Desaster in Winterthur
Kirche saniert – jetzt versteht man den Pfarrer nicht mehr

Nach einer 4,5 Millionen Franken teuren Sanierung versteht in der Winterthurer Kirche St. Laurentius kaum jemand die Predigt. Die fehlerhafte Akustik sorgt für Frust – ein Gutachten soll die Ursache klären.
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In Winterthur sorgt eine Kirche für Aufregung.
Foto: Sven Thomann

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Winterthur: Kirche St. Laurentius leidet seit Sanierung unter Akustik-Problemen
  • Investitionen von 4,5 Millionen Franken verschlechterten den Klang, Gottesdienste nun in der Krypta
  • Haftungsfrage 2026 geklärt, zweimonatiger Umbau geplant zur Fehlerbehebung
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Joschka SchaffnerRedaktor Politik

In Winterthur ZH sorgt ein akustisches Desaster für mächtig Ärger! In der frisch sanierten Kirche St. Laurentius im Stadtkreis Wülflingen müssen die Besucherinnen und Besucher des Gottesdienstes nämlich ihre Ohren neuerdings etwas gar fest spitzen. Während Chor und Orgel im renovierten Gotteshaus in voller Pracht erklingen, geht die Predigt des Pfarrers im Nachhall unter.

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Wie der «Tages-Anzeiger» berichtet, können viele Gläubige dem gesprochenen Wort kaum mehr folgen. Der 4,5 Millionen Franken teure Umbau, der letztes Jahr abgeschlossen wurde, hat den Klang im Innern der 1959 erbauten katholischen Kirche massiv verschlimmert.

Wer haftet für den Schlamassel?

«Die Sprechakustik im Kirchenraum ist bedeutend schlechter als vor dem Umbau», sagt Elisabeth Leemann, Sprecherin der katholischen Kirche Winterthur, gegenüber der Zeitung. Besonders betroffen sei die sanierte Decke, die das ohnehin schon anspruchsvolle akustische Profil der Kirche – geprägt von zwei unregelmässigen Ovalen, Backsteinwänden und einem harten Boden – weiter verschlechtert habe. Zudem seien an der Decke noch Spuren der Bauarbeiten sichtbar.

Die Kirchgemeinde hat nun ein Gutachten in Auftrag gegeben, um die Ursache der Probleme zu ermitteln und die Verantwortlichen zu identifizieren. «Wir prüfen juristisch, wo die Ursachen liegen, wie die Decke korrigiert werden kann und wie die Haftung geregelt ist», so Leemann. Architekten, Bauleiter, Gipsergeschäft, Akustikfirma und Versicherungen würden mit zwei Gutachtern zusammenarbeiten, um die Sachlage zu klären.

Kirchenschiff vorläufig geschlossen

Trotz der offensichtlichen Mängel hat die Kirchgemeinde die Sanierungskosten von 4,5 Millionen Franken an ihrer letzten Versammlung genehmigt. Warum, obwohl die Probleme noch nicht behoben sind? «Es ist davon auszugehen, dass die Kosten nicht der Kirchgemeinde angelastet werden», sagt Regula Mayer, Architektin und Leiterin des Bauausschusses.

Die Haftungsfrage soll noch 2026 geklärt werden. Danach ist ein zweimonatiger Umbau geplant, um die Mängel zu beheben. Bis dahin bleibt das Kirchenschiff geschlossen. Die Gottesdienste finden vorübergehend in der Krypta im Untergeschoss statt. Dort sei die Akustik seit der Sanierung tadellos, so die Gemeinde.

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