«Tag der finanziellen Freiheit»
Bis gestern hast du für den Staat gearbeitet

Von jedem verdienten Franken gehen knapp 40 Rappen an staatliche Einrichtungen. Dafür bist du versichert, wenn es zu Krankheit oder Arbeitslosigkeit kommt.
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Nach dem Konzept des «Tags der finanziellen Freiheit» stehen die Einkommen der Bevölkerung seit gestern wieder zur freien Verfügung.
Foto: MARTIN RUETSCHI

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Arbeitnehmende in der Schweiz arbeiten bis 21. Mai für den Staat
  • Rund 38,5 Prozent des BIP fliessen in Steuern und Abgaben
  • 1940 fiel der Stichtag auf den 4. Februar, heute deutlich später
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Simone SteinerBundeshausredaktorin

Ab heute stehen die Einkommen der Arbeitnehmenden rechnerisch wieder vollständig zur freien Verfügung – zumindest nach dem Konzept des «Tags der finanziellen Freiheit». Dieser misst, bis zu welchem Zeitpunkt im Jahr das Einkommen anteilsmässig an den Staat fliesst. In diesem Jahr fällt der Tag auf den 21. Mai, wie die liberale Denkfabrik Avenir Suisse berechnet hat. 

Grundlage für die Berechnung ist die sogenannte erweiterte Fiskalquote. Sie misst den Anteil der Wirtschaftsleistung, der über Steuern, Sozialversicherungsbeiträge und obligatorische Abgaben an den Staat geht.

Die Steuern machen rund 20 Prozent des Bruttoinlandprodukts (BIP) aus. Wer verdient, konsumiert oder Vermögen besitzt, zahlt Abgaben an Bund, Kantone und Gemeinden. Dazu zählen etwa Einkommens-, Gewinn-, Vermögens- und Mehrwertsteuern. 

Hinzu kommen Sozialversicherungsbeiträge in Höhe von rund 6,5 Prozent des BIP. Arbeitnehmende und Arbeitgeber zahlen damit in die Sozialwerke ein. Diese sichern Einkommen im Alter, bei Invalidität, Erwerbsausfall oder Arbeitslosigkeit. Zusammen ergeben Steuern und Sozialversicherungen die klassische Fiskalquote von rund 27 Prozent.

Fiskalquote hat zugenommen

Zur erweiterten Fiskalquote zählen zusätzlich obligatorische Abgaben wie Krankenkassen- und Unfallversicherungsprämien, Pensionskassenbeiträge, Familienzulagen oder die Serafe-Gebühr. Diese machen weitere rund 12 Prozent des BIP aus. Insgesamt ergibt sich daraus eine Quote von 38,5 Prozent. Damit gehen von jedem verdienten Franken knapp 40 Rappen an staatliche Einrichtungen.

Im Jahr 1940 fiel der «Tag der finanziellen Freiheit» noch auf den 4. Februar. Damit hat sich das Datum über die Jahrzehnte deutlich nach hinten verschoben. Das hängt damit zusammen, dass der Staat heute deutlich mehr Aufgaben übernimmt – etwa in den Bereichen Gesundheit, Bildung oder Infrastruktur. Gleichzeitig wurden die Sozialwerke stark ausgebaut.

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