Arbeitslosengeld später bezahlt
«Betroffene der IT-Panne müssen finanziell entschädigt werden»

Das Informatik-Debakel beim Bund sorgte dafür, dass Hunderte Arbeitslose in der Schweiz ihr Geld verspätet bekamen. SP-Nationalrat Islam Alijaj will nun, dass die Betroffenen entschädigt werden.
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SP-Nationalrat Islam Alijaj will die Betroffenen des IT-Debakels entschädigen.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • IT-Panne beim Seco verzögerte Arbeitslosengelder, viele Betroffene in Notlage
  • SP-Nationalrat fordert Entschädigung, Verzugszinsen und Klärung durch den Bundesrat
  • Bis 3. März 2026 wurden 1,013 Milliarden Franken oder 99,2 Prozent, ausbezahlt
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Tobias BruggmannRedaktor Politik

Es war ein schlimmer Start ins neue Jahr für viele Arbeitslose: Wegen eines IT-Fiaskos beim Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) konnten die Arbeitslosengelder nicht wie üblich ausbezahlt werden. Es kam zu grossen Verspätungen. Ein Problem für alle jene, die eh nicht viel haben. «Es ist eine Katastrophe. Die Situation ist sehr prekär», sagte Muriel M.* (41) gegenüber Blick. «Mein Bankkonto ist bereits im Minus. Wie soll ich all die anstehenden Rechnungen bezahlen?»

Das ärgert auch SP-Nationalrat Islam Alijaj (39). «Die Betroffenen der IT-Panne müssen finanziell entschädigt werden», fordert er. «Während die Leute auf ihr Geld warten mussten, wurden möglicherweise Mahngebühren von ihnen gefordert. Da ist es nur fair, wenn sie mehr Geld bekommen.» 

Grossteil wurde schon bezahlt

Wie viel Geld es geben soll, lässt er offen. Alijaj spricht aber von «Verzugszinsen». Er hat nun eine Frage an den Bundesrat eingereicht, die Wirtschaftsminister Guy Parmelin (66, SVP) am Montag während der Session beantworten wird. «Je nachdem, was er sagt, werde ich einen Vorstoss einreichen», kündigt Alijaj an.

So oder so: Die Chancen für Alijajs Vorschlag dürften klein sein. Die Arbeitslosenkassen haben rein rechtlich viel Zeit, um die Auszahlung auszulösen. Gelder könnten demnach bis Ende des Folgemonats ausbezahlt werden. Doch bisher hatte man das jeweils früher gemacht. Viele Betroffene hatten sich darauf eingestellt, was nach dem IT-Debakel zu den Problemen führte. 

Schon am Montag musste sich der Bundesrat im Rahmen der Fragestunde im Nationalrat zu den IT-Problemen beim Seco äussern. «Von den Verzögerungen sind insbesondere Personen betroffen, die sich neu bei der Arbeitslosenversicherung angemeldet haben», sagte Parmelin. Doch er hat auch gute Nachrichten – in der Form von Zahlen: «Bis zum 3. März 2026 wurden seit der Migration rund 1,013 Milliarden Franken ausbezahlt, was schätzungsweise 99,2 Prozent der bis zu diesem Zeitpunkt fälligen Zahlungen entspricht.»

* Name bekannt 

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