Darum gehts
- Fedpol deckt 2024 internationales Drogennetzwerk auf, zentrale Figur in Zürich festgenommen
- 55 Kilo Haschisch und 200'000 Franken bei Hausdurchsuchung beschlagnahmt
- Netzwerk lieferte Drogen für Schweiz und Deutschland, zehn Mitglieder verhaftet
Im Frühling 2024 erhält das Bundesamt für Polizei (Fedpol) den entscheidenden Hinweis. Die französischen Kollegen sind einem kriminellen Netzwerk auf der Spur. Es wird verdächtigt, via Schiffscontainer grosse Drogenmengen nach Europa zu bringen.
Kokain aus Südamerika und Haschisch aus Marokko werden über spanische Häfen in die Schweiz geschleust und hier verteilt. Im Zentrum des Falls steht Frank (30), ein zentraler Mittelsmann. Der Name ist erfunden, die Ereignisse haben so stattgefunden. Sie werden im neuen Jahresbericht 2025 des Fedpol beschrieben (siehe Box).
55 Kilo Haschisch, neun Kilo Marihuana und 200'000 Franken
Eine erste Observation bestätigt Franks Machenschaften im August 2024. Dabei wird ein kurzes Treffen mit Richard beobachtet, einem deutschen Staatsangehörigen, der schon bald den Beweis erbringen wird, dass die Aktivitäten des Netzwerks nicht an der Landesgrenze Halt machen, sondern bis nach Süddeutschland reichen.
Bald können weitere Treffen zwischen verschiedenen Beteiligten bestätigt werden. Im Raum Zürich werden mehrere Adressen identifiziert, ebenso ein oder zwei potenzielle Drogenlagerorte. Lieferungen von Cannabis und Kokain werden beobachtet.
Ende November 2024 wird in Zürich ein Kunde von Frank verhaftet. Die Polizei stellt dabei über ein Kilo Haschisch sicher. Die Hausdurchsuchung an seinem Wohnort fördert knapp 55 Kilo Haschisch, neun Kilo Marihuana und rund 200'000 Franken Bargeld zutage.
Dann schnappt die Falle zu
Nur fünf Tage später werden bei einer Kontrolle an der Grenze zwischen Österreich und Deutschland in einem Fahrzeug 1,2 Kilogramm Kokain sichergestellt. Auch dieser Transport steht im Zusammenhang mit den beobachteten Akteuren. Mittlerweile haben die Behörden in Frankreich, Deutschland, Spanien und der Schweiz ein genaues Bild des Netzwerks.
Die organisierte Kriminalität nutze die Schweiz zunehmend als Transit- und Zielland für ihre Geschäfte. Das schreibt das Bundesamt für Polizei (Fedpol) in seinem am Donnerstag veröffentlichten Jahresbericht 2025. Viele von den Hunderten in der EU beobachteten kriminellen Netzwerken seien auch hier aktiv.
Aufgezählt werden etwa Menschenhandel, Geldwäscherei oder Cyberkriminalität. Gemäss der EU-Polizeibehörde Europol sind über 800 kriminelle Netzwerke europaweit aktiv. Sie alle seien auf einzelne Felder spezialisiert, etwa Drogen- und Menschenhandel oder illegales Glücksspiel.
Daneben beschäftigte die Terrorismusgefahr das Fedpol. So wurden 2025 vier Mal mehr Einreiseverbote ausgesprochen als noch 2024.
Zentral sei die nationale und internationale Zusammenarbeit, betont das fedpol. Tausende Fahndungstreffer im Schengener Informationssystem, mehrere Hundert Einreiseverbote sowie über 20'000 Verdachtsmeldungen würden das belegen.
Die organisierte Kriminalität nutze die Schweiz zunehmend als Transit- und Zielland für ihre Geschäfte. Das schreibt das Bundesamt für Polizei (Fedpol) in seinem am Donnerstag veröffentlichten Jahresbericht 2025. Viele von den Hunderten in der EU beobachteten kriminellen Netzwerken seien auch hier aktiv.
Aufgezählt werden etwa Menschenhandel, Geldwäscherei oder Cyberkriminalität. Gemäss der EU-Polizeibehörde Europol sind über 800 kriminelle Netzwerke europaweit aktiv. Sie alle seien auf einzelne Felder spezialisiert, etwa Drogen- und Menschenhandel oder illegales Glücksspiel.
Daneben beschäftigte die Terrorismusgefahr das Fedpol. So wurden 2025 vier Mal mehr Einreiseverbote ausgesprochen als noch 2024.
Zentral sei die nationale und internationale Zusammenarbeit, betont das fedpol. Tausende Fahndungstreffer im Schengener Informationssystem, mehrere Hundert Einreiseverbote sowie über 20'000 Verdachtsmeldungen würden das belegen.
Nun machen die Behörden ernst. Es kommt zu Festnahmen. Im Februar 2025 treffen in Lyon rund zehn Kilo Kokain ein. Kurz darauf verhaften die Franzosen Frank. Wenige Stunden später wird Richard in Deutschland festgenommen. In den folgenden Wochen werden weitere Mitglieder des Netzwerks verhaftet.
In seinem Bericht lobt das Fedpol die internationale Zusammenarbeit, aber auch jene mit den betroffenen Kantonen. Nur so habe ein Netzwerk entlarvt werden können, das sich hauptsächlich in Spanien mit Ware eindeckte, die Drogen anschliessend in der Nähe von Lyon lagerte und einen Teil davon in die Schweiz weitertransportierte.
Von hier aus wurde mit einem Teil dieser Ware der lokale Markt versorgt und mit dem Rest der deutsche Markt beliefert. Frank organisierte den Transport, die Lagerung, die Verteilung, die Geldabholung – bei ihm liefen alle Fäden zusammen. «Zumindest bis der Strippenzieher selbst hinter schwedische Gardinen wanderte», kommentiert das Bundesamt – mit einem Hauch Stolz.