586.JPG
Céline ZahnoRedaktorin Politik

Bei der Basler Fasnacht gelten ab dieser Fasnacht strengere Sicherheitsvorschriften. Einen einzelnen Auslöser gibt es laut der «Basler Zeitung» nicht. Sie sollen generell dazu beitragen, schwere Unfälle zu verhindern, wie ein Mediensprecher der Baselbieter Sicherheitsdirektion auf Anfrage der Zeitung sagt. 

Bei den Wagencliquen sorgen die Regeln teils für Unmut. Für Anhänger, die nicht regulär zugelassen sind oder stark umgebaut wurden, müssen die Cliquen nämlich neu eine sogenannte Betriebssicherheitsbestätigung (Besibe) einholen. Ohne die Bestätigung dürfen sie nicht am Umzug teilnehmen. Das kann teuer werden. 

Bis zu 7000 Franken für Umbau

Tobias Lüdi, Kassier und Gründungsmitglied der Wagenclique erzählt, dass sie nur eine Bewilligung erhalten hätten, wenn Bremsen und Pneus ersetzt worden wären. «Das hätte uns 6000 bis 7000 Franken gekostet. Das hätten wir finanziell nicht verkraftet.»

Man greife nun auf einen kleineren Anhänger zurück. «Es ist extrem schade, weil wir sehr viel Zeit und Aufwand in unseren Fasnachtswagen gesteckt haben.» Er verstehe den Sicherheitsfaktor zwar, die Vorschriften würden aber auch «vieles kapputmachen».

«Total verfehlt und nicht verhältnismässig»

Auch bei Peter Aerni, Gemeindepräsident von Lausen, sorgen die Vorschriften für Ärger. Das schreibt die «bz Basel». Dass die technischen Vorschriften für Traktoren und Wagen in den letzten Jahren zugenommen haben, hält zwar er für sinnvoll, wie er in einem Schreiben festhält. Allerdings gebe es bei den Sicherheitsvorschriften Grenzen. 

Beispielsweise müssen neuerdings alle Wagencliquen ihre Fahrzeuge vollständig verkleiden. «Ich sehe nicht mehr, was sich ausserhalb und insbesondere im unteren Bereich der Verschalung abspielt», hält Aerni fest. Auch das Manövrieren an engen Stellen werde dadurch deutlich schwieriger. In manchem Fällen müssten darum die Grösse der Wagen und teilweise der Zugfahrzeuge angepasst werden. Das führe paradoxerweise zu weniger Sicherheit. Insgesamt seien die Massnahmen «total verfehlt und nicht verhältnismässig».

Die meisten Cliquen finden sich wohl mit den Vorschriften zurecht. Die «Basler Zeitung» hat sich umgehört und festgestellt, dass in den meisten Orten gleich viele Wagencliquen wie sonst unterwegs sein werden. Es gibt keinen Einbruch von Anmeldungen. 

Was sagst du dazu?
Heiss diskutiert
    Meistgelesen