Die Akte Jeffrey Epstein
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Die Akte Jeffrey Epstein:Sex-Insel, Machtmenschen, Suizid

Model in Files aufgetaucht
Jetzt spricht Xenia Tchoumi über Jeffrey Epstein

Xenia Tchoumi suchte 2011 bei Jeffrey Epstein nach Finanztipps. Den Kontakt habe sie aber schnell abgebrochen, sagt sie.
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Model Xenia Tchoumi stand in Kontakt zum verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

  • Xenia Tchoumi hatte 2011 Kontakt mit Jeffrey Epstein per E-Mail
  • Epstein bot finanzielle Tipps an und agierte als Mentor
  • Tchoumis Name taucht über 80-mal in den Epstein-Files auf
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Saskia SchärRedaktorin People

Der Name von Xenia Tchoumi (38), schweizerisch-russisches Model und Unternehmerin, taucht in den kürzlich veröffentlichten Epstein-Files über 80-mal auf. Laut «20 Minuten» zeigt der E-Mail-Verkehr, dass Tchoumi Anfang 2011 mehrfach Kontakt mit dem verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein (1953–2019) hatte und unter anderem nach finanziellen Ratschlägen fragte. 

In den Dokumenten findet sich ein E-Mail-Austausch zwischen Tchoumi und Epstein, hauptsächlich von Januar 2011. In einer Nachricht schrieb die damals 23-Jährige: «Zeig mir, wie man Geld verdient.» Epstein bot daraufhin an, ihr über Skype seine «zwei wichtigsten Lektionen» beizubringen. Der Kontakt kam offenbar durch den italienischen Unternehmer Tancredi Salvatore Marchiolo zustande. In einem Mail im Dezember 2010 stellte er sie Epstein als «halb Schweizerin, halb Russin» vor, wobei «die russische Seite gewinnt».

Kam es in New York zu einem Treffen?

Weitere E-Mails zeigen, dass Epstein als Mentor auftrat und Tchoumi bei der Formulierung ihrer Nachrichten half. So wies er sie etwa darauf hin, niemanden mit «my dear» anzusprechen. Ob die beiden sich persönlich getroffen haben, bleibt unklar. In einem E-Mail Ende Januar 2011 schrieb Epstein, Tchoumi werde in New York mit seinem Auto abgeholt.

Der Austausch zwischen den beiden endete offenbar im Februar 2011. Auf eine Anfrage von Blick erklärt die Unternehmerin: «In meinen frühen Zwanzigern, ganz am Anfang meiner Karriere, wurde ich per E-Mail mehreren Personen vorgestellt, die als potenzielle Mentoren im Finanz- und Businessbereich präsentiert wurden. Einer dieser Kontakte war er – über ihn hatte ich damals keine fundierten Kenntnisse, ausser dem, was mir über ihn mitgeteilt wurde.»

«Ich beendete den Kontakt rasch»

Ihr Austausch mit ihm sei kurz gewesen und habe sich auf E-Mails beschränkt. Tchoumi weiter: «Ich suchte allgemeine Orientierung zu Investitionen, Karriere und Unternehmertum. Ich fühlte mich schnell unwohl mit der Dynamik und zog mich zurück. Es gab keine weitere Beziehung, keine Zusammenarbeit und keinerlei fortlaufende Verbindung. Ich vertraute meinem Urteil und meinen Instinkten und beendete den Kontakt rasch.»

Die Unternehmerin führt weiter aus: «Erfahrungen wie diese haben zu meinem Verständnis beigetragen, wie schwierig es für junge Frauen sein kann, sich in männerdominierten Umfeldern zurechtzufinden – wo die Grenze zwischen Mentoring und Machtungleichgewicht oft unklar ist und von Frauen erwartet wird, dieses Risiko allein zu managen.»

Später habe sie ihre Karriere unabhängig aufgebaut – durch digitales Unternehmertum, ohne Abhängigkeit von Mentoren «von oben herab», Gatekeepern oder informellen Machtstrukturen. «In diesem Sinne bin ich self-made, und dieser Weg ist die Grundlage meines langjährigen Engagements für weibliche Autonomie, finanzielle Unabhängigkeit und selbstbestimmte berufliche Laufbahnen. Ich bin eine sehr engagierte und lautstarke Verfechterin weiblicher Selbstermächtigung.»

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