Darum gehts
- Genfer Petition fordert höhere Bussen für unerlaubte Fahrten mit Velos und E-Scootern auf Trottoirs
- Die Initiantin warnt vor Angst, Konflikten und Unfällen in Fussgängerzonen, besonders für Schwächere
- Da Bussen Bundessache sind, sollen Stadt und Kanton Genf in Bern eine Erhöhung der Bussen verlangen
Ob mit Velo, Trottinett oder E-Scooter: Durch unerlaubte Trottoir-Fahrten nehmen ihre Lenkerinnen und Lenker immer häufiger Unfälle in Kauf. In den vergangenen Jahren nahm besonders die Anzahl Zusammenstösse zwischen Fussgängern und elektrischen Tretrollern zu.
Besonders in Genf sorgt das nun für Widerstand. Wie die «Tribune de Genève» berichtet, warnt eine Petition davor, dass die Gefährte oftmals mit hoher Geschwindigkeit zwischen Fussgängern hindurch brettern. Dafür sollen Verkehrssünderinnen und -sünder tiefer in die Tasche greifen. Die 40 Franken, die aktuell für ein solches Vergehen anfallen, seien nämlich zu wenig, monieren die Petitionäre. Doch so einfach ist das nicht: Das Bussenregime ist nämlich Sache des Bundes.
Die Schwächsten sind am gefährdetsten
Um die Trottoir-Täter dennoch härter anzupacken, sollen die Genfer Stadtregierung und das Kantonsparlament in Bundesbern auf die Bussenanhebung drängen, so die Forderung. Das scheint auf offene Ohren zu stossen: Bisher haben laut «Tribune de Genève» über 440 Menschen die Petition unterzeichnet, sowohl online als auch auf Papier.
«Velos, E-Fahrzeuge, Trottinetts, Cargo-Bikes und andere Mobilitätsgeräte dringen immer häufiger in Fussgängerzonen ein und verursachen Angst, Konflikte und vermeidbare Unfälle», warnt Leona Godfrey, die Initiantin der Petition, gegenüber der Genfer Zeitung.
Besonders Kinder, Senioren, Rollstuhlfahrer sowie seh- oder hörbehinderte Menschen seien gefährdet. Auch Eltern mit Kinderwagen müssten oft ausweichen.
Keine Anti-Velo-Petition
Neben der höheren Busse will die Petition unter anderem bessere Aufklärungskampagnen, eine klarere Beschilderung zur Trennung der Verkehrsströme sowie gezielte, abschreckende Sanktionen bei gefährlichem Verhalten oder unbefugter Nutzung.
Godfrey betont allerdings, dass die Petition sich weder gegen Velos noch gegen nachhaltige Mobilität richtet. Die Petition fordere bloss, dass Fussgängerzonen sicher, zugänglich und respektiert bleiben.