Darum gehts
- Die SVP distanziert sich zunehmend von Donald Trump und Steve Bannon
- Epstein-Files zeigen Bannons Kontakte zu Europas rechten Parteien, inklusive SVP
- US-Justiz veröffentlichte drei Millionen Seiten Epstein-Ermittlungsdokumente am 30. Januar 2026
Mittlerweile geht auch die SVP etwas mehr auf Distanz zu US-Präsident Donald Trump (79). Das war während dessen erster Amtszeit noch anders. SVP-Nationalrat Franz Grüter (63) bezeichnete sich damals gar als «grösster Trump-Fan im Bundeshaus». Spätestens seit dem Zollstreit aber ist die Liebe etwas abgekühlt. Mit lauter Kritik hält sich die Partei dennoch zurück.
Vor acht Jahren war die Nähe noch grösser. Der «Weltwoche»-Chefredaktor und damalige SVP-Nationalrat Roger Köppel (60) hatte sogar Steve Bannon (72) in die Schweiz eingeladen. Die Halle in Oerlikon sei bei der Rede des Wahlkampfstrategen und Politikberaters von Trump bis auf den letzten Platz gefüllt gewesen, erinnert der «Tages-Anzeiger». Die damalige Nähe zeigt bis heute Folgen.
Bannon habe sich als SVP-Berater verstanden
Denn nun sei die Schweizer Volkspartei sogar in der neusten Veröffentlichung der Epstein-Files aufgetaucht, schreibt die Zeitung weiter. Am Freitag hatte das US-Justizdepartement weitere drei Millionen Seiten aus den Ermittlungen gegen Jeffrey Epstein (†66) veröffentlicht. Enthalten ist Korrespondenz des verurteilten Sextäters mit den Mächtigen und Wichtigen.
Darunter befinde sich auch Korrespondenz mit Bannon. Dieser beschreibe sich gegenüber Epstein als eine Art Botschafter, als ein Berater von Europas rechten Parteien, ist weiter zu lesen. Im Frühling 2018 habe sich Bannon auf einer eigentlichen Europa-Tournee befunden. Er habe sich mit Alice Weidel (46) von der AfD getroffen, mit Matteo Salvini (52) von der Lega und sei am Parteitag des Front National von Marine Le Pen (57) aufgetreten.
«Ein ausgemachter Quatsch»
In den Epstein-Akten sei nachzulesen, wie sich Bannon gebrüstet habe, als Berater verschiedener rechter Parteien in ganz Europa aufzutreten, schreibt der «Tages-Anzeiger» weiter. Erwähnt werden etwa Viktor Orban (62) in Ungarn, Nigel Farage (61) in Grossbritannien oder eben die SVP.
Von einer solchen Nähe mit dem damaligen Trump-Getreuen aber wolle man bei der SVP heute nichts wissen. Dass sich Steve Bannon selbst als Berater der Schweizer Volkspartei verstand, sei vor allem Geschwätz. «Ein ausgemachter Quatsch», wird der stellvertretende SVP-Generalsekretär Peter Keller (54) zitiert. Die Distanz ist definitiv grösser geworden.