Darum gehts
- Messerattacke in Winterthur: Drei Männer verletzt, eine Person schwer
- Täter ist Doppelbürger, Sicherheitsdirektor Fehr nennt Angriff «Terror-Akt»
- Artikel 42 erlaubt Bürgerrechtsentzug bei erheblichem Schaden für Schweiz
Eine Messerattacke in Winterthur ZH schockiert die Schweiz. Ein Mann (31) attackiert am Bahnhof wahllos Passanten mit einer Stichwaffe. Drei Männer werden verletzt, einer schwer. Der Täter ist Nesip Dedeler, ein türkisch-schweizerischer Doppelbürger. Mario Fehr (67), parteiloser Sicherheitsdirektor des Kantons Zürich, sprach von einem «Terror-Akt».
Der Täter sei 2009 in Winterthur eingebürgert worden und stellte 2024 einen Antrag, um seinen Schweizer Pass zu erneuern, so Fehr an der Medienkonferenz. Im August 2024 hat er die Schweiz verlassen und war in die Türkei ausgewandert – bis er nun wieder in die Schweiz zurückkehrte.
Blick nennt im vorliegenden Fall den vollständigen und korrekten Namen des Messerangreifers von Winterthur, Nesip Dedeler, und zeigt ihn ohne Balken. Die Behörden, mit dem Zürcher Polizeidirektor als zentraler Stimme, bezeichnen die Tat als «Terror-Akt». Ab einem solchen Fall nennen wir den Namen des mutmasslichen Terroristen als Person der Zeitgeschichte.
Blick nennt im vorliegenden Fall den vollständigen und korrekten Namen des Messerangreifers von Winterthur, Nesip Dedeler, und zeigt ihn ohne Balken. Die Behörden, mit dem Zürcher Polizeidirektor als zentraler Stimme, bezeichnen die Tat als «Terror-Akt». Ab einem solchen Fall nennen wir den Namen des mutmasslichen Terroristen als Person der Zeitgeschichte.
Fehr kritisiert den Bund
Fehr wählte am Donnerstagnachmittag deutliche Worte: «Wir wollen solche Leute wirklich nicht hier haben.» Man solle ihm das Schweizer Bürgerrecht entziehen und er solle zurück in die Türkei. Fehr richtete seine Kritik gleich direkt an das Staatssekretariat für Migration (SEM) unter Bundesrat Beat Jans (SP, 61): «Das Zögern des Staatssekretariats für Migration, in solchen Fällen entschlossen zu handeln, kann ich persönlich nicht nachvollziehen.» Man könne immer schlauer werden und habe dem SEM nun bereits mitgeteilt, dass man die Forderung erheben werde.
Gemäss Artikel 42 im Bürgerrechtsgesetz kann das SEM mit Zustimmung des Heimatkantons einem Doppelbürger die Staatsbürgerschaft entziehen, wenn sein Verhalten «den Interessen oder dem Ansehen der Schweiz erheblich nachteilig ist».
Das SEM erklärte am Donnerstagabend auf Blick-Anfrage: Man nehme die Äusserungen von Fehr zur Kenntnis. «Zu einem Verfahren, das vor wenigen Stunden eröffnet wurde, äussern wir uns jedoch zum aktuellen Zeitpunkt nicht.»
Heftige Reaktionen aus rechten Kreisen
Reaktionen aus der Politik fielen kurz nach dem Angriff heftig aus. Kaum wurde das Ereignis am Vormittag von den Medien aufgegriffen, folgten Posts auf dem Kurznachrichtendienst X – anfangs vor allem aus rechten Kreisen.
Nils Fiechter (29), Präsident der Jungen SVP, sprach am Donnerstagvormittag etwa von einem islamistischen Attentäter. Zum Zeitpunkt war noch nichts über den Täter oder den genauen Tathergang bekannt. Später doppelte er nach. «Egal, welchen Pass dieser ‹Mensch› besitzt, das ist kein Schweizer. Schweizer rufen nicht Allahu akbar und stechen Menschen nieder.»
Die Junge SVP Schweiz schrieb, dass der Täter «leider den Schweizer Pass besitzt». Und die Jungpartei stellte eine Verbindung zur 10-Millionen-Initiative der SVP her, über welche die Schweiz am 14. Juni abstimmt.
«Mit Terror versuchen sie uns ihren Glauben aufzuzwingen!», schrieb SVP-Nationalrätin Therese Schläpfer (67, ZH). «Da machen wir nicht mit.»
Forderung nach mehr Polizeipräsenz
Später folgten Reaktionen aus anderen Parteien. Matthias Müller (33), Vizepräsident der FDP Zürich, fordert etwa, bei der Sicherheit endlich konsequent zu handeln: «Mehr Polizeipräsenz, konsequente Strafverfolgung und härtere Strafen für Gewalttäter.» Die Menschen hätten ein Recht darauf, sich in ihrem eigenen Land sicher zu fühlen.
GLP-Präsident Jürg Grossen (56) nahm Anteil mit den Verletzten des Angriffs in Winterthur. «Gewalt hat bei uns keinen Platz.» Auch SP-Präsidentin Mattea Meyer (38) – selbst aus Winterthur – zeigt sich schockiert: «Wie viele Winterthurerinnen und Winterthurer laufe ich da fast täglich durch. Ich bin in Gedanken bei allen Betroffenen und wünsche den Opfern eine gute und rasche Besserung.» Sie dankte ausserdem der Polizei für den Einsatz.
Auch Bundespräsident Guy Parmelin (66) äussert sich auf X zur Messerattacke: «Ich bin schockiert über den Terroranschlag heute Morgen in Winterthur. Das macht mich tief betroffen.» Den Verletzten wünsche er rasche und vollständige Genesung, und er dankt den Einsatzkräften für ihre Arbeit.