Darum gehts
- FDP-Nationalrat Simon Michel postet Autobahn-Selfie und gerät in «Weltwoche»-Kritik
- Michel gestand Aufnahme während Fahrt, nannte Aktion «sicher keine gute Idee»
- Vor zwei Jahren zahlte Michel bereits wegen Verkehrsdelikt auf der A1
Ein Social-Media-Foto bringt FDP-Nationalrat Simon Michel (49) in Erklärungsnot. Die «Weltwoche» hat ein von ihm veröffentlichtes Bild entdeckt, das den Solothurner am Steuer eines Autos auf der Autobahn zeigt. Für die Aufnahme hielt er sein Smartphone in der rechten Hand, während er mit der linken den Daumen nach oben streckte.
Das ist heikel: Wer während der Fahrt mit dem Handy hantiert, riskiert Konsequenzen wegen einer Verkehrsregelverletzung. Dass die Aufnahme auf der Autobahn gemacht wurde, legt die Spiegelung in Michels Sonnenbrille nahe.
Das Foto entstand laut Michel auf der Rückfahrt von einem militärischen Anlass. Gegenüber der «Weltwoche» bestritt er gemäss Bericht zunächst, die Aufnahme während der Fahrt gemacht zu haben. Auf Nachfrage soll er dann jedoch eingeräumt haben, das Foto auf der Autobahn geknipst zu haben – und sich selbstkritisch gezeigt haben. «Die Autobahn war leer, und da habe ich mir erlaubt, kurz dieses Foto zu machen», sagte Michel dem Magazin. Rückblickend sei das «sicher nicht die beste Idee» gewesen.
Selbstunfall mit happigen Kostenfolgen
Mit dem Foto in Uniform warb Michel – wie zahlreiche andere Personen – für ein Ja zum revidierten Zivildienstgesetz, über das die Schweiz am 14. Juni abstimmt. Michel ist nicht nur Nationalrat und Unternehmer, sondern auch Major der Schweizer Armee.
Das Foto geriet auch deshalb ins Visier der «Weltwoche», weil Michel vor zwei Jahren wegen eines Verkehrsdelikts verurteilt worden war. Damals verursachte der Solothurner auf der A1 einen Selbstunfall. Das Gericht sprach eine bedingte Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu je 1530 Franken aus, zusätzlich wurde eine Busse von 22'950 Franken verhängt. Das ging aus dem damaligen Strafbefehl hervor, über den die «Solothurner Zeitung» berichtete.
Die Höhe des Tagessatzes wurde entsprechend Schweizer Strafrecht nach Michels wirtschaftlichen Verhältnissen bemessen. Als Chef des von seiner Familie kontrollierten Medizintechnikkonzerns Ypsomed verfügt Michel über ein hohes Einkommen.