Darum gehts
- Am 19. September öffnet die Münchner Wiesn ihre Tore
- Unlizenzierte Posts mit «Wiesn» oder «Oktoberfest» riskieren Abmahnungen
- Stadt München verdient jährlich sechs- bis siebenstellige Beträge durch Lizenzen
Der Countdown für das grösste Volksfest der Welt läuft: Am 19. September öffnet die Münchner Wiesn wieder ihre Tore. Ein Schnappschuss aus dem Festzelt oder mit Brezel und Mass ist schnell auf Instagram, Tiktok und Co. geteilt. Unter Umständen kann ein Post in den sozialen Medien dieses Jahr aber richtig ins Geld gehen: Wer Inhalte mit den geschützten Markennamen «Wiesn» oder «Oktoberfest» ohne Erlaubnis teilt, riskiert eine Abmahnung oder gar eine Busse durch die Stadt München, wie die «Münchner Abendzeitung» berichtet.
Die Stadt hat dabei vor allem Influencer, Promis oder auch Firmen im Visier, die das Volksfest als Kulisse für die Bewerbung von Produkten und Dienstleistungen nutzen. Wer dafür keine Lizenz hat, soll zur Kasse gebeten werden. Dieses Jahr wollen die Verantwortlichen besonders genau hinschauen: «Verstösse werden kontrolliert», teilt die Stadt auf Anfrage der Zeitung mit. «Es findet ein Monitoring statt und auch Kontrollgänge auf dem Festgelände werden durchgeführt. Falls eine Lizenzanfrage nicht im Voraus oder verspätet angemeldet wird, wird eine nachträgliche Lizenzgebühr berechnet.» Dies könne auch von «rechtlichen Massnahmen» begleitet werden.
Regel gilt nur für kommerzielle Zwecke
Möglich macht das der Markenschutz: Seit 2021 sind unter anderem die Begriffe «Oktoberfest», «Wiesn», «Münchner Oktoberfest», «Oktoberfest München» und «Oide Wiesn» beim Amt der Europäischen Union für geistiges Eigentum als Marken eingetragen. Wer sie zu Werbezwecken nutzen will, braucht eine entsprechende Lizenz.
Private Wiesn-Besucher können dagegen beruhigt weiterposten: Die geschützten Begriffe dürfen laut Stadt kostenlos verwendet werden, «solange dies rein beschreibend und privat geschieht». Erst wenn sie mit einer anderen Marke in einen kommerziellen Zusammenhang gestellt werden, kann eine kostenpflichtige Nutzung vorliegen. Für die Verantwortlichen ist die Vergabe von solchen Lizenzen ein lukratives Geschäft: Die zusätzlichen Einnahmen liegen jährlich im sechs- bis siebenstelligen Bereich.
Dabei ist das Oktoberfest bei weitem nicht die einzige Veranstaltung, die kommerzielle Social-Media-Posts minuziös kontrolliert. Auch bei den Olympischen Spielen gelten strenge Regeln für Werbung rund um das Event. Athleten dürfen während der Spiele persönliche Sponsoren nur unter bestimmten Voraussetzungen auf Social Media bewerben. Damit will das Komitee unter anderem verhindern, dass Firmen vom Olympia-Hype profitieren, ohne offizieller Partner zu sein. Und auch die Fifa schützt ihre Fussball-Weltmeisterschaften gegen unerlaubte kommerzielle Nutzung: Turniermarken, Logos oder Spielaufnahmen dürfen nicht einfach für Influencer-Posts verwendet werden.