Darum gehts
- Am 8. März wählt Zürich neuen Stadtpräsidenten. Vier Kandidaten treten an
- FDP-Kandidat Avdili plant mit dem höchsten Budget
- SP-Kandidat Golta gilt als Favorit. Investiert er deshalb so wenig?
Am 8. März geht es in der Stadt Zürich um das höchste Amt. Nach 17 Jahren tritt Stadtpräsidentin Corine Mauch (65, SP) nicht mehr an. Um ihre Nachfolge kämpfen: Raphael Golta (50, SP), Përparim Avdili (38, FDP), Ueli Bamert (46, SVP) und Serap Kahriman (35, GLP).
Die Kandidaten lassen sich den Wahlkampf einiges kosten. Eine Umfrage der «Limmattaler Zeitung» zeichnet nun ein genaues Bild davon.
SP-Kandidat investiert am wenigsten
Mit Abstand am tiefsten in die Tasche greift FDP-Kandidat Avdili. «Je nach finalem Spendenaufkommen rechne ich unterdessen mit einem Budget von über 300'000 Franken», sagt er. Er fiel mit seiner aussergewöhnlichen Kampagne auf, etwa mit einem Bühnenauftritt zusammen mit dem Zürcher Rapper EAZ.
Spitzenkandidat in der Hochburg der Linken ist der langjährige Stadtrat Raphael Golta. In die Verteidigung des SP-Sitzes fliesst bei ihm nicht das grosse Geld. Mit rund 80’000 Franken investiert Golta am wenigsten. «Ich gehe davon aus, dass ich am Schluss etwa die Hälfte davon selbst finanziere.»
Mit dem Wahlkampf versucht auch SVP-Kandidat Bamert sein Glück. Die SVP ist seit 36 Jahren nicht mehr Teil der Zürcher Stadtregierung. Für das ambitionierte Ziel budgetiert Bamert «knapp über 100'000 Franken».
Grössere Budgets bei Nationalratswahlen
Einzige Frau im Rennen ist GLP-Kandidatin Kahriman. Sie besitzt kein eigenes Wahlkampfbudget, sondern schöpft aus dem Budget der GLP für den Stadtratswahlkampf. Neben ihr nutzt auch Stadtrat Andreas Hauri (60, GLP) die geteilten 90’000 Franken für seine Wiederwahl.
Ein Vergleich der Wahlkampfbudgets fürs Stadtpräsidium lässt sich mit den Ausgaben für die Nationalratswahlen 2023 ziehen. SVP-Nationalrat Mauro Tuenas Wahlkampf kostete gerade mal etwas über 67’000 Franken. EVP-Kandidat Donato Scognamiglio (55) hingegen gab ganze 430’000 Franken für den Wahlkampf aus, einen Grossteil davon aus eigener Tasche. Er investierte damit von allen Nationalratskandidaten am meisten in den Wahlkampf. Rund ein Viertel weniger gab Zürcher FDP-Nationalrat Andri Silberschmidt mit 303’000 Franken aus.