Abzock-System in Solothurner Spitälern
Jetzt sägt sogar die eigene Partei am Stuhl von FDP-Urgestein Fluri

Der ehemalige CEO der Solothurner Spitäler, Martin Häusermann, kassierte jahrelang hohe Extrazahlungen, während die Spitäler Verluste einfuhren. Nun steht auch Verwaltungsratschef Kurt Fluri unter Beschuss – sogar aus der eigenen FDP.
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Profiteur des Systems: Ex-CEO Martin Häusermann kassierte bei der Solothurner Spitäler AG über Jahre unzulässige Zusatzleistungen.
Foto: Keystone

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Solothurner Spital-Skandal: Ex-CEO Martin Häusermann kassierte jahrelang unrechtmässige Vergütungen
  • FDP-intern Kritik an Verwaltungsratschef Kurt Fluri
  • Untersuchungsberichte zeigten massive strukturelle Mängel
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Tobias BruggmannRedaktor Politik

Während die Solothurner Spitäler AG (SOH) hohe Verluste schrieb, profitierte deren Ex-CEO Martin Häusermann (66) von Extrabatzen. Neue Untersuchungsberichte brachten ans Licht: Häusermann kassierte jahrelang zu viel. Auch andere Mitarbeitende profitierten von einem Vergütungsmodell, das teils gegen das Gesetz verstiess und an den entscheidenden politischen Stellen vorbei aufgebaut wurde (Blick berichtete). 

Spitäler-Verwaltungsratschef Kurt Fluri (70) – Ex-FDP-Nationalrat – muss sich unangenehme Fragen gefallen lassen. Jetzt bekommt er sogar Gegenwind aus der eigenen Partei.

«Spitze umgehend auszuwechseln»

FDP-Solothurn-Präsidentin Sabrina Weisskopf (36) bezweifelt, dass die Forderungen der Geschäftsprüfungskommission vollumfänglich umgesetzt werden. Die Schwachstellen in der Führung seien «nicht länger akzeptabel», sagt sie gegenüber der «Solothurner Zeitung». 

«Wir fordern den Regierungsrat deshalb auf, die Spitze des SOH-Verwaltungsrats umgehend auszuwechseln.» Fluris Namen nennt sie nicht, doch dieser ist seit 2022 Verwaltungsratspräsident und beim Solothurner Freisinn eine wichtige Figur. 20 Jahre lang sass er für sie im Nationalrat und war über 25 Jahre lang Stadtpräsident von Solothurn. 

Bereits nachdem die Untersuchungsberichte publik geworden waren, hatte die SVP personelle Konsequenzen gefordert. Sie verlangte in einer Mitteilung unter anderem «den sofortigen Rücktritt der politisch und operativ verantwortlichen Mitglieder des Verwaltungsrates, des Regierungsrates sowie jener Führungspersonen, welche für dieses Organisationsversagen Verantwortung tragen». Am Mittwochnachmittag lädt die Partei zudem zu einer Medienkonferenz, an der sie weitere Forderungen präsentieren will.

Deutliche Worte von Parteien

Auch für die Die Mitte Solothurn ist klar, dass von den Führungspersonen eine andere Haltung erwartet werden darf: «Aufgrund der Dringlichkeit der Massnahmen ist rasches Handeln gefordert.» Dies zum Beispiel im Hinblick auf die Unterbrechung der Verjährungsfristen. 

Die SP Solothurn hat sich nach der Publikation der Untersuchungsberichte ebenfalls zu Wort gemeldet. Sie forderte, dass «genau aufgezeigt wird, wer welche Fehler gemacht und wer welche Pflichten verletzt hat und dass entsprechende personelle Konsequenzen gezogen werden».

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