21 Millionen Franken teuer!
Diese Luxusvilla wollen die Genfer kaufen

Die Genfer Bevölkerung sagt Ja. Sie will für 21 Millionen Franken ein Landgut kaufen und einen öffentlichen Park machen. Der Besitzer ist kein Unbekannter.
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Die Genfer wollen das Landgut Masset für 21,5 Millionen Franken kaufen.
Foto: Keystone

Darum gehts

  • Genfer Stimmbevölkerung stimmt für Kauf eines Landguts für 21,5 Millionen Franken
  • Umstrittener Erwerb soll Park für künftig stark verdichtetes Quartier schaffen
  • Bisheriger Besitzer ist Zep, Erfinder der Comicfigur Titeuf
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
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Lucien FluriCo-Ressortleiter Politik

Die Villa sieht prächtig aus, der Umschwung ist mit 35’000 Quadratmetern riesig. Günstig aber ist das Genfer Landgut Masset nicht: Für 21,5 Millionen Franken wird es der bisherige Besitzer an die Stadt verkaufen. Dazu hat die Genfer Stimmbevölkerung am Sonntag Ja gesagt. Mit 51,81 Prozent fiel das Resultat allerdings knapp aus.

War der Preis überrissen?

Der Kauf war umstritten. Widerstand gab es etwa aus der FDP. Gegenüber der «Tribune de Genève» hatte der Genfer FDP-Präsident Ramón José Jimenez Pomareta gesagt, die Villa sei viel zu teuer. Genf habe mehrere städtische Gebäude in miserablem Zustand. Es wäre besser, in diese zu investieren. Die Gegner verweisen auch auf Immobilienexperten, die den Kaufpreis auf 10 bis 16 Millionen Franken schätzen.

Denn das Anwesen liegt nicht an prominentester Lage, sondern etwas westlich des Stadtzentrums. Allerdings will die Stadt das Gebiet kräftig entwickeln. Die Bevölkerung soll sich in den nächsten Jahren fast verdreifachen. Ein Park für die Zuzüger und Eingesessenen im Quartier sei eine einmalige Chance, sagten die Befürworter. Der Park grenzt zudem direkt ans Rhone-Ufer, an dem bereits ein Spazierweg entlangführt. Der Unterhalt des Areals und die Kosten für die Öffnung des Parks fürs Publikum könnten nochmals Millionen kosten.

Der bisherige Besitzer ist kein Unbekannter: Es handelt sich um den Zeichner Philippe Chappuis (57), auch bekannt als Zep. Er hat die Comicfigur Titeuf erfunden, die insbesondere im französischen Sprachraum bekannt ist.

«Mit ihrer Abstimmung zeigt die Bevölkerung, dass sie die Notwendigkeit verstanden hat, die Verdichtung unserer Quartiere durch Massnahmen zu begleiten, die zur Verbesserung der Lebensqualität beitragen, und die sich bietenden Chancen zu nutzen», betont Marjorie de Chastonay, Stadträtin für Raumplanung, Bauwesen und Mobilität in einer Mitteilung zum Abstimmungsergebnis.

Mehrere öffentliche Parks rund um alte Villen

In Genf profitiert die Bevölkerung bereits heute von riesigen Parks rund um alte Villen: Auf der linken Seeseite ist die Villa La Grange mit einem riesigen und für die Öffentlichkeit zugänglichen Park, nur durch eine Strasse vom See getrennt. Die Villa erlangte zuletzt Bekanntheit, als sich dort im Juni 2021 der damalige US-Präsident Joe Biden (82) und Russlands Machthaber Wladimir Putin (73) persönlich trafen.

Auf der rechten Seeseite liegt direkt am See der Park Mon Repos/Barton mit mehreren alten Villen und Uferweg für die Bevölkerung. Dort ist auch der Sitz der Welthandelsorganisation (WTO).

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