Betreiberpaar zeigt sich in der Öffentlichkeit
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Erstmals seit der Tragödie:Betreiberpaar zeigt sich in Öffentlichkeit

Opferanwalt sammelt Beweise
Schon 2024 soll es im Le Constellation gebrannt haben

In Crans-Montana kam es in der Neujahrsnacht zu einem verheerenden Brand, der 40 Todesopfer forderte. Im Ticker halten wir dich über die neusten Entwicklungen auf dem Laufenden.
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Jessica und Jacques Moretti auf dem Weg zur Anhörung.
Foto: Keystone

Darum gehts

  • Verheerende Brandkatastrophe in Bar Le Constellation forderte 40 Todesopfer
  • Bar-Betreiberpaar Jacques und Jessica Moretti befragt, Jacques Moretti kam in Polizeigewahrsam
  • Feuer wurde durch Wunderkerzen an Champagnerflaschen ausgelöst
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Blick Newsdesk
08:12 Uhr

Schon 2024 soll es im Le Constellation gebrannt haben

Von Marian Nadler, Redaktor am Newsdesk

Der Opferanwalt Sébastien Fanti soll den Ermittlern eine umfangreiche Akte vorgelegt haben. Sie enthält über 100 E-Mails von Zeugen und Überlebenden, wie «La Repubblica» berichtet. Die Akte soll die selbst entlastende Darstellung der Morettis widerlegen. Unter den Dokumenten soll sich der Beweis für einen Brand im Le Constellation im Jahr 2024 befinden, der ebenfalls durch Wunderkerzen verursacht wurde, die zu nah an der nicht feuerfesten Zwischendecke standen.

Der Anwalt Sébastien Fanti vertritt mehrere Brandopfer.
Foto: keystone-sda.ch

Sollte sich dies bestätigen, könnten Jessica und Jacques nicht mehr behaupten, dass sie sich der Risiken nicht bewusst waren. Bei einer Verurteilung würde ihnen eine deutlich längere Haftstrafe drohen. 

Kürzlich hatte der französische TV-Sender BFMTV ein Video ausgestrahlt, wie eine Polonaise aus Mitarbeitern der Inferno-Bar, darunter auch Jessica Moretti, in der Unglücksnacht weiter Champagnerflaschen, an denen Wunderkerzen befestigt sind, durch das Lokal tragen, während die Decke an anderer Stelle bereits brannte. Moretti filmt begeistert die Party, ihr fallen die Flammen offenbar nicht auf. Den Ermittlern soll sie versichert haben, keine Aufnahmen von der Katastrophe zu haben und sofort hinausgelaufen zu sein, um Alarm zu schlagen.

In den vergangenen Wochen hat Fanti die Ermittlungsbehörden wiederholt kritisiert. Sie sei völlig überfordert, so der Vorwurf. Schon länger ist bekannt, dass die Walliser Untersuchungsbehörde personell am Limit läuft.

08:04 Uhr

Genfer Geschäftsmann soll Kaution gezahlt haben

Von Marian Nadler, Redaktor am Newsdesk

Seinen ersten Tag in Freiheit hat Jacques Moretti am Samstag in seiner Villa in Lens VS verbracht. Das berichtet die italienische Zeitung «La Repubblica» und enthüllt weitere Details zur Freilassung des Le Constellation-Betreibers. 

Demnach überwachte ein Streifenwagen der Kantonspolizei Wallis am Samstag stundenlang die private Auffahrt des Hauses, den Firmenfuhrpark der Morettis, bestehend aus einem dunklen Porsche, einem Mercedes und mehreren Audis immer im Blick. Das Paar soll die tägliche Meldepflicht zudem bei der Polizeiwache in Sierre erfüllt haben.

Diese Aufnahme zeigt Jacques Moretti auf der Terrasse seiner Villa in Lens VS. (Screenshot TG2 News)

Am Samstagmorgen, kurz nach 9 Uhr, soll Jacques Moretti kurz die Terrasse des Hauses betreten haben. Dabei trug er ein schwarzes, kurzärmliges T-Shirt. Reportern des italienischen TV-Senders TG2 News begegnete er mit einem finsteren Blick. Die Frage, wie es ihm nach der ersten Nacht zurück im eigenen Bett gehe, beantwortete er nicht. Am Nachmittag soll der Ziehsohn der Morettis, Jean Marc Gabrielli, zudem versucht haben, die anwesenden Medienvertreter zu vertreiben. Er rief dafür sogar die Polizei an, bevor er in sein Auto stieg.

«La Repubblica» gibt auch bekannt, wer die Kaution für Moretti so rasch gewährte: ein «anonymer Freund», den Angaben zufolge offenbar ein Millionär aus Genf. Dem Bericht nach sollen die Morettis selbst nur knapp 500 Franken auf dem Konto haben.

Die Freilassung Morettis passt insbesondere der italienischen Regierung nicht. Seit Freitag beschwerten sich Aussenminister Antonio Tajani und Regierungschefin Giorgia Meloni mehrmals über den «Skandal». 

24.01.2026, 15:56 Uhr

Nach Moretti-Entlassung: Diplomatische Krise zwischen Schweiz und Italien eskaliert

Die Freilassung des Barbesitzers Jacques Moretti aus der Untersuchungshaft hat zu einer schweren diplomatischen Verstimmung zwischen der Schweiz und Italien geführt. Die Regierung von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni (49) wertet den Entscheid des Walliser Zwangsmassnahmengerichts als Beleidigung der Opferfamilien und rief ihren Botschafter aus Bern nach Rom zurück. Rom fordert Aufklärung von den Schweizer Behörden und spricht von tiefer Empörung.

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Bundespräsident Guy Parmelin (66) zeigte Verständnis für die Entrüstung Italiens, verwies jedoch auf die Gewaltentrennung und die Unabhängigkeit der Schweizer Justiz. Diese müsse nun transparent klären, ob Fehler gemacht wurden. Aussenminister Ignazio Cassis betonte in einer Stellungnahme die gemeinsame Trauer beider Länder über die Tragödie von Crans-Montana und kündigte enge Abstimmung mit Italien an.

Die Walliser Generalstaatsanwältin Béatrice Pilloud erklärte, der Entscheid zur Freilassung sei nicht von der Staatsanwaltschaft, sondern vom zuständigen Gericht gefällt worden. Sie habe den italienischen Botschafter entsprechend informiert und betont, keinem politischen Druck nachzugeben.

Wie es nun diplomatisch weitergeht, welche Rolle die Justiz spielt und wie Politik und Behörden auf die Forderungen aus Italien reagieren, liest du ​hier​ im Artikel meiner Kolleginnen und Kollegen.

24.01.2026, 11:34 Uhr

«Wir werden vielleicht nie erfahren, warum unsere Kinder gestorben sind»

Von Janine Enderli, Redaktorin am Newsdesk

Sie beschreiben es als einen Schlag ins Gesicht: Nach der Freilassung von Jacques Moretti aus der U-Haft wächst bei den Opferfamilien Wut und Empörung. 

«Ist Ihnen bewusst, welches Risiko besteht, dass wir vielleicht nie erfahren, warum unsere Kinder gestorben sind?», sagt Laetitia Brodard-Sitre im Gespräch mit BFMTV. Sie verlor ihren Sohn Arthur (†16) bei der Brandkatastrophe von Crans-Montana. 

Was die Mutter besonders beunruhigt: Das Risiko einer Flucht. Jacques Moretti sei gegen Kaution freigelassen worden und könne sich nun gemeinsam mit seiner Frau Jessica mit anderen Personen absprechen. «Wie kann man sicher sein, dass sie nicht verschwinden?», fragt sie.

Moretti darf die Schweiz nicht verlassen, lebt unter strengen Auflagen. Er musste alle seine Identitätsdokumente abgeben und sich täglich bei der Polizei melden. Besonders in Italien hat dieser Entscheid Fassungslosigkeit ausgelöst, wie du hier nachlesen kannst. 

Brodard-Sitre sprach mit L'Illustre, das wie Blick zu Ringier Medien Schweiz gehört, über die Bewältigung ihrer Trauer und die Liebe zu ihrem Sohn. Hier kannst du das ganze Interview nachlesen. 

24.01.2026, 11:21 Uhr

Nach acht Tagen beschlagnahmt: Was verraten die Handydaten der Morettis?

Von Janine Enderli, Redaktorin am Newsdesk

Handys sind in heutigen Strafverfahren oft ein wichtiges Beweismittel. Wir haben die Geräte ständig dabei – sie zeichnen unsere Routinen und Bewegungsabläufe auf. 

Im Fall der Brandkatastrophe von Crans-Montana wurden die Smartphones des Betreiberpaars Moretti erst acht Tage nach der Tragödie beschlagnahmt. Ein Zeitraum, in dem relevante Daten hätten verändert oder gelöscht werden können.

Foto: keystone-sda.ch

Der Luzerner Dozent für digitale Forensik Hannes Spichiger erklärt gegenüber «24 heures», warum Handydaten für ein Strafverfahren von immenser Bedeutung sein können. Zum aktuellen Fall sagt er: «Die entscheidende Frage ist hier, ob dem Ehepaar, das das Geschäft führte, die Brandgefahr bewusst war. Hinweise darauf finden sich meist in der persönlichen Kommunikation, beispielsweise in SMS.»

Zwar liessen sich Nachrichten löschen, doch die Daten seien damit nicht automatisch verloren. «Viele Informationen befinden sich nicht nur auf dem Smartphone selbst, sondern auch bei Mobilfunkanbietern und in der Cloud, und der Nutzer hat keinen direkten Zugriff darauf.» Diese können also von den Behörden ausgewertet werden. 

Der Experte hält digitale Daten gar für verlässlicher als Geständnisse, da Letztere strategisch motiviert oder unvollständig sein können. Die Erzählung gebe eine Hypothese, die sich dann mit digitalen Beweismitteln vergleichen lassen.

Telefondaten spielten bei nahezu allen Delikten eine Rolle. «Smartphones sind gewissermassen die Blackboxes unseres Lebens», so Spichiger.

24.01.2026, 08:33 Uhr

Bericht: Jacques Moretti hat Gefängnis in Sitten offenbar verlassen

Von Janine Enderli, Redaktorin am Newsdesk

Jacques Moretti, Betreiber und Miteigentümer der Bar «Constellation» in Crans-Montana, ist nach Zahlung einer Kaution von 200'000 Schweizer Franken aus dem Gefängnis von Sitten entlassen worden. Dies berichtet der französische TV-Sender BFMTV unter Berufung auf eine Quelle. Die Zeitung «24 heures» berichtet derweil, dass Moretti bereits am Freitag entlassen worden sei. 

Der Bar-Betreiber sass seit dem 9. Januar in Untersuchungshaft. Das Zwangsmassnahmengericht des Kantons Wallis ordnete seine Freilassung an, verhängte jedoch Ersatzmassnahmen, um eine Flucht zu verhindern. Um welche Auflagen es sich dabei handelt, kannst du in diesem Artikel nachlesen. 

24.01.2026, 06:28 Uhr

«Moretti wurde freigelassen – ich lebe für Gerechtigkeit, aber jetzt bin ich am Verzweifeln»

Von Janine Enderli, Redaktorin am Newsdesk

Sein Schmerz ist durch seine Worte hindurch spürbar. Andrea C. erlebt gerade das Schlimmste, was ein Vater ertragen muss. Er verlor seine 16-jährige Tochter Chiara C. bei der Brandkatastrophe von Crans-Montana. Am Freitagabend wird bekannt, dass Bar-Betreiber Jacques Moretti (49) aus der Untersuchungshaft entlassen wird. Für C. ist das ein riesiger Schock. 

«Das Einzige, was mich am Leben hält», sagt der Italiener gegenüber «La Repubblica», «ist die Gewissheit, dass eines Tages Gerechtigkeit geschehen wird. Doch nach einer solchen Entscheidung… verliere ich jede Hoffnung.»

Über den Moment, als er vom Entscheid des Zwangsmassnahmengericht erfahren hat, sagt er: «Ich wollte zunächst gar nichts dazu sagen. Es ist, als würde man Salz in eine offene Wunde streuen, die niemals heilt. Es ist ein verheerendes Gefühl. Diese Entscheidung ist inakzeptabel.»

C. kritisiert neben der Freilassung von Moretti auch gravierende Kontrollversäumnisse der Gemeinde und spricht von verschwendeter Zeit. Bislang werde nur gegen zwei Personen ermittelt, was er als Skandal empfindet. Er fordert endlich Aufklärung und Gerechtigkeit – für seine Tochter und die anderen Opfer.

Auch die italienische Politik ist empört. Neben Aussenminister Antonio Tajani hat sich auch Ministerpräsidentin Giorgia Meloni zu Wort gemeldet. Auf X schreibt sie: «Wir werden die Schweizer Behörden zur Rechenschaft ziehen.» In diesem Artikel meiner Redaktionskollegen kannst du die Details nachlesen. 

23.01.2026, 19:24 Uhr

Fussball-Talent (19) meldet sich «nach schwierigen Wochen»

Von Marian Nadler, Redaktor am Newsdesk

Tahirys Dos Santos (19) ist nicht nur ein guter Nachwuchsfussballer, sondern auch ein Held. Der junge Spieler des FC Metz war zunächst aus der Inferno-Bar Le Constellation geflohen. Als er jedoch bemerkte, dass seine Freundin noch in dem brennenden Lokal war, lief er zurück ins Gebäude, um sie zu retten. Das gelang ihm leider nicht. Beide wurden schwer verletzt in ein Spital eingeliefert.

Der Franzose erlitt «Verbrennungen an etwa 30 Prozent seines Körpers», wie sein Berater Christophe Hutteau gegenüber dem französischen TV-Sender BFMTV sagte. Jetzt hat sich der Nachwuchskicker erstmals nach der Brandkatastrophe auf Instagram zu Wort gemeldet.

Mit dieser Insta-Story meldet sich Tahirys Dos Santos nach drei Wochen zurück.

«Heute geht es mir nach einigen schwierigen Wochen und einer kürzlichen Transplantation besser», schreibt er in seiner Story. Er zeigt sich optimistisch, trotz der Herausforderungen, die nun vor ihm liegen. «Der Weg ist noch lang, aber ich blicke nach vorn – mit Vertrauen und Entschlossenheit.»

Dos Santos bedankt sich bei allen, die ihn in den vergangenen Wochen unterstützt haben. «Die Zukunft wartet auf mich», schreibt er weiter. Der Nachricht hat er ein weisses Herz hinzugefügt. Wo Dos Santos behandelt wurde und was sein Berater kurz nach dem Feuer in Crans-Montana VS zu BFMTV sagte, liest du hier.

23.01.2026, 17:22 Uhr

200'000 Franken Kaution für Freilassung hinterlegt

Von Marian Nadler, Redaktor am News-Desk

Der französische TV-Sender BFMTV berichtete am frühen Freitagabend: Jacques Moretti soll in den nächsten Stunden aus der Untersuchungshaft entlassen werden und das Gefängnis in Sitten VS verlassen. Die «Schweizer Justiz» habe die Freilassung angeordnet. BFMTV berief sich auf eine Quelle aus dem Umfeld der Ermittlungen.

Wenig später veröffentlichte das Walliser Zwangsmassnahmengericht eine Medienmitteilung und bestätigte den BFMTV-Bericht. 

Kommt Jacques Moretti noch am Freitag frei?
Foto: keystone-sda.ch

Moretti ist seit dem 9. Januar in Sitten inhaftiert. Er soll nach seiner Freilassung «alternativen Massnahmen» unterliegen. Dabei handelt es sich um Beschränkungen, die ihn an der Flucht hindern sollen.

Er muss seine Ausweis- und Aufenthaltsdokumente bei der Staatsanwaltschaft hinterlegen und sich täglich bei einer Polizeidienststelle melden. Auch eine Kaution muss der Betreiber des Le Constellation hinterlegen. Die Höhe der Sicherheit hat das Zwangsmassnahmengericht auf 200'000 Franken festgelegt. Die Anwälte der Opfer reagierten auf die Nachricht von Morettis Freilassung mit Fassungslosigkeit und deutlichen Worten. Für Moretti gilt die Unschuldsvermutung.

Moretti war in der Vergangenheit bereits in mehrere zwielichtige Geschäfte verwickelt. Er war vorbestraft. Die wichtigsten Stationen seiner dunklen Karriere habe ich hier aufgelistet.

23.01.2026, 15:28 Uhr

Neue Aufnahmen aus der Inferno-Bar aufgetaucht

Von Marian Nadler, Redaktor am Newsdesk

Vor rund drei Wochen ereignete sich die Brandkatastrophe in der Bar Le Constellation in Crans-Montana VS. Die Ermittlungen laufen weiter auf Hochtouren. Dem französischen Sender BFMTV liegen nun neue Aufnahmen kurz nach Ausbruch des Feuers vor. 

Auf dem Video, das von einem Gast aufgenommen worden sein soll, sieht man, wie mehrere Mitarbeiter der Bar Champagnerflaschen, an denen Wunderkerzen befestigt sind, durch das Lokal tragen. Dass gleichzeitig andernorts bereits Flammen an der Decke lodern, scheint ihnen nicht aufzufallen. Bei dem Urheber des Videos soll es sich um eine junge Person handeln, die den Silvesterabend in der Beiz verbrachte. 

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Teil der Mitarbeiterkolonne soll auch Barbetreiberin Jessica Moretti gewesen sein. Auch ihr fiel offenbar nichts auf. BFMTV-Reporter Maxime Brandstaetter beschreibt den Moment in einer Liveschalte als «entscheidend», da die 35 Sekunden womöglich für das Löschen oder Eindämmen des zu diesem Zeitpunkt noch kleinen Feuers ausgereicht hätten. 

Nach dem Inferno von Crans-Montana wurden die sozialen Medien mit brutalen Videos der Brandnacht geflutet. Unser Reporter Sandro Zulian hat mit jungen Menschen gesprochen und sie gefragt, was die schrecklichen Aufnahmen mit ihnen gemacht haben. Auch eine Jugendpsychologin kommt in seinem Artikel zu Wort

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