Darum gehts
- In der «Arena» debattierten Gäste über die Mobilität
- Links will mehr ÖV, Bürgerliche wollen mehr Strasse
- SP-Roth wirft SVP-Schnyder Glarner Eigennutz vor; der pochte auf Erhalt
In der SRF-«Arena» wurde diesmal über die Zukunft der Mobilität in der Schweiz debattiert. Der Luzerner SP-Nationalrat David Roth (41) und die VCS-Präsidentin Jelena Filipovic (34) fordern dabei konsequentere Investitionen in den öffentlichen Verkehr. Peter Grünenfelder (59), der Präsident von Auto-Schweiz, und der Glarner SVP-Nationalrat Markus Schnyder (37) plädieren dafür, die Strasse nicht zu vernachlässigen.
Über weite Teile der Sendung werden brav die Argumente ausgetauscht. Erst als Schnyder zum wiederholten Mal vor unwirtschaftlichen Bahnstrecken und höheren Ticketpreisen warnt, platzt Roth der Kragen. Dabei geht auch direkt das «Arena»-übliche Siezen vergessen: «Markus, in einer unserer ersten Verkehrskommissionssitzungen hast du mit Vehemenz für ein Bahnprojekt in Glarus gekämpft», adressiert Roth seinen Ratskollegen.
Roth erklärt, dass er Schnyder damals unterstützt habe, weil ihm eine gute Verbindung von Glarus in den Rest der Schweiz wichtig sei, dies gelte aber auch für andere Regionen. Deshalb wirft er Schnyder vor: «Nur weil es gerade die Heimat betrifft, für die Bahn zu kämpfen, und wenn es um andere geht, diese im Stich zu lassen, ist nicht die feine Art.»
SVP Schnyder rechtfertigt sich
Schnyder rechtfertigt sich, dass es damals um eine bestehende Direktverbindung gegangen sei, die man habe absetzen wollen. Nun gehe es jedoch um einen massiven Ausbau des öffentlichen Verkehrs – und dieser rentiere nur in den grossen Städten oder zwischen den grossen Städten.
Bei einem Ausbau bräuchte es noch mehr zusätzliche Massnahmen, um die Finanzierung davon sicherzustellen. Zu der Situation in seinem Heimatkanton sagt Schnyder anschliessend: «Wir haben heute eine Direktverbindung nach Zürich und Rapperswil, das ist sehr begrüssenswert. Diese wollte man uns wegnehmen, und da haben wir uns natürlich zu Recht dagegen gewehrt.»