Basel machts vor
Jetzt will auch Zürich die Steuern vom Lohn abziehen

Steuerschulden sind weit verbreitet. Basler Angestellte können deshalb nun einen Prozentsatz des Lohns direkt ans Steueramt überweisen lassen. Das wollen drei Politikerinnen auch in Zürich einführen.
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Als erster Kanton führt Basel einen Steuerabzug direkt vom Lohn ein. Wer nicht teilnehmen möchte, muss sich aktiv abmelden.
Foto: Keystone

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Basel-Stadt erlaubt freiwilligen Steuerabzug direkt vom Lohn ab 2026
  • Gutachten sieht Abzug als effektiv gegen Steuerschulden und Verschuldung
  • 53,4 Prozent stimmten in Basel-Stadt für das neue Modell
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Riccarda CampellRedaktorin Politik

Was für Ausländerinnen und Ausländer längst gilt, ist im Kanton Basel-Stadt nun auch für Schweizer Angestellte möglich: Sie können freiwillig 10 Prozent ihres Bruttolohns direkt ans Steueramt überweisen lassen. Dem haben die Stimmberechtigten am Sonntag mit 53,4 Prozent zugestimmt. Nun will auch der Kanton Zürich ein solches Modell einführen, wie der «Tages-Anzeiger» berichtet.

Fast jeder zehnte Mensch in der Schweiz lebte 2024 in einem Haushalt mit Steuerschulden. Damit sind Steuerschulden die häufigste Schuldenart, gefolgt von ausstehenden Krankenkassenprämien und Kreditrückzahlungen. Ein Gutachten der Basler Budget- und Schuldenberatungsstelle Plusminus kam zum klaren Schluss: Ein Direktabzug vom Lohn werde «mittel- bis langfristig zu einer Reduktion der Steuerschulden und der Gesamtverschuldung» führen.

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Aus diesem Grund wollen die Kantonsrätinnen Mandy Abou Shoak (37, SP), Judith Stofer (67, AL) und Andrea Grossen-Aerni (53, EVP) das Modell auch im Kanton Zürich einführen. Sie hatten bereits vor der Basler Abstimmung eine parlamentarische Initiative vorbereitet und den Urnengang abgewartet. Am Montag reichten sie dann den Vorstoss ein. Dieser orientiert sich am Basler Modell: Unternehmen mit mehr als 50 Mitarbeitenden sollen ihren Angestellten einen bestimmten Prozentsatz direkt vom Lohn abziehen und ans Steueramt überweisen. Wer das nicht möchte, müsste aktiv widersprechen. Wie hoch der Abzug ausfallen soll, ist allerdings noch offen.

Initiative braucht Unterstützung von GLP und Grünen

Ob die Initiative im Kantonsrat die nötige Mehrheit findet, hängt vor allem von GLP und Grünen ab. Parlamentarische Initiativen benötigen mindestens 60 Stimmen, um an die zuständige Kommission überwiesen zu werden. SP, AL und EVP kommen zusammen jedoch nur auf 48 Sitze. Die Grünen könnten mit ihren 19 Stimmen den Ausschlag geben. Unterschreiben wollen sie die Initiative zwar nicht. Unterstützung dürfte der Vorstoss dennoch erhalten. Offen ist dagegen die Haltung der GLP, die über 23 Sitze verfügt.

Frühere Anläufe für eine freiwillige Quellensteuer scheiterten auf Bundesebene. 2023 versandete ein entsprechender Vorstoss im Ständerat. Die Gegner aus SVP und FDP warnten vor zusätzlicher Bürokratie für die Arbeitgeber und zweifelten an der Umsetzung. FDP-Ständerat Andrea Caroni (AR) argumentierte damals im Rat: «Das würde dazu führen, dass nur Leute, die ohnehin kaum finanzielle Probleme haben, diesen Kanal wählen würden.» Zudem könnten Steuerpflichtige bereits heute per Dauerauftrag Geld ans Steueramt überweisen und ihre Steuern in Raten bezahlen.

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