Richtwert im Stromgesetz
Schweiz importiert mehr Auslandstrom als erlaubt

Das neue Stromgesetz sollte die Abhängigkeit vom Ausland im Winter begrenzen. Doch bereits nach einem Jahr zeigt sich: Der gesetzlich verankerte Richtwert für Importe wird nicht eingehalten.
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Das Schweizer Stimmvolk hat das Stromgesetz 2024 deutlich angenommen.
Foto: Keystone

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Schweiz überschreitet Stromimport-Grenzwert
  • Kernkraftwerk-Ausfall und Frankreich als Hauptlieferant verschärfen Situation
  • Zwischen Oktober und März 20 Terawattstunden Strom importiert
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Céline ZahnoRedaktorin Politik

Mehr Strom aus heimischer Sonnen-, Wind- und Wasserkraft: Dafür hat sich das Schweizer Stimmvolk 2024 mit dem Ja zum Stromgesetz deutlich ausgesprochen. Das Gesetz soll die Versorgungssicherheit der Schweiz stärken und dabei die Abhängigkeit vom Ausland reduzieren. 

Eine Zahl ist dabei zentral: 5 Terawattstunden. Dieser Wert markiert die Netto-Importgrenze, die im Winterhalbjahr nicht überschritten werden sollte. Bürgerliche Ständeräte wie Beat Rieder (63, Mitte) und Martin Schmid (56, FDP) drängten bei der Ausarbeitung des Gesetzes darauf, diesen Wert im Gesetz festzuschreiben. Sie argumentierten unter anderem, dass sich die Schweiz erpressbar mache vom Ausland, wenn sie nicht selbst genügend Strom produziere. 

Höhere Importe als festgelegt

Vor rund einem Jahr trat das Stromgesetz in Kraft. Und laut CH Media zeigt sich nun: Die Schweiz verpasst ihre hochgesteckten Ziele. Während des Winterhalbjahres wurde viel mehr Strom importiert als vorgesehen. 

Gemäss öffentlichen Daten der Plattform «Swiss Energy Charts» hat die Schweiz zwischen Oktober und März fast 20 Terawattstunden Strom importiert. Umgekehrt flossen etwas mehr als 12 Terawattstunden ins Ausland. Netto hat die Schweiz also rund 7 Terawattstunden Strom importiert und den Richtwert im Stromgesetz deutlich überschritten.

Bund plant keine Massnahmen

Trotz des verfehlten Zieles bleibt eine Reaktion der Behörden aus. Das Bundesamt für Energie (BFE) widerspricht sich gar: Es betont auf Anfrage von CH Media, dass es sich lediglich «um einen Richtwert, nicht um einen Zielwert» handle. Gleichzeitig wird eingeräumt, dass der Bundesrat «Massnahmen vorschlagen müsste», sollte die Schweiz diesen «Zielwert» mit den bestehenden Mitteln nicht erreichen. Solche Massnahmen blieben bisher aus – es seien auch keine geplant, heisst es beim Bundesamt. 

Dass die Schweiz im Winter auf Hilfe von aussen angewiesen ist, ist kein neues Phänomen. Erschwerend kam in dieser Saison der monatelange Ausfall des Kernkraftwerks Gösgen hinzu, der die Eigenproduktion schwächte. Hauptlieferant der Schweiz bleibt Frankreich: Mehr als 10 Terawattstunden stammen aus dessen Produktion, ein grosser Teil von Kernreaktoren. 

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