«Wir brauchten achteinhalb Stunden für das Kostüm»
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Reicht das für Platz 1?«Wir brauchten achteinhalb Stunden für das Kostüm»

Inside Mäuderball
Masken, Musik und Mäuder

Wenn in Einsiedeln der grösste Fasnachtsball der Innerschweiz steigt, gehört das Dorf ausgefallen Verkleideten – und es bleibt kein Zweifel: Die fünfte Jahreszeit hat definitiv begonnen.
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«Mc Mäuder» haben am Mäuderball echte Burger und Pommes frites gemacht und damit in der Kategorie Kleingruppen den ersten Rang errungen.
Foto: Raphaël Dupain

Darum gehts

  • Am Freitag stieg der Mäuderball in Einsiedeln SZ
  • Besucherinnen und Besucher kämpften mit kreativen Kostümen um 6’000 Franken Preisgeld
  • Gut 1’500 Gäste feierten ausgelassen in sechs Lokalitäten bis in die frühen Morgenstunden
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
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Caroline KälinRedaktorin Gesellschaft

Der letzte Freitag im Januar. Für alle, die in Einsiedeln SZ und Umgebung wohnen, ist das kein beliebiges Datum. Es ist der Abend, an dem jährlich der Mäuderball stattfindet. In Einsiedeln hat die Fasnacht einen grossen Stellenwert, das Dorf pflegt viele eigene Traditionen rund um die fünfte Jahreszeit. Der Mäuderball ist eine davon – und gilt als grösster Maskenball der Innerschweiz. Organisiert wird er jedes Jahr von einer der hiesigen Fasnachtsgesellschaften, den Goldmäudern.

Viele dürften sich zunächst die Frage stellen: Was ist eigentlich ein Mäuder? In manchen Schweizer Dialekten ist dies eine männliche Katze, kurz: ein Kater. Der Name der Fasnachtsgesellschaft entstammt der Fantasie ihrer Gründer. Und weil sich die Gesellschaft so nennt, heisst auch ihr Maskenball so. Das bedeutet allerdings keineswegs, dass sich alle Besucherinnen und Besucher als Katzen verkleiden – den Kater gibt es höchstens am nächsten Morgen. Im Gegenteil: Zu sehen sind die unterschiedlichsten und aufwendigsten Kostüme. Auch das ist Tradition. Es gilt, ein spannendes Sujet zu wählen und dieses möglichst einfallsreich zum Leben zu erwecken. Einerseits ist der Eintritt günstiger, wenn man komplett verkleidet erscheint. Andererseits findet eine Maskenprämierung statt, bei der in mehreren Kategorien insgesamt 6000 Franken Preisgeld winken.

Kreativität kennt keine Grenzen

Das liess sich auch dieses Jahr eindrücklich beobachten, als sich das Festgelände am frühen Abend langsam füllte. Eine Truppe verteilte als «Mc Mäuder» selbst gemachte Burger und Pommes frites, andere fuhren auf kleinen Kindertraktoren herum und suchten im Stil von «Bauer, ledig, sucht ...» eine Hofdame. Wieder andere streckten als Straussenvögel die Köpfe selbstbewusst in die Höhe. Dazwischen schwebten Glückspilze, Feen und Quallen durch die Menge. Sebastian Oechslin (33), OK-Präsident des Mäuderballs, zeigte sich begeistert von der Kreativität: «Es hat so viele schöne Sujets, das ist richtig cool zu sehen.»

Rund 1500 Besucherinnen und Besucher bewegten sich an diesem Abend zwischen sechs Lokalitäten. Im Kultur- und Kongresszentrum Zwei Raben stand eine grosse Tanzfläche bereit. Eine der Bars war exklusiv dem Ü30-Publikum vorbehalten. Man munkelt, dort sei die beste Musik zu hören gewesen. Objektiv überprüfen lässt sich das kaum, die Türsteher liessen konsequent nur die Älteren rein. Wer es gemütlicher mochte, zog in die Beizen Doc Holliday’s oder CC Rider, beide ebenfalls auf dem Festgelände.

Das Festgelände des Mäuderballs auf dem Dorfplatz von Einsiedeln SZ.
Foto: Raphaël Dupain

Das Ende naht

Später am Abend hingen an vielen Kostümen die Startnummern der Maskenprämierung. Mit jeder Stunde stieg der Druck für die Teilnehmenden: Es galt, noch schnell alle Jury-Posten abzuklappern und die letzten Punkte zu sammeln. Für viele wurde der Rundgang zur sportlichen Nebenbeschäftigung. Denn um 1.30 Uhr folgte die Verkündigung der Sieger.

In der Kategorie Einzelmasken überzeugte eine Darth-Maul-Verkleidung mit detailliert geschminktem Gesicht und passendem Gewand. Bei den Paaren holten Fallschirmjäger mit riesigen selbst gebastelten Schirmen den Sieg. Als beste Kleingruppe wurden die bereits früh in Erscheinung getretenen «Mc Mäuder» ausgezeichnet, während bei den Grossgruppen das Sujet «Silikon statt Babyphone» gewann – eine Frauengruppe, die sich als von Schönheits-OPs gezeichnet präsentierte.

Bald darauf wurden der Ablauf zäher, die Fässer leerer, der Boden klebriger und die Sätze kürzer. «Es lugget langsam», hiess es nun öfter. Einige wechselten nochmals die Lokalität, andere verabschiedeten sich. Und dann waren da jene Hartgesottene, für die noch lange nicht Schluss war. Ab vier Uhr öffnete im Keller des Zwei Raben der Mäuderchäller.

Und obwohl bis tief in die Nacht gefeiert wurde, waren am nächsten Morgen kaum noch Spuren davon zu sehen. Der Dorfplatz wirkte ruhig und erstaunlich aufgeräumt. Und das Beste am Ganzen: Es konnte nicht nur lange gefeiert, sondern auch ausgiebig ausgeruht werden, schliesslich war dann erst Samstag. So hatten die Übernächtigten noch genug Zeit, den Kater mäudermässig auszuschlafen.

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