Darum gehts
- Schweiz diskutiert über höhere Mehrwertsteuer, während Lebenshaltungskosten stark steigen
- 75 Prozent bewerten ihre finanzielle Situation als gut, trotzdem ist Sparen schwierig
- 39 Prozent sparen nicht regelmässig, Fixkosten belasten fast alle Haushalte
Im Portemonnaie der Schweizerinnen und Schweizer bleibt immer weniger. Gleichzeitig bringen zwei Bundesräte eine Erhöhung der Mehrwertsteuer ins Spiel: Verteidigungsminister Martin Pfister (62, Mitte) und Innenministerin Elisabeth Baume-Schneider (62, SP). Eine exklusive Umfrage des Forschungsinstituts Sotomo in Zusammenarbeit mit Blick zeigt jedoch: Die Bevölkerung steht neuen finanziellen Belastungen mehrheitlich kritisch gegenüber.
Ein möglicher Grund für die Skepsis liegt auf der Hand: Das Leben ist teurer geworden. Vier von fünf Befragten geben in der Sotomo-Umfrage an, die steigenden Lebenshaltungskosten in den vergangenen zwei Jahren gespürt zu haben.
Gute finanzielle Situation
Trotzdem beurteilen 75 Prozent ihre persönliche finanzielle Situation als «sehr gut» oder «eher gut». Konkret schätzt immerhin rund jeder Sechste seine Lage als «sehr gut» ein.
Angesichts der insgesamt eher positiven Selbsteinschätzung der eigenen finanziellen Lage überrascht, wie wenig Spielraum fürs Sparen bleibt. 39 Prozent geben an, derzeit nicht regelmässig Geld auf die Seite legen zu können. Bei fast ebenso vielen reicht das Einkommen nur knapp für den laufenden Bedarf. Lediglich rund jeder Vierte sagt, problemlos sparen zu können.
Sie haben Mühe, Geld zu sparen
Besonders angespannt scheint die Lage bei den über 55-Jährigen: In dieser Gruppe kann fast die Hälfte nicht regelmässig Geld zur Seite legen. Bei den 36- bis 55-Jährigen gelingt das häufiger. Am wenigsten Schwierigkeiten dabei hat insgesamt die jüngste Altersgruppe zwischen 18 und 35 Jahren.
Wenig überraschend ist das Einkommen der entscheidende Faktor. Mit steigendem Verdienst wächst auch der Spielraum zum Sparen. Besonders markant ist der Effekt ab einem Monatseinkommen von 4000 Franken: In dieser Gruppe halbiert sich der Anteil jener, die gar nichts zur Seite legen können. Gleichzeitig verdreifacht sich – im Vergleich zur tiefsten Einkommensklasse – der Anteil derjenigen, die mühelos sparen können.
Die grössten Sorgen bereiten die klassischen Fixkosten: Nahezu alle Befragten nennen Krankenkassenprämien und Gesundheitsausgaben als Belastung. Dahinter folgen Miete und Wohnen, Steuern und Abgaben sowie Energie- und Stromkosten. Vor diesem Hintergrund ist die Bereitschaft gering, dem Staat über höhere Abgaben zusätzliches Geld zu überlassen.
Die repräsentative Kurzumfrage wurde von Sotomo in Zusammenarbeit mit Blick durchgeführt. Zwischen dem 31. Januar und dem 6. Februar haben 15'153 Personen aus der Deutsch- und Westschweiz teilgenommen. Damit die Stichprobe hinsichtlich zentraler soziodemografischer Merkmale der Bevölkerung entspricht, wurde sie nach Geschlecht, Alter, Bildung, politischer Orientierung und Sprachregion gewichtet. Der Fehlerbereich liegt bei +/– 1,3 Prozentpunkten.
Die repräsentative Kurzumfrage wurde von Sotomo in Zusammenarbeit mit Blick durchgeführt. Zwischen dem 31. Januar und dem 6. Februar haben 15'153 Personen aus der Deutsch- und Westschweiz teilgenommen. Damit die Stichprobe hinsichtlich zentraler soziodemografischer Merkmale der Bevölkerung entspricht, wurde sie nach Geschlecht, Alter, Bildung, politischer Orientierung und Sprachregion gewichtet. Der Fehlerbereich liegt bei +/– 1,3 Prozentpunkten.