Claude Longchamp zum Abstimmungskampf
«Jetzt ist entscheidend, wer besser mobilisiert»

Ausgerechnet bei den Polparteien hat die Absicht, an der Abstimmung teilzunehmen, abgenommen. Nun kommt es darauf an, ob die SVP oder die SP besser mobilisiert.
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«Dass ausgerechnet die SVP und die SP schlecht mobilisieren, ist überraschend!», sagt Politologe Claude Longchamp (69).
Foto: Philippe Rossier

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Umfragen zeigen Nein-Trend zur 10-Millionen-Initiative
  • SVP und SP mobilisieren überraschend schlecht laut SRG-Umfrage
  • 52 Prozent gegen Initiative, nur 45 Prozent dafür, 3 Prozent unentschieden
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Simone SteinerBundeshausredaktorin

Der Wind hat gedreht: Nach den neusten Umfragen zeichnet sich bei der 10-Millionen-Initiative ein Nein-Trend ab. Eine Mehrheit von 52 Prozent will die Vorlage der SVP laut der SRG-Umfrage versenken. Nur noch 45 Prozent wollen ein Ja in die Urne legen. Unentschieden sind noch 3 Prozent.

Die Meinungsbildung ist wenige Tage vor der Abstimmung weit fortgeschritten. 87 Prozent der Befragten geben an, bestimmt für oder gegen die Initiative zu sein. Im Podcast Durchblick sagt Politologe Claude Longchamp (69): «Jetzt ist entscheidend, welche Partei besser mobilisiert.»

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Ausgerechnet Polparteien mobilisieren schlecht

Laut der Studie der SRG wollen 54 Prozent ihre Stimme tatsächlich abgeben. Das liegt über dem langjährigen Durchschnitt von 47 Prozent. Überraschend ist aber, dass ausgerechnet bei den Sympathisantinnen und Sympathisanten der SVP und der SP die sichere Teilnahme an der Abstimmung im Vergleich zur ersten Umfrage im April abgenommen hat. Daneben hat auch die FDP Mühe mit der Mobilisierung.

Die Mitte, die Grünliberalen und die Grünen hingegen konnten die Anzahl Personen, die bestimmt zur Urne gehen wollen, im Vergleich zur Umfrage im April deutlich erhöhen.

Abstimmungskampf nicht vorbei

«Dass bei der SVP und SP weniger Personen bestimmt an die Urne gehen wollen, deutet auf eine gewisse Ambivalenz gegenüber der Vorlage und den Antwortmöglichkeiten hin», sagt Longchamp. Entscheidend sei nun, wie stark die Kampagnen die Wählerschaft tatsächlich dazu aufforderten, abstimmen zu gehen. Eine Rolle spiele dabei auch, wie stark die Parteien und Verbände in den Regionen verankert seien.

Bei den Polparteien gibt man sich weiterhin kämpferisch. «Wir lassen uns nicht beirren!», sagt SVP-Fraktionschef Thomas Aeschi (47). SP-Bundesrat Beat Jans (61) habe eine regelrechte Kampagne mit vielen Falschaussagen geführt, sagt er. «Wir werden bis zum letzten Tag dagegenhalten.»

Auch für die Co-Chefin der SP, Mattea Meyer (38), ist der Abstimmungskampf nicht vorbei. «Wir werden um jede einzelne Stimme gegen diese extreme SVP-Initiative kämpfen!», sagt sie. Immer mehr Menschen realisierten, dass es der SVP um den Bruch mit der EU und den Angriff auf den Lohnschutz gehe. Trotz des Nein-Trends in den Umfragen sei die Abstimmung noch nicht gewonnen.

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