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«Reglement sollte bekannt sein»:Ueli Schmezer wird für Plakat gerügt

Erste Entscheidung gefallen
Nationalrat lehnt SRG-Halbierungsinitiative ab

Mit ihren Sparplänen will die SRG guten Willen beweisen. Sie macht aber vor allem ihre bisherigen Unterstützer hässig – und das ausgerechnet jetzt, wo im Nationalrat über eine Gebührensenkung debattiert wird. Blick berichtet live aus dem Bundeshaus.
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Während der SRG-Debatte hält SP-Nationalrat Ueli Schmezer ein Plakat hoch – und wird dafür gerüffelt.
Foto: RMS

Darum gehts

  • SRF verärgert Kulturschaffende mit Fehlern und Programmkürzungen
  • SRG-Initiative zur Senkung der Serafe-Gebühren wird im Nationalrat debattiert
  • Bundesrat plant Senkung von 335 auf 300 Franken

Gerade bei Kulturschaffenden sorgt SRF derzeit für Ärger. Sie sind aufgebracht über die Absetzung der Sendung «G&G – Gesichter und Geschichten», die ihnen bisher eine der wenigen TV-Plattformen bietet. Konsterniert zeigen sich auch die geschassten Moderatoren Jennifer Bosshard (31) und Michel Birri (38), die ihren Frust in einem Podcast verarbeiten.

Das Schweizer Fernsehen macht sich im Moment nicht viele Freunde – gerade in linken Kreisen, die bisher treu zu ihm standen. Und das ausgerechnet jetzt, wo der Nationalrat die Debatte über die von SVP-Kreisen lancierte SRG-Initiative startet.

Sparbemühungen machen auch Unterstützer hässig

Unverständnis hat auch die Absetzung von «Zivadiliring» ausgelöst, immerhin jahrelang einer der erfolgreichsten Podcasts im Land. Nach ausverkauften Clubtouren und einem bevorstehenden Mega-Auftritt im Zürcher Hallenstadion ist nun Schluss mit dem Frauen-Talk. Aber auch bei Sportfreunden sorgte SRF erst gerade für Ernüchterung. Bei der Übertragung des Hockey-WM-Finals mit Schweizer Beteiligung am Sonntagabend sei es nicht aus den Startlöchern gekommen, kritisierte Blick.

Dabei sollte die SRG gerade jetzt um Unterstützer bemüht sein. Für sie geht es ums Ganze, wenn das Parlament die Halbierungs-Initiative debattiert. Diese will die Gebühren für Radio und Fernsehen von heute 335 auf 200 Franken senken. Für die SRG-Spitze um Generaldirektorin Susanne Wille (51) ein Horrorszenario!

Zwar lehnt die zuständige Kommission die Initiative mit klarem Mehr ab. Nachdem zwei Vorschläge für einen indirekten Gegenvorschlag in der zuständigen Ständeratskommission abgelehnt worden sind, will nun auch die Mehrheit der Nationalratskommission keinen Gegenvorschlag mehr.

Federn lassen aber muss die SRG sowieso. Denn der Bundesrat um Medienminister Albert Rösti (57) plant, die Empfangsgebühren von heute 335 auf noch 300 Franken pro Jahr zu senken. Unternehmen will er von der Abgabepflicht gleich ganz befreien. Gerade aus der eigenen Partei argwöhnen viele, dass der SVP-Bundesrat der Halbierungs-Initiative damit den Wind aus den Segeln nehmen will.

Bisheriges Engagement könnte fehlen

Um den SRG-Kritikern ihren guten Willen unter Beweis zu stellen, kündigt die Konzernspitze seit Monaten ein Sparpaket nach dem anderen an – und stösst damit wiederum bisherige Unterstützer vor den Kopf. So kam es etwa Ende Februar in Basel zur Protestaktion gegen die Abschaffung des «Wissenschaftsmagazins» und Kürzungen beim Kulturjournalismus auf Radio SRF 2. Und mit der Umstellung von UKW auf DAB+ verlor SRF gerade viele ältere Radiohörer.

Die Sparbemühungen aber kommen nicht einmal bei SRF-Kritikern gut an. Nachdem die SRG angekündigt hatte, sogar «Tagesschau»-Ausgaben zu streichen und das Angebot der Regionaljournale zu reduzieren, zeigte sich auch SVP-Nationalrat Gregor Rutz (52) skeptisch: «Ich verstehe nicht, weshalb beim Kernauftrag abgebaut wird.» SRF macht mit seinen Sparplänen alle hässig.

Nach der Ankündigung, der Sendung «G&G» Ende Juni den Stecker zu ziehen, verwiesen empörte Kulturschaffende darauf, dass ihre Branche 2018 gegen die No-Billag-Vorlage eine wirksame Kampagne aufgezogen habe. Ein vergleichbares Engagement dürfe man gegen die Halbierungs-Initiative nicht erwarten. Zu gross sei die Enttäuschung über die SRG. In noch mehr Fettnäpfchen sollte diese nun nicht mehr treten.

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