SP-Ständerat Jositsch über das Inferno von Crans-Montana
«Es gibt keinen Grund, Moretti in Untersuchungshaft zu behalten»

SP-Ständerat Daniel Jositsch befürwortet die U-Haftentlassung von Jacques Moretti. Die Kritik der italienischen Regierung hält er für populistisch.
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Jacques Moretti wird aus der Untersuchungshaft entlassen.
Foto: AFP

Darum gehts

  • Jacques Moretti nach Katastrophe in Crans-Montana aus Untersuchungshaft entlassen
  • SP-Ständerat Jositsch kritisiert Untersuchungshaft und italienische Reaktion als populistisch
  • Kaution von 200'000 Franken mit strengen Auflagen für Moretti
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Die Entlassung von Barbetreiber Jacques Moretti aus der Untersuchungshaft nach der Katastrophe in Crans-Montana VS schlägt hohe Wellen. Während Italien gar den Botschafter nach Rom zurückruft, um das weitere Vorgehen abzusprechen, gibt es jetzt Unterstützung für das Gericht.

SP-Ständerat und Strafrechtsprofessor Daniel Jositsch (60) sagt gegenüber der «SonntagsZeitung»: «Nach allem, was mir bekannt ist, gibt es keinen Grund, Jacques Moretti in Untersuchungshaft zu behalten.» Er habe sich schon gewundert, dass überhaupt Untersuchungshaft angeordnet worden sei. Zwar hätte der Brand schwerwiegende Folgen gehabt. «Beim Delikt selbst geht es hier um fahrlässige Tötung, das ist im Strafgesetzbuch ein mittelschweres Delikt.» Eine Untersuchungshaft sei aber nur bei schweren Delikten und nur unter klar definierten Voraussetzungen zulässig. 

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Kritik der Italiener «populistisch»

Auch die Kritik der italienischen Regierung kommt beim SP-Ständerat nicht gut an. «Ich halte entsprechende Äusserungen für sehr populistisch.» Es sei richtig, dass die Schweizer Behörden «Leute nicht einfach auf öffentlichen Druck ins Gefängnis stecken, sondern den Fall in einem rechtsstaatlichen Verfahren prüfen».

Moretti kam mittels einer Kaution von 200'000 Franken und verschiedenen Ersatzmassnahmen frei. So darf er die Schweiz nicht verlassen, muss alle Identitäts- und Aufenthaltsdokumente bei der Staatsanwaltschaft hinterlegen und sich täglich bei einer Polizeistelle melden. Für Moretti gilt die Unschuldsvermutung. 

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