Die für die Überwachung des Schweizer Medikamentenmarkts zuständige Behörde ist finanziell unter Druck. Millionenverluste sorgen für Schlagzeilen, und höhere Gebühren für die Medtech-Branche, mit denen das Defizit gedeckt werden soll, für schlechte Stimmung in Bundesbern.
Hintergrund sind ambitionierte IT-Vorhaben der vergangenen Jahre, die massgeblich zum aktuellen Minus beigetragen haben, wie Blick bereits berichtete. Unter dem Projektnamen «TSP» (Transformation Swissmedic-Plattformen) wollte die Behörde mit einer Armada von externen Informatikern eine neue digitale Infrastruktur aufbauen. Glitzer, Glamour und eine eigene IT-Landschaft.
Verantwortliche noch immer im Amt
Das Projekt entwickelte sich jedoch nicht wie geplant. In der Folge musste Swissmedic beim Bund zusätzliche Mittel beantragen – mit Erfolg: Im Mai erhöhte der Bundesrat die Subventionen um 2,7 Millionen auf insgesamt 22 Millionen Franken.
Einige Verantwortliche aus dieser Phase sind weiterhin im Amt. Institutsratspräsident Lukas Bruhin (57) redet intern die Sache schön, flankiert von Vizedirektor Philippe Girard und Infrastrukturchef Daniel Leuenberger. Der frühere Direktor Raimund Bruhin (65) feiert derweil auf Linkedin seine Erfolge («Darauf bin ich echt stolz»).
Defizit von 32 Millionen Franken
Am Freitag präsentierte das Heilmittelinstitut seinen Jahresbericht. Der Befund ist deutlich: Das Defizit, das 2024 noch 24 Millionen Franken betrug, ist 2025 auf 32 Millionen Franken gestiegen. Die Hiobsbotschaft wird in rosarote Watte gepackt: «Das Jahr 2026 wird im Zeichen der Stabilisierung stehen», heisst es. Das Defizit von knapp 32 Millionen Franken soll dabei «als Wendepunkt dienen».
Die Reserven sanken von 91 Millionen auf 59,5 Millionen Franken. Als Hauptgrund nennt Swissmedic unter anderem «Investitionen in die IT». Was nicht falsch ist.
Ob das laufende Jahr tatsächlich den angekündigten Wendepunkt markiert, bleibt offen. Die Eidgenössische Finanzkontrolle wird die Entwicklung ebenfalls prüfen, wie ein Sprecher gegenüber Blick im Mai bestätigte.