Demokraten befürchten Nachteil
Repräsentantenhaus stimmt für strengere Regeln bei US-Wahlen

Ein neuer US-Gesetzesentwurf verlangt strengere Nachweise bei der Wählerregistrierung. Kritiker sehen darin einen Versuch der Republikaner, demokratische Wähler zu benachteiligen. Der Entwurf muss noch den Senat passieren.
Kommentieren
1/4
Im Herbst gibt es in den USA Zwischenwahlen.
Foto: J. Scott Applewhite

Darum gehts

  • US-Repräsentantenhaus stimmt für schärfere Regeln bei Wählerregistrierung
  • Kritiker sehen gezielte Benachteiligung demokratischer Wähler durch Ausweispflicht
  • In 36 von 50 Bundesstaaten ist ein Ausweis bereits vorgeschrieben
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
KEYSTONE-SDA_Quadrat_pos.jpg
Keystone-SDADie Schweizer Nachrichtenagentur

Ein von den Republikanern eingebrachter Gesetzesentwurf für verschärfte Regeln bei der Wählerregistrierung in den Vereinigten Staaten hat eine erste Hürde genommen.

Eine knappe Mehrheit im US-Repräsentantenhaus stimmte dafür, dass Bürgerinnen und Bürger bei der Registrierung für die Stimmabgabe Dokumente einreichen müssen, die ihre US-Staatsbürgerschaft belegen. Der Senat muss dem von Präsident Donald Trump unterstützten Entwurf als zweite Parlamentskammer noch zustimmen, die Erfolgsaussichten des umstrittenen Vorhabens gelten als ungewiss.

Demokraten befürchten Benachteiligung

Entgegen eines früheren, ebenfalls von Republikanern eingebrachten Gesetzesentwurfes soll bei Bundeswahlen wie der bevorstehenden Kongresswahl im November nun auch ein Ausweis vorgelegt werden. 

Neu ist auch, dass sowohl beim Antrag auf Briefwahl als auch bei der Abgabe des Briefwahlzettels eine Kopie des Ausweisdokuments beigefügt werden soll. Während Trump die geplanten Änderungen damit begründet, angeblichen Wahlbetrug verhindern zu wollen, vermuten Kritiker als Motiv eher eine gezielte Benachteiligung der demokratischen Wählerklientel.

In 36 Bundesstaaten bereits Pflicht

Anders als in Deutschland gibt es in den USA keine einheitlichen Regeln, wie Wählerinnen und Wähler bei der Stimmabgabe vor Ort identifiziert werden – die Bundesstaaten entscheiden weitgehend eigenständig und zählen die Stimmen selbst aus, um eine Einmischung seitens der Bundesbehörden zu verhindern. Dieses Recht ist ihnen per Verfassung zugesichert.

Nach Angaben der überparteilichen Organisation National Conference of State Legislatures (NCSL) müssen Bürger in 36 der 50 Bundesstaaten einen Ausweis präsentieren – in den übrigen, mehrheitlich demokratisch regierten Bundesstaaten gibt es keine derartige Pflicht. Stattdessen genügt oftmals der Abgleich von Unterschriften.

Was sagst du dazu?
Heiss diskutiert
    Meistgelesen