Darum gehts
- Coachella 2025 prägt Festivalmode: Schlichter Stil wie Kylie Jenner beliebt
- Trend 2026: Mikro-Shorts mit Biker Boots, dazu Layering und Statement-Pieces
- Warnung: Glitzer verpönt, Synthetik unangenehm, ungeeignete Schuhe riskieren Blasen
Seit Influencerin Kendall Jenner (30) am Coachella-Festival 2026 in einem schlichten All-White-Jeans-Look auftauchte, gilt an den grossen Sommer-Events eine neue Devise: Weniger ist mehr. Wer sich krampfhaft in ein aufwendiges Kostüm zwängt, liegt dieses Jahr eher daneben – echter Stil zeigt sich im Understatement.
Besonders angesagt ist das Spiel mit Gegensätzen: Ultrakurze Mikro-Shorts oder Mikro-Skirts treffen auf klobige Biker-Boots. Wer es romantischer mag, setzt auf den aktuellen Ibiza-Boho-Trend mit Spitze, fliessenden Stoffen und erdigen Farbtönen. Für Männer bleibt die Formel simpel: gut sitzende Shorts und ein leicht geöffnetes Hemd – mehr braucht es nicht.
«Als Stadtzürcher verkleidet man sich sowieso nicht»
Auch der Zürcher Partylöwe Reto Hanselmann (45) bringt die lokale Modeformel auf den Punkt: «Weniger ist mehr – Stadtzürcher verkleiden sich meistens sowieso nicht. Ausser natürlich, man feiert auf einem Love Mobile mit festem Motto. Diese Phase habe ich zwar hinter mir gelassen, doch ich finde es immer wieder toll, wenn Leute Mut zum Styling beweisen.»
Den Unterschied machen dieses Jahr ohnehin die Details. Statt auffälliger Komplett-Looks setzen Fashion-Fans auf cleveres Layering, also Schichten, und gezielt eingesetzte Accessoires. Wie Stylistin und Creative Directorin Lauren Isabel (29) aus Zürich erklärt, werden schlichte Basics erst durch Schmuck, Fransentaschen oder einzelne Statement-Pieces zum Hingucker. Dazu passen grosse Sonnenbrillen oder sportliche «Speed»-Brillen. «Auch Bandanas und locker über die Schultern gelegte Schals liegen im Trend – sie geben dem Outfit Tiefe und schützen nebenbei vor der Sonne.»
Glitzer gehört zu den Festival-Fallen
Mindestens genauso wichtig ist aber die Frage, was besser zu Hause bleibt. High Heels oder dünne Flipflops haben auf dem harten Asphalt nichts verloren, und offene Haare bei über 30 Grad trägt man nur auf eigenes Risiko. Lauren Isabel empfiehlt deshalb einen schlichten Sleek-Back-Look.
Auch Glitzer gehört eher zu den Festival-Fallen. Er sieht zwar hübsch aus, verteilt sich aber garantiert überall und lässt sich kaum mehr entfernen. In vielen Ländern ist er aus Umweltgründen mittlerweile sogar verpönt. Billige Face-Paint hält Hitze und Schweiss ebenfalls selten stand und verwandelt sich im Lauf des Tages eher in einen Ketchup-Effekt als in den gewünschten Glow.
Synthetische Stoffe lassen die Haut kaum atmen
Ein Blick auf die Materialien lohnt sich ebenfalls: Synthetische Stoffe lassen die Haut kaum atmen, stauen die Hitze und werden beim stundenlangen Tanzen schnell unangenehm. Wer zudem neue Schuhe ohne Einlaufen trägt, riskiert schon nach kurzer Zeit schmerzhafte Blasen. Und eigentlich ist auch die Zeit der Federboas, Krankenschwester- und Polizeikostüme vorbei.
Trotz allem gilt am Ende aber vor allem eines: Wer sich lieber in ein ausgefallenes Kostüm wirft, soll sich den Spass nicht nehmen lassen. An der Street Parade geht es schliesslich nicht darum, perfekt gestylt zu sein, sondern gemeinsam zu feiern.