Rösti zu KI-Gefahr und Prestige-Gipfel
«Ich will einfach die Innovation nicht abwürgen»

Nächsten Juni wird Genf Schauplatz des AI Summit, der weltweit führenden Konferenz für Künstliche Intelligenz. Medienminister Rösti rührt die Werbetrommel – und will gleichzeitig bei der KI auf Eigenverantwortung statt strikte Regulierung setzen.
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Nächstes Jahr lädt Medienminister Albert Rösti in Genf zum AI Summit.
Foto: LYCRUS

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Am 21. und 22. Juni 2027 findet der AI Summit in Genf statt
  • Budget des Gipfels beträgt sechs Millionen Franken, Ziel: gemeinsame Erklärung
  • Bundesrat Rösti will einen Grossteil der KI-Regulierung Unternehmen überlassen, um Innovation zu fördern
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Joschka SchaffnerRedaktor Politik

Nächstes Jahr soll die Schweiz sozusagen das Auge des KI-Sturms werden: Am 21. und 22. Juni 2027 findet der AI Summit – der bedeutendste internationale Gipfel für künstliche Intelligenz – in Genf statt.

Medienminister Albert Rösti (59, SVP) rührt für den prestigeträchtigen Digital-Event, der unter den Leitworten «Innovation» und «Vertrauen» ausgetragen wird, fleissig die Werbetrommel. «Wir können stolz sein, dass die Schweiz dies tun darf», sagte der SVP-Bundesrat am Dienstag am digitalswitzerland Forum. Bei der Regulierung der künstlichen Intelligenz pocht der SVP-Bundesrat jedoch weiter auf das Minimum.

KI-Gipfel soll zu gemeinsamer Erklärung führen

«Innovation lässt sich meist nicht bremsen», sagte Rösti am jährlichen Branchentreffen in Bern. Und wenn, dann höchstens durch zu strenge Leitplanken. Heisst: Die öffentliche Hand macht am besten gerade so viel wie nötig.

Der KI-Gipfel in Genf soll dabei den idealen Rahmen bieten, um internationalen Konsens zu schaffen. Den innenpolitischen Prozess ersetze er jedoch nicht, mahnte Rösti.

Ausgetragen wird das Zusammentreffen in Genf mit einem im Vergleich zu den vorherigen Ausgaben eher bescheidenen Budget von sechs Millionen Franken. Der Bund setze dennoch auf einen Erfolg, so Rösti: «Ich möchte nicht zu viel versprechen, aber wir wollen nichts Unfertiges verhandeln.» Das Ziel sei eine gemeinsame Erklärung, die ein Jahr später weiterentwickelt werden soll. 2028 findet der AI Summit dann in den Vereinigten Arabischen Emiraten statt.

Bundesrat will Regulierung den Privaten überlassen

Auch die aktuell wieder auf einem Höhepunkt angelangte Diskussion um die halsbrecherische Geschwindigkeit der KI-Entwicklung scheint den Bundesrat nicht von seinem zurückhaltenden Weg abzubringen. Zwar unterzeichnete der Bund letztes Jahr die KI-Konvention des Europarats, die unter anderem die Einhaltung der Menschenrechte und ein Diskriminierungsverbot beinhaltet.

Darüber hinaus sollen jedoch die Unternehmen selbst Richtlinien und Standards festsetzen, wie sie die KI vertrauenswürdig nutzen wollen. «Da sind Sie adressiert», sagte Rösti gegenüber dem anwesenden Publikum aus Wirtschaft und Forschung.

Die direkte Demokratie soll uns schützen

Unterschätzt der Bundesrat etwa die Gefahr? «Ich will einfach die Innovation nicht abwürgen», sagt Rösti zu Blick. Würde zu viel reguliert, könne dies auch Firmen von der Schweiz fernhalten. «Zudem haben wir bei uns ein institutionelles, direktdemokratisches Niveau, das Risiken auch ohne Überregulierung abfedern kann.»

Dass sich nun selbst die grossen KI-Unternehmen in den USA dafür entscheiden, ihr Tempo zu drosseln, sieht er als positives Signal: «Es ist gut, dass sie selbst eine gewisse Risikoabdeckung einbauen. Wenn Schwächen oder Risiken gravierende Schäden anrichten, ist natürlich auch die Reputation kaputt.»

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