Mehrere Massnahmen
So sollen endlich die Medi-Preise sinken

Die Medikamentenkosten in der Schweiz steigen: Nun sollen neue Regeln den Anwuchs stoppen. Der Bundesrat hat heute die Vernehmlassung eröffnet.
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Der Bundesrat um Gesundheitsministerin Elisabeth Baume-Schneider will die Medikamentenpreise senken.
Foto: Keystone

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Schweiz kämpft gegen hohe Medikamentenkosten, Bundesrat plant Änderungen
  • 350 Millionen Franken jährlich durch Mengenrabatte geplant
  • Arzneimittelkosten stiegen auf über 9,2 Milliarden Franken
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Tobias BruggmannRedaktor Politik

Die Schweiz ächzt unter den hohen Gesundheits- und Krankenkassenkosten. Das zeigt eine exklusive Blick-Umfrage. Gefühlt zahlen wir Jahr für Jahr mehr für die Krankenversicherung. Schuld daran sind zu einem grossen Teil die Medikamentenpreise. In den letzten zehn Jahren sind die Kosten von Arzneimitteln zulasten der Krankenkasse stark gestiegen – und liegen nun bei über 9,2 Milliarden Franken. «Dies ist einer der Hauptgründe für den starken Prämienanstieg in der Schweiz», schreibt der Bundesrat um Gesundheitsministerin Elisabeth Baume-Schneider (62, SP) in einer Mitteilung. 

Schon seit längerem basteln die Regierung und das Parlament deshalb an einem Kostendämpfungsprogramm. Ein zweites Paket hat das Parlament 2025 zugestimmt. Nun geht es in die Umsetzung. Der Bundesrat hat deshalb mehrere Verordnungsänderungen in die Vernehmlassung geschickt. «Mit diesen Änderungen sollen der Zugang zu innovativen Therapien gefördert und gleichzeitig die Versorgung mit Arzneimitteln verbessert sowie Einsparungen erzielt werden.»

«Jährlich rund 350 Millionen Franken einzusparen»

Eine Änderung sieht Mengenrabatte auf Arzneimittel mit sehr hohem Umsatz vor. «Das Ziel ist, jährlich rund 350 Millionen Franken einzusparen, ohne die Arzneimittelversorgung zu beeinträchtigen.» Dazu gibt es weitere Anpassungen beim Prozess, wie die Preise festgelegt werden.

Das aktuelle System beruht unter anderem auf einem Preisvergleich mit neun europäischen Ländern. «Nun ist vorgesehen, die Beurteilung der Zweckmässigkeit eines Arzneimittels zu verbessern und bei der Einschätzung des therapeutischen Nutzens sowie beim Medikamentenvergleich verstärkt Expertinnen und Experten einzubeziehen», heisst es. Die Umsetzung dieser Massnahme müsse kostenneutral ausgestaltet sein.

Medikamente, die dringend gebraucht werden, können in einem beschleunigten Verfahren zugelassen werden. Schon am ersten Tag nach der Zulassung legt das Bundesamt für Gesundheit (BAG) den Preis fest. Damit das nicht zu höheren Kosten führt, gibt es einen neuen Mechanismus: Wenn die definitive Zulassung da ist, und der endgültige Preis feststeht, müssen die Differenzen ausgeglichen werden. 

Gleichzeitig will der Bundesrat auch die Versorgungssicherheit der Medikamente erhöhen, wenn diese vom Schweizer Markt genommen werden, weil sie zu wenig rentabel sind. Bei der regelmässigen Überprüfung durch das BAG wird das Kriterium Wirtschaftlichkeit nicht mehr geprüft. «Das bedeutet, dass ihr Preis nicht gesenkt wird.»

Nun beginnt die Vernehmlassung, wo sich alle interessierten Personen zu den Änderungen äussern dürfen. Danach entscheidet der Bundesrat definitiv. 

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