Omnipräsent und trotzdem fast vergessen
Diese Kultsäule steht vor dem Aus – irre Kosten sind schuld

Die Tage der orangen Notrufsäulen entlang der Schweizer Autobahnen könnten gezählt sein. Der Bund prüft ihren Abbau. Genutzt werden sie kaum noch, kosten tun sie dagegen noch immer.
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Im Abstand von maximal zwei Kilometern neben den Autobahnen stehen orange Notfallsäulen.
Foto: Keystone

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Notrufsäulen entlang Autobahnen könnten laut Bundesrat schrittweise abgebaut werden
  • Wartungskosten von einer Million Franken jährlich, zwei Drittel für Tunnels
  • Schweiz hat 1860 Säulen, Nutzung seit Jahren stark rückläufig
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Tobias BruggmannRedaktor Politik

«Ich sehe was, was du nicht siehst, und das ist orange.» Das Spiel, um gelangweilte Kinder auf langen Autobahnfahrten zu bespassen, könnte etwas eintöniger werden. Denn die richtige Antwort, «die Notrufsäule», droht zu verschwinden.

Der St. Galler SVP-Nationalrat Michael Götte (46) hat dem Bundesrat mehrere Fragen zu den orangen Säulen gestellt, die im Abstand von maximal zwei Kilometern neben den Autobahnen stehen. Und die Antworten haben es in sich.

«Nutzung stark rückläufig»

Das Bundesamt für Strassen führt derzeit eine eingehende Evaluation durch, «ob und wenn ja in welchen Stufen die Notrufsäulen entlang den Autobahnen zurückgebaut werden sollen». Für Notrufsäulen besteht keine gesetzliche Verpflichtung. Nur in Tunnels sind die Säulen zwingend in die Sicherheitsausrüstung integriert. 

In der Schweiz gibt es entlang den Autobahnen 1860 solcher Notrufsäulen, schreibt der Bundesrat weiter. «Die Nutzung der Notrufsäulen ist seit Jahren stark rückläufig, und sie werden heute nur noch selten genutzt.» 

Fallen die Notrufsäulen weg, könnte man auch sparen: «Die jährlichen Unterhaltskosten belaufen sich auf rund eine Million Franken», schreibt der Bundesrat. Aber: Rund zwei Drittel der Kosten entfallen auf Notrufsäulen in Tunnels.

System hat auch Vorteile

Auch wenn heutzutage wohl fast alle ein Handy in der Tasche haben, nützen auch die Notrufsäulen etwas. Sie bauen eine direkte Telefonverbindung mit der Verkehrsleitzentrale auf, schreibt der Kanton Zürich auf seiner Website. «Neben der Telefonverbindung übermittelt die Notrufsäule Ihren Standort und die Fahrtrichtung.»

Mit diesen Informationen können Einsatzkräfte wie Polizei, Sanität oder Abschleppdienst präzise und ohne Zeitverlust eingesetzt werden.» In einem Tunnel wird der Zentrale automatisch auch gleich die Tunnelkamera angezeigt. 

Bis die Säulen aber tatsächlich abgebaut werden, dürfte es noch Jahre dauern – wenn überhaupt. Das Bundesamt für Strassen wird nun zuerst die Evaluierung beenden, danach gibt es einen Grundsatzentscheid. So lange darf noch gespielt werden. 

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