Karl Lüönd, eine der wichtigsten Figuren des Schweizer Journalismus, ist tot. Das schreibt das Branchen-Magazin persoenlich.com in Berufung auf Lüönds Familie. Er starb demnach gestern Montag. Der renommierte Medienmacher, der am 12. Mai 1945 in Flüelen geboren wurde, prägte die Medienlandschaft des Landes über Jahrzehnte. Noch im Mai 2025 feierte Lüönd seinen 80. Geburtstag in Winterthur im Kreise seiner Familie und prominenter Vertreter der Schweizer Medienlandschaft.
Lüönds Karriere begann nach der Matura, als er als Freelancer für das «Luzerner Tagblatt» arbeitete. Später war er Korrespondent für grosse Schweizer Tageszeitungen. 1974 stiess er zur Chefredaktion des Blicks, wo er unter anderem als stellvertretender Chefredaktor tätig war. Nach zwei Jahren als Chefredaktor des «Züri Leu» gründete er 1982 die Züri-Woche, die er 17 Jahre lang leitete und zeitweise auch als Verleger verantwortete.
Verfasser wichtiger Unternehmensbiografien
1986 rief er gemeinsam mit Beat Curti die Gratiszeitung «Neues Sonntagsblatt»» ins Leben und wurde deren erster Chefredaktor. Seit 1998 arbeitete Lüönd selbständig. Als Leiter des Medieninstituts des Verbandes Schweizer Medien, das er von 1998 bis 2005 führte, erlangte Lüönd grosse Anerkennung. Er war ausserdem Gründer und Leiter des Magazins «Jagd & Natur» und verfasste rund 30 Sachbücher über bedeutende Persönlichkeiten wie Emil Frey, Walter Reist, Gottlieb Duttweiler und Karl Schweri.
Zu seinen grössten Leistungen zählen auch Unternehmensbiografien über den Ringier-Verlag, die Baloise, das Kinderspital Zürich und die Sterbehilfeorganisation Exit. Bis zuletzt arbeitete er an einem Buch über die Familiengeschichte von Emil Frey. Seine Jubiläumsschrift zur Publigroupe, die 2014 an die Swisscom verkauft wurde, erschien als Sonderausgabe.
2007 wurde Lüönd mit dem Zürcher Journalistenpreis für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Er gehörte zu den prägenden Journalisten der Schweiz und war als scharfer Beobachter und Kommentator der Medienszene so berüchtigt wie beliebt. Beigetragen haben dazu auch seine Tätigkeit beim Verband Schweizer Medien und seine analytischen Vorträge und Berichte.
Karl Lüönd hinterlässt seine Partnerin Esther Scheidegger-Zbinden, sowie die drei Kinder Andrea Lüönd, Gabriel Vetter und Barbara Scherrer. Sie machten ihn zum siebenfachen Grossvater.