Darum gehts
- Peach Weber beendet Karriere 2027 mit Abschiedsgala im Zürcher Hallenstadion
- Guinness-Weltrekord: 18 Jahre Vorverkaufszeit für die Gala
- Garten von Weber: 2000 Quadratmeter, 30 Gartenzwerge, Pétanqueplatz
Eingebettet in sieben Hügel im beschaulichen und idyllischen Hägglingen im Kanton Aargau wohnt der Meister des Wortspiels, Peach Weber (73). Und das schon seit gut 25 Jahren. In einem beachtlichen Haus mit ganz viel Garten – verwunschen, wild und immergrün.
Beim Eingang steht eine Häckselmaschine, beobachtet von zwei Gartenzwergen. Und an der Haustüre hängen Schilder, die vor dem Hund warnen. Dabei hat Peach Weber gar keinen. «Aber die Warnungen nützen», sagt der Komiker schmunzelnd. «Manchmal klingeln seltsame Leute. Und die halten wegen diesen Schildern schön Abstand von der Haustüre. Man weiss ja nie, was da rausgesprungen kommt.»
Das stattliche Haus und der über 2000 Quadratmeter grosse Garten sind der einzige Luxus, den Peach Weber sich leistet. Seit 30 Jahren ist er nicht mehr geflogen. «Ich habe keine Ferienwohnung, keine teuren Kleider, keine teuren Autos. Mein Haus ist auch mein Ferienhaus und mein Büro. Ich reise nicht gerne, bin am liebsten daheim.»
Ein Baum für seine Tochter
Von einem klassischen Büro kann allerdings keine Rede sein. Peach Weber arbeitet überall auf seinem Grundstück – übrigens seine «kreative Oase», wie er sagt. Manchmal drinnen, im Sommer meistens draussen: auf der Terrasse mit herrlichem Blick auf sanfte Erhebungen und hängende Mobiles aus Schwemmhölzchen und Nüssen, auf dem eleganten Balkon im ersten Stock oder im rustikal ausgebauten Gartenhaus, das eher einer Einzimmerwohnung gleicht als einer klassischen Laube.
Seine Gags (pro Auftritt gibts davon gut 300) schreibt Peach Weber nach wie vor meistens auf Zettel, diese werden dann mit Schreibmaschine auf Karteikarten übertragen. «Ich bin mich einfach an die Schreibmaschine gewöhnt. Und es kommt mir oft mehr in den Sinn, wenn ich noch ganz klassisch tippe, als wenn ich mit dem Computer arbeite. Und wenn nichts mehr läuft, trinke ich irgendwo im Garten einen Kaffee oder mähe den Rasen, wische ein bisschen oder gehe häckseln. Und plötzlich läufts wieder.»
Leben und leben lassen
Als Peach Weber das Haus vor einem Vierteljahrhundert kaufte, gabs mehr Rasen im Garten und alles war viel offener. Der Komiker liess der Natur ihren Lauf. «Selber gepflanzt habe ich kaum etwas», so Peach. «Fast alles ist zugeflogen.» Da gibts nun also einen Nussbaum, der mittlerweile schon grösser ist als das Haus. Aber auch Föhren, Apfel- und Zwetschgenbäume, Hartriegel und ganz viel Hasel. «Ich will keine Pflanzen, die ich im Winter einpacken muss. Ich will keinen Garten, der mich stresst. Ich habe kein Konzept. Mein Gartenmotto ist: leben und leben lassen.» Einmal im Jahr lässt er den Gärtner kommen, ansonsten greift der Hausherr selbst zur Schere, schneidet die Büsche zurück und da und dort ein Ästchen ab.
Eine selbst gepflanzte Ausnahme gibts allerdings: einen Amberbaum. Den hat er genau vor 31 Jahren gesetzt. Bewusst und mit ganz viel Liebe. Für seine Tochter Nina, die 1995 auf die Welt kam. Sie ist sein einziges Kind – aus der zweiten Ehe mit der damaligen TV-Moderatorin Jeannette Eggenschwiler. Die beiden trennten sich im verflixten siebten Jahr. «Mittlerweile ist der Nina-Baum gut drei Meter hoch. Im Herbst wird er leuchtend rot und gelb. Einfach wunderschön», erzählt der stolze Papa und Single-Mann.
Farben sucht man in Webers wildem Paradies im Sommer vergeblich. Einzig in einer Ecke leuchtet scheu ein violetter Hibiskus. «Ich weiss auch nicht, warum. Aber ich bin ein Fan der Farbe Grün, ich mag Grünpflanzen, auch drinnen im Haus.»
Dieser Artikel wurde erstmals in der «Schweizer Illustrierten» publiziert. Näher dran – an Stars, Royals und Menschen mit Geschichten. Hier gehts zum Abo!
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Von Zwergen und Steinen
Zwei Dinge mag der Komiker richtig gerne in seinem grünen Refugium: Gartenzwerge und Steine. Von den neckischen Fabelwesen hat er etwa 30 – übrigens die meisten im Haus. «Eigentlich finde ich Gartenzwerge zu 98,5 Prozent hässlich. Es gibt ganz wenige, die ich herzig finde», erzählt Peach. «Angefangen hat es vor Jahren. In einem Laden habe ich einen übergrossen Gartenzwerg gesehen. Das fand ich witzig: ein riesiger Zwerg. Er hiess Rudi.»
Die Steine in seinem Garten sind unzählbar. Viele hat er selbst gesammelt. «Bei den Steinen geht es mir wie bei den Gartenzwergen», so der Aargauer. «Die meisten gefallen mir nicht. Früher bin ich oft eine Stunde und mehr an Flussbetten entlang spaziert und habe am Schluss nicht mehr als fünf bis sechs Steine nach Hause gebracht. Die schönsten sind die, die den ganzen Fluss hinab gekrabbelt sind und am Schluss eine elegante geschliffene Form haben.» Er habe eine spezielle Beziehung zu Steinen. «Sie sind einfach lässig. Manchmal habe ich das Gefühl, sie sind ein Zeichen des Universums, etwas ganz Besonderes. Obwohl ich überhaupt kein Esoteriker bin.»
Ein Spiel mit Freunden
Auf der anderen Seite des Hauses gehts eine Treppe hinunter. Dort liegt eine weitere Leidenschaft von ihm: ein Pétanqueplatz. Das französische Präzisionsspiel mit den Kugeln hat er vor zwölf Jahren entdeckt. Einmal in der Woche wird gespielt. «Der Freitagnachmittag ist heilig», sagt Peach. «Mittlerweile sind wir acht Kumpels. Wir kennen uns alle schon sehr lange und spielen auf verschiedenen Plätzen. Es ist ja nicht so, dass einem im Alter noch viele glücksbringende Sachen zufliegen. Aber Pétanque hat mich gepackt und macht mir richtig Freude.»
«Fertig luschtig»
Seit 50 Jahren ist der ehemalige Lehrer mit seiner Gitarre und dem Fuchsschwanz dran auf Tournee – derzeit mit seinem Programm «King of Gäx». Kaum ein anderer Schweizer Komiker kann auf eine derart lange und erfolgreiche Karriere blicken. Aber bald ist Schluss. Er hört auf: An seinem 75. Geburtstag am 14. Oktober 2027. Diesen feiert er mit der Abschiedsgala «Fertig luschtig» im Zürcher Hallenstadion.
Geplant war zuerst nur eine Show, doch die war so schnell ausverkauft, dass zwei weitere Vorstellungen am 15. Oktober stattfinden. Typisch Peach: Er startete mit dem Vorverkauf vor 18 Jahren, am 11. November 2008. Guinness World Records anerkannte übrigens diesen Weltrekordversuch mit dem Titel «Longest advance ticket sale period» (längster Vorverkaufszeitraum). «Ich werde weder eine Big Band noch ein Ballett haben, auch werde ich nicht wie Helene Fischer an einem Drahtseil auf die Bühne segeln. Sehr wahrscheinlich mache ich ein Best-of meiner Programme. Nächsten Frühling fange ich an, mich damit zu beschäftigen», sagt Peach Weber und lacht.
Und wer weiss, vielleicht wird der «King of Gäx» ja nach seinem fulminanten Finale ein Meister der grünen Oasen.