Nach Todesdrama im Rosegtal
Nationalrat fordert Kutschenführerschein

Nach dem tödlichen Kutschenunfall im Rosegtal fordert SP-Nationalrat Hasan Candan einen Fähigkeitsausweis für Kutscherinnen und Kutscher. Bisher reicht in der Schweiz ein Mindestalter von 14 Jahren.
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Wer in der Schweiz eine Kutsche führen will, muss lediglich 14 Jahre oder älter sein. Eine Ausbildung oder eine Prüfung ist nicht notwendig.
Foto: zVg
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Janic UrechRedaktor Politik

Wer in der Schweiz eine Kutsche führen will, muss lediglich eine Bedingung erfüllen. Er muss mindestens 14 Jahre alt sein. Auch für das kommerzielle Führen einer Kutsche im öffentlichen Strassenverkehr sind keine weiteren Voraussetzungen notwendig. Es wird weder ein Führerschein noch eine Ausbildung benötigt, und es muss auch keine Fahrprüfung abgelegt werden. Ein Vorstoss will das nun ändern.

Der Luzerner SP-Nationalrat Hasan Candan (41) und seine 16 Mitunterzeichner aus SP, Grünen, GLP und FDP fordern einen Fähigkeitsausweis für die Fahrerinnen und Fahrer von Kutschen. Bei der Umsetzung davon soll der Bundesrat eng mit den Branchenverbänden zusammenarbeiten. In seiner Forderung verweist Candan darauf, dass es sich bei Pferden um sensible Fluchttiere handelt. Der Umgang mit ihnen benötige viel Wissen und Erfahrung.

Bereits jetzt bieten Branchenorganisationen wie beispielsweise das nationale Pferdezentrum Ausbildungen mit Diplomen an, in denen der korrekte Umgang mit den Zügeln gelehrt wird. Diese sind jedoch keine Voraussetzung fürs Kutschieren im Strassenverkehr.

Reaktion auf das Kutschendrama

Wie gefährlich eine Kutschenfahrt sein kann, zeigte kürzlich das Kutschendrama im Rosegtal. Mitte August kam in dem Seitental des Engadins eine Kutsche von der Strasse ab und knallte gegen einen Baum. Dabei kam eine Person ums Leben und zwölf weitere wurden teils schwer verletzt. Bereits 2024 stellte die damalige Schaffhauser SP-Nationalrätin Martina Munz (70) die Forderung nach einem Fähigkeitsausweis für Kutscher auf. Nachdem ihr Vorstoss zwei Jahre lang nicht behandelt wurde, wurde er im Frühling dieses Jahres abgeschrieben. Angesichts des Vorfalls im Rosegtal griff Candan die Forderung seiner Parteikollegin erneut auf.

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Kutschenunfälle sind keine Seltenheit

Unfälle mit Kutschen sind keine Seltenheit. In ihrer Begründung verweisen die Nationalräte auf die Zahlen der Suva. Gemäss diesen gab es in den letzten zehn Jahren durchschnittlich 60 Kutschenunfälle pro Jahr.

In einigen Städten wie New York oder Rom werde aktuell über ein generelles Kutschenverbot diskutiert. Ein solches Verbot sei ausdrücklich nicht das Ziel, sagt Candan gegenüber dem Nachrichtenportal zentralplus.ch. Ihm gehe es lediglich darum, die Gesundheit von Mensch und Tier besser zu schützen.

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