Darum gehts
- Jacqueline Fehr tritt 2027 nicht mehr als Zürcher Regierungsrätin an
- Sie gründet das «Büro für Lösungen» für politische Mediation
- Fehr war 17 Jahre Nationalrätin und kandidierte 2010 für den Bundesrat
Drei Legislaturen sind genug: Die Zürcher SP-Regierungsrätin Jacqueline Fehr (62) hat entschieden, bei den Wahlen im April 2027 nicht mehr anzutreten. Trotzdem verabschiedet sie sich nicht ganz aus der Politik. Fehr will eine eigene Firma gründen – das «Büro für Lösungen». Damit wolle sie Mandate im Bereich politische Mediation annehmen und etwa runde Tische organisieren.
Während ihrer letzten Amtszeit bereitet sich Fehr schon auf ihr Büro vor. Sie habe berufsbegleitend an der Universität Freiburg eine Ausbildung zur Mediatorin absolviert, erklärte sie an der Medienkonferenz.
«Freizeit ist Privatsache»
Wie findet die Regierungsrätin einer der wichtigsten Kantonsregierungen der Schweiz neben ihrem Amt Zeit für eine solche Ausbildung? Offenbar hat Fehrs Ausbildung für Unmut gesorgt, wie die «Weltwoche» berichtet. Unter Zürcher Kantonsparlamentariern sei es schon länger ein Thema, dass sie deswegen sogar Regierungssitzungen und offizielle Regierungstermine verpasst habe.
Auf Anfrage schreibt eine Sprecherin von Fehrs Departement: «Was Regierungsmitglieder in ihrer Freizeit unternehmen, ist deren Privatsache.» Auf die Frage, ob Fehr tatsächlich Sitzungen verpasst hat, geht sie nicht ein.
Lange Politkarriere
Ein politisches Comeback auf anderer politischer Bühne hat Fehr an der Medienkonferenz ausgeschlossen. «Dieses Kapitel ist nun wirklich einmal abgeschlossen. Ich blicke auf 37 äusserst spannende Jahre zurück», so die Winterthurerin.
Von 1998 bis 2015 amtete Fehr 17 Jahre lang als Nationalrätin. Auch den Sprung in den Bundesrat wollte sie wagen. 2010 kandidierte sie für die Nachfolge von Moritz Leuenberger (79). Fehr unterlag allerdings ihrer Parteikollegin Simonetta Sommaruga (65).