Darum gehts
- Das Landgut Lohn in Kehrsatz BE wird ab Oktober 2026 renoviert
- Die Sanierung kostet 9 Millionen und dauert bis Mitte 2029
- Energieeffizienz und neue Räume wie ein Bankettsaal im Fokus der Arbeiten
Diese Mauern haben Weltgeschichte gehört: Ob Winston Churchill (1874–1965), François Mitterrand (1916–1996), Fidel Castro (1926–2016), Helmut Kohl (1930–2017), der Papst oder der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski (46) – sie alle empfing der Bundesrat auf dem Landgut Lohn in Kehrsatz BE. Es ist das Gästehaus des Bundesrates, eine prächtige Villa im frühklassizistischen Stil. Dazu gehört auch ein grosser Garten mit Springbrunnen.
Jetzt wird das Hauptgebäude renoviert. Das Bundesamt für Bauten und Logistik (BBL) hat bei der Gemeinde Kehrsatz dazu ein Baugesuch eingereicht, wie der Bund am Donnerstag mitteilte. Von Oktober 2026 bis Mitte 2029 kann das Landgut Lohn wegen der Arbeiten nicht genutzt werden. Die Kosten dürften bei neun Millionen Franken liegen.
Hauptgebäude wird besser isoliert
Das Hauptgebäude bleibt äusserlich bestehen. Innen soll die historische Substanz behutsam renoviert werden. «Der Schwerpunkt der Sanierung liegt in der energetischen Erneuerung», hält der Bund fest. Die bestehende fossile Wärmeversorgung wird durch einen Anschluss an die Fernwärme ersetzt. Das Dach wird gedämmt und die Fensterscheiben erhalten Wärmeschutzverglasungen. Zudem wird ein Lift eingebaut, der alle relevanten Geschosse erschliesst. Das Hauptgebäude ist laut Bund vor 65 Jahren das letzte Mal saniert worden.
Grössere Umbauten sollte es gemäss dem ursprünglichen Architekturprojekt eigentlich beim Nebengebäude geben, der sogenannten Dependance. Der Sockel soll dort ausgebaut und erweitert werden – mit neuem Speise- und Bankettsaal sowie einem Mehrzwecksaal für Medienkonferenzen. Bislang brauchte es dafür jeweils ein zusätzliches Festzelt mit Beleuchtung, Heizung, Kühlung und Lüftung. Vor der Dependance soll auch eine Terrasse entstehen. Sie öffnet den Blick über das Belpmoos bis hin zu den Alpen.
Doch der Umbau der Dependance liegt aus Spargründen vorerst auf Eis, wie das BBL auf Anfrage von Blick sagt. Wann die zweite Etappe angegangen wird, ist noch offen. «Der frühestmögliche Termin wäre nach Abschluss der ersten Etappe», so der Bund.