Eine feste «Bleibe»
Luzern prüft Schliessfächer für Obdachlose

In der Stadt Luzern fordert ein Postulat Schliessfächer für Obdachlose. Darin sollen die Betroffenen ihre Habseeligkeiten verstauen können. In anderen Städten gibt es das Modell schon.
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Wegen des steigenden Crack-Konsums befürchtet der Luzerner Stadtrat, dass unbetreute Schliessfächer missbraucht werden könnten.
Foto: Philippe Rossier

Darum gehts

  • Luzern plant kostenlose Schliessfächer für Obdachlose
  • Aufsicht wegen Crack-Konsum und Missbrauchsgefahr
  • Obdachlose anfällig für Diebstähle
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Anna Clara KohlerRedaktorin Politik

In der Stadt Luzern soll das Leben auf der Strasse sicherer werden. Ein überparteiliches Postulat von Grünen/Jungen Grünen, SP/Juso und GLP fordert kostenlose Schliessfächer für obdachlose Menschen. Der Luzerner Stadtrat will das Anliegen für erheblich erklären, wie das Onlineportal Zentralplus zuerst berichtete.

Obdachlose müssen ihr gesamtes Hab und Gut ständig mit sich führen. Schlafsack, Wertsachen, Kleidung: Mehr ist es meist nicht. Und doch macht sie das anfällig für Diebstähle und erschwert den Alltag. Wie die Postulantinnen festhalten, werde den Menschen durch das sperrige Gepäck beispielsweise der Zugang zu Orten mit kostenlosem Internet verwehrt.

Unbeaufsichtigte Schliessfächer wären ein Risiko

Sowohl die Luzerner Institution für Sicherheit, Intervention und Prävention als auch die Vereine Jobdach und Tragwerk Luzern bestätigen den Bedarf nach einer solchen festen «Bleibe». Letztere weisen darauf hin, dass ein solches Angebot zentral gelegen sein müsse.

Der Stadtrat betont jedoch, dass die Umsetzung nur unter «institutioneller Einbettung und Betreuung» erfolgen könne. Erfahrungen aus Städten wie Basel, Bern oder Genf würden zeigen, dass eine Aufsicht zwingend sei.

Ein Grund für diese Vorsicht ist die veränderte Situation in der Szene: Laut dem Stadtrat führt der zunehmende Crack-Konsum zu mehr Diebstählen, Beschädigungen und Konflikten. Unbeaufsichtigte Schliessfächer würden das Risiko bergen, dass darin Drogen, Diebesgut oder verderbliche Lebensmittel gelagert würden. Der Stadtrat sei bereit, den Bedarf konkret zu definieren und Standorte sowie Kosten zu prüfen.

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