Für Schwager Silberschmidt
Zuger Familienimperium steigt in den Kampf um die AHV-Finanzierung

Die FDP kämpft gegen die Finanzierung der 13. AHV-Rente. Unter ihren Spendern taucht neuerdings eine Zuger Holdinggesellschaft auf. Dahinter steckt die milliardenschwere Schwiegerfamilie von FDP-Nationalrat Andri Silberschmidt.
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Am 29. November geht es um die Finanzierung der 13. AHV-Rente.
Foto: Gaetan Bally

Darum gehts

  • Die FDP setzt knapp 890’000 Franken gegen eine höhere Mehrwertsteuer zur 13. AHV-Rente ein
  • Die Buru Holding der Familie Buhofer spendet 25’000 Franken, erstmals öffentlich registriert
  • Buhofer-Tochter Andrea sitzt im Verwaltungsrat und ist mit FDP-Nationalrat Silberschmidt verheiratet
Joschka Schaffner Ringier
Joschka SchaffnerRedaktor Politik

Knapp 890’000 Franken lässt sich allein die FDP den Kampf gegen die Finanzierung der 13. AHV-Rente kosten. Um abzuwenden, dass die Mehrwertsteuer erhöht wird, darf die Partei auch auf grosszügige Unterstützung aus der Privatwirtschaft zählen. So spenden etwa die Zürcher Handelskammer, Auto-Schweiz, der Industrieverband Swissmem oder Versicherungsgigant Swiss Life fünfstellige Beträge ins Kampagnenkässeli. So steht es im Melderegister der Eidgenössischen Finanzkontrolle (EFK).

Neben den zahlreichen bekannten Namen findet sich in der Liste auch ein eher unscheinbarer Beitrag – jedenfalls auf den ersten Blick. Die Zuger Buru Holding unterstützt die Freisinnigen mit 25’000 Franken. Das ist gleich mehrfach aussergewöhnlich: Es ist nicht nur die erste öffentlich gewordene Politikspende der milliardenschweren Investorenfamilie um Patron Philipp Buhofer (67). Sie fliesst zudem ausgerechnet in die Paradedisziplin von dessen Schwiegersohn. Ein Zufall?

Grossaktionär Buhofer

Dabei scheint der Zustupf schon fast bescheiden: Rund 1,8 Milliarden Franken beträgt das Vermögen der Buhofers. Im «Bilanz»-Ranking der reichsten Schweizerinnen und Schweizer landeten sie damit vergangenes Jahr auf Platz 113. Die Familienholding unter Präsident Philipp Buhofer ist etwa grösste Einzelaktionärin des Bauriesen Implenia und der Immobiliengesellschaft Cham Swiss Properties.

In der Politik zeigt sich der Unternehmer jedoch zurückhaltend. Im Register der EFK, das Spenden über 15’000 Franken offenlegt, tauchte er bisher nicht auf. Und auf öffentliche Auftritte zu politischen Themen scheint er ebenfalls zu verzichten. Weshalb bricht Buhofer nun plötzlich bei einer Abstimmung über eine einfache Mehrwertsteuererhöhung damit?

Leidenschaft tönt anders

Eine Blick-Anfrage bringt wenig Licht ins Dunkel. Mit Argumenten bringen sich Buhofers vorerst nicht ein. Zwar bestätigt die Familie, die Spende getätigt zu haben – so wie es das Bundesregister sowieso bereits aufzeigte. «Wir nehmen aber keine Stellung dazu», teilt die Assistentin von Philipp Buhofer mit. Ein leidenschaftlicher Einsatz gegen die AHV-Finanzierung, die den Standardsatz der Mehrwertsteuer um 0,4 Prozentpunkte erhöhen würde, tönt anders.

Etwas mehr Aufschluss gibt der Stammbaum: Tochter Andrea Buhofer (32), die ebenfalls im Verwaltungsrat der Familienholding sitzt, sucht nämlich durchaus die Nähe zur Politik. Seit drei Jahren ist sie mit FDP-Nationalrat Andri Silberschmidt (32) verheiratet. Die Altersvorsorge gilt beim Zürcher Regierungsratskandidaten als Spezialgebiet, noch im Juni trat er deswegen in der SRF-«Arena» an.

Aktuell überlässt Silberschmidt die Bühne jedoch anderen Parteimitgliedern – etwa dem Präsidium, bestehend aus Susanne Vincenz-Stauffacher (59) und Benjamin Mühlemann (47) – und scheint sich vorwiegend auf die anstehenden Zürcher Wahlen zu fokussieren. Überzeugte er im Hintergrund dennoch seine Schwiegerfamilie für einen Freundschaftsdienst? Eine Anfrage an den Buhofer-Schwiegersohn blieb bislang ohne Antwort.

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