Darum gehts
- Fake-Werbungen nutzen Namen von Keller-Sutter und Heer für Betrug
- Opfer verlieren mindestens 250 Franken bei gefälschten Investitionsplattformen
- Betrugswelle 2025: Ringier klagt gegen internationale Betrügerorganisation
Sie versprechen hohe Gewinne, wollen aber nur Leichtgläubige abzocken. Zwei besonders dreiste Fälle von betrügerischen Werbeanzeigen betreffen Bundesrätin Karin Keller-Sutter (62) den ehemaligen SVP-Nationalrat Alfred Heer (†63). Gerade der zweite Fall wirkt schamlos. Der Zürcher ist bereits im vergangenen September verstorben.
Im Fall von Keller-Sutter geht es um eine angebliche Medienkonferenz, die sie über eine neue staatliche Investitionsplattform für einfache Bürger abgehalten haben soll, wie CH Media berichtet. Der Text ist als Blick-Artikel gefälscht. Darin würden auch Experten zitiert, etwa Professor Manuel Ammann (55), Rektor der Uni St. Gallen. Wochenlang war der Artikel auf der Microsoft-Newsseite zu sehen, ehe Microsoft ihn entfernte und den Absender sperrte.
«Empört über diese dreiste Fälschung»
Im Fall des verstorbenen Nationalrats Heer geht es ebenfalls um eine Investitionsplattform. Die Fake-Werbung sei auf Facebook und Instagram geschaltet gewesen. In beiden Fällen könne man sich für 250 Franken registrieren.
Nur: Das ist alles Betrug, das Geld verloren! Beide Werbeanzeigen sind erfunden. «Wir sind empört über diese dreiste Fälschung», wird Adrian Sulzer, Sprecher der Uni St. Gallen, zitiert. «Wir distanzieren uns in aller Form davon.» Die Uni erwäge eine Strafanzeige.
«Das ist absolut pietätlos», findet auch Mauro Tuena (53). Der SVP-Nationalrat ist ein ehemaliger Geschäftspartner von Heer. «Diese Anzeige ist eine Schweinerei. Alles ist Lug und Trug. Nicht ein einziges Wort stimmt. Dabei werden ahnungslose Leser in die Irre geführt.»
Gerade das Finanzdepartement sieht sich seit einiger Zeit immer wieder mit Falschwerbungen konfrontiert. Es reichte bereits 2023 Strafanzeige ein und datiere diese bis heute auf, schreibt die Zeitung weiter. Keller-Sutter selbst habe zudem beim Untersuchungsamt Gossau SG und bei der Staatsanwaltschaft Basel-Stadt wegen Identitätsdiebstahl geklagt. Gossau habe das Verfahren inzwischen eingestellt.
Immer häufiger werben Betrüger für angeblich vielversprechende neue Anlageformen auf ihren angeblichen Handelsplattformen. Doch wer darauf eingeht und investiert, kann nur verlieren. Auf der Website der Schweizerischen Kriminalprävention findest du wertvolle Tipps, worauf du genau achten musst, um nicht zum Opfer eines Online-Anlagebetrugs zu werden. Ein Faltblatt erklärt zudem verständlich, wie diese Art Betrug typischerweise abläuft und was du tun solltest, wenn du bereits Geld an solche Betrüger verloren hast.
Immer häufiger werben Betrüger für angeblich vielversprechende neue Anlageformen auf ihren angeblichen Handelsplattformen. Doch wer darauf eingeht und investiert, kann nur verlieren. Auf der Website der Schweizerischen Kriminalprävention findest du wertvolle Tipps, worauf du genau achten musst, um nicht zum Opfer eines Online-Anlagebetrugs zu werden. Ein Faltblatt erklärt zudem verständlich, wie diese Art Betrug typischerweise abläuft und was du tun solltest, wenn du bereits Geld an solche Betrüger verloren hast.
«Betrugswelle hat ein anderes Niveau erreicht»
Auch Ringier, Herausgeberin von Blick, klagte 2025. Erst versuchte es der Konzern mit Meldungen bei Plattformbetreibern. Doch das reichte nicht mehr. «Die Strafanzeige von 2025 markiert eine neue Eskalationsstufe», wird Kommunikationschefin Johanna Walser zitiert. «Weil Umfang, Professionalität und volkswirtschaftlicher Schaden dieser Betrugswelle ein anderes Niveau erreicht haben.» Bei den Tätern handelt es sich um eine «organisierte, international operierende und anhaltende Betrugsmaschinerie».
Auch SVP-Doyen Christoph Blocher (85) wurde erst kürzlich für eine Online-Betrugsmasche missbraucht. In einer gefälschten Werbeanzeige warb der alt Bundesrat ebenfalls für eine Investitionsplattform. Blick berichtete damals über IV-Rentner Marco T. (59), der alles verlor. Und so wie ihm erging es auch anderen Menschen.