Nach IT-Panne
Sicherheitspersonal schützt Arbeitslosenkassen

Schweizweit kämpfen die Arbeitslosenkassen mit den Folgen einer IT-Panne. Die Auszahlungen an Arbeitslose verzögern sich. Für Angestellte wurden deshalb Sicherheitsmassnahmen getroffen.
Kommentieren
1/5
Wegen einer IT-Panne erhalten rund 140’000 Arbeitslose ihre Taggelder verspätet. Viele bangen um ihre Existenz.
Foto: Keystone

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Seit Januar erhalten 140'000 Arbeitslose Taggelder verspätet wegen IT-Problemen
  • Sicherheitskräfte in Wallis wegen Sorge vor emotionalen Reaktionen im Einsatz
  • Seco: Technische Störungen behoben, System erreicht gewünschte Geschwindigkeit noch nicht
War diese Zusammenfassung hilfreich?
Externe Inhalte
Möchtest du diesen ergänzenden Inhalt (Tweet, Instagram etc.) sehen? Falls du damit einverstanden bist, dass Cookies gesetzt und dadurch Daten an externe Anbieter übermittelt werden, kannst du alle Cookies zulassen und externe Inhalte direkt anzeigen lassen.
RMS_Portrait_AUTOR_398.JPG
Daniel BallmerRedaktor Politik

Es ist ein Debakel. Und es trifft ausgerechnet die sozial Schwächsten. Nach über zehn Jahren Entwicklung hat die Schweizer Arbeitslosenversicherung Anfang Jahr ein neues IT-System eingeführt. Es soll die Effizienz steigern bei der Abwicklung und Auszahlung von Leistungen und gleichzeitig Fehlerquoten reduzieren. Passiert ist das Gegenteil.

Wegen der IT-Panne erhalten rund 140’000 Arbeitslose ihre Taggelder verspätet. Viele bangen um ihre Existenz. Auch bei den Arbeitslosenkassen herrscht offenbar Ausnahmezustand: Im Wallis stünden bei den Gewerkschaften Syna, Unia und an allen Standorten der öffentlichen Arbeitslosenkassen Sicherheitskräfte im Einsatz, berichtet der «Walliser Bote». Aus Sorge vor emotionalen Reaktionen Betroffener.

Direkter Kundenkontakt wird minimiert

Damit sich Mitarbeitende auf Dossiers und Auszahlungen konzentrieren könnten, seien die Schalteröffnungszeiten deutlich reduziert. Der Telefondienst sei eingestellt. Arbeitslose könnten ihre Anliegen nur noch per Post einreichen, Dokumente online übermitteln. Der direkte Kundenkontakt werde minimiert – aus Angst vor Übergriffen.

Auch bei der Gewerkschaft Syna sei die Situation angespannt. Bis heute aber habe es keine bedrohliche Situation gegeben. Weder Polizeieinsätze noch Anzeigen oder Hausverbote seien nötig gewesen. Beim Securitas-Einsatz handle es sich um eine präventive Massnahme, um mögliche Risiken für Mitarbeitende zu reduzieren. Das Sicherheitspersonal diene auch bei den öffentlichen Kassen vorab dazu, den Andrang an den Schaltern zu koordinieren, damit sich die Mitarbeitenden auf ihre Arbeit konzentrieren könnten.

«Verstärkte Häufung emotionaler Reaktionen»

Das zuständige Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) arbeite ständig daran, die IT-Probleme zu beheben. Noch aber bestünden weiterhin Rückstände, die zu verzögerten Auszahlungen führten. «Angesichts der aktuellen Situation ist eine verstärkte Häufung emotionaler Reaktionen seitens der versicherten Personen bemerkbar», wird die Syna Oberwallis zitiert.

Laut Seco sind die technischen Störungen mittlerweile behoben. Das System habe aber noch nicht die gewünschte Geschwindigkeit erreicht. Verbesserungen würden in den kommenden Monaten fortgesetzt.

Wie die Kantonsbehörde zitiert wird, könnten Personen mit Existenzängsten einen Antrag auf Sozialhilfe stellen. Allerdings dauere die Bearbeitung eines solchen Antrags bis zu 30 Tagen. Bis dahin dürften viele Betroffene ihre Arbeitslosenentschädigung bereits erhalten haben. Für viele Arbeitslose bleibe deshalb eigentlich nur eines: abwarten.

Was sagst du dazu?
Heiss diskutiert
    Meistgelesen