Newcomerin Elena Flury spielt das Heidi in der Musical-Verfilmung
«Ewige Liebe lässt sich nicht planen»

Die Zürcherin Elena Flury spielt eine der Hauptrollen in der Musical-Verfilmung «Ewigi Liebi», die seit 12. Februar in den Kinos läuft. Im Interview mit Blick spricht sie über peinliche Momente in der Vergangenheit, das Emmental als Sehnsuchtsort und ihre eigene Liebe.
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Elena Flury spielt im Film «Ewigi Liebi» von Pierre Monnard das Heidi.
Foto: Thomas Meier

Darum gehts

  • Die Zürcherin Elena Flury ist einer der Stars in der Musical-Verfilmung «Ewigi Liebi»
  • Gerne würde sie wie im Film eine Zeitreise in die Vergangenheit unternehmen
  • Ihre eigene «ewigi Liebi» hat Elena Flury noch nicht gefunden
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
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Jean-Claude GalliRedaktor People

Am 12. Februar, passend zum Valentinstag, kommt die Musical-Verfilmung «Ewigi Liebi» in die Schweizer Kinos. Blick sprach am Nachmittag vor der Premiere in der Zürcher Bar Soho mit Elena Flury (28), die die Hauptrolle der jüngeren Heidi spielt.

Blick: Sie waren knapp ein Teenager, als das Musical 2007 uraufgeführt wurde. Wann kamen Sie das erste Mal mit dem Stoff in Berührung?
Elena Flury: Ich habe natürlich immer wieder davon gehört und kannte die meisten Songs, die darin vorkommen. Im Detail habe ich mich aber erst mit der Geschichte befasst, als ich mich fürs Casting interessierte. Ich wurde dann eingeladen, mich vorzustellen. Offenbar war es ein Vorteil, dass ich auch Sängerin bin. Als es klappte und ich die Rolle bekam, habe ich mich sehr gefreut.

Im Musical – dort ist es ein «Gondeli» – und auch im Film ist eine Zeitmaschine entscheidend für die Handlung. Würden Sie sich selber getrauen, ein solches Wagnis einzugehen? Und wenn ja, was würden Sie nachträglich verändern wollen?
Eine gute und vor allem schwierige, grosse Frage (lacht). Ich finde das Konzept einer Zeitreise äusserst verlockend und würde sicher einsteigen. Doch ich sehe auch das Risiko: Wer in der Vergangenheit etwas korrigiert, löst damit auch Dinge aus, die vielleicht gar nicht beabsichtigt sind und negative Folgen haben. Andere schöne Momente könnten verloren gehen. Deshalb wäre ich äusserst vorsichtig. Aber mich noch einmal ausgiebig in meiner Vergangenheit umzusehen, das möchte ich unbedingt. 

Gibt es keine peinlichen Momente, die Sie gerne ungeschehen machen möchten?
Wenn, dann sind es Vorkommnisse, die schnell vorbeigingen und vergessen wurden. Im Moment war dies und das vielleicht schlimm, kurz danach konnte ich schon darüber lachen.

Sie haben eine Ausbildung als Schauspielerin und Sängerin und pendeln zwischen Zürich und London, wo Sie zum Ausgleich auch als Klassenassistenz in einem französischen Kindergarten arbeiten. Wo liegen aktuell Ihre Prioritäten?
Schauspiel ist meine grosse Leidenschaft, in die ich mehr und mehr hineinwachse, doch meine Musik ist mir weiterhin sehr wichtig. Im ganzen letzten Jahr nahm der Dreh von «Ewigi Liebi» natürlich viel Raum ein, und das habe ich sehr genossen. Meine Lebensmittelpunkte liegen in London und in Zürich. Nach London zog es mich vor allem wegen der Musik. Ich kann beiden Städten sehr viel abgewinnen, auch weil sie so unterschiedlich sind. 

In Ihrer eigenen Musik singen Sie Englisch. Können Sie mit Mundartsongs überhaupt etwas anfangen?
Oh ja. Ich mag Mundartsongs sehr und finde es toll, dass die Mundart mit dem Musical und dem Film so ausgiebig gefeiert wird.

Gibt es Präferenzen für Sie? Viele finden Bündnerdeutsch sexy oder haben eine Abneigung gegenüber dem Thurgauer Dialekt ...
Das ist fies (lacht). Ich habe mich für den Film vor allem mit Berndeutsch befasst. So ein toller Dialekt. Ich habe ihn voll ins Herz geschlossen.

Im Film steht insbesondere das Emmental im Zentrum ...
Für mich eine absolute Entdeckung, Trub, Langnau und die ganze Umgebung. Und es war dort noch schöner und eindrücklicher, weil ich vorher länger im Ausland war. Es war wie ein richtiges Nachhausekommen. Ich war echt beglückt.

Was sagen Sie zur Leistung von Luca Hänni, der Ihren Filmpartner Daneli verkörpert und vorher noch nie als Schauspieler gearbeitet hat?
Er hat das grossartig gemacht. Ich habe sehr an ihm geschätzt, dass er sich voll auf diese andere Welt eingelassen hat und hundertprozentig konzentriert war. Das war auch für meinen Part hilfreich.

Das Musical war bereits ein Riesenerfolg. Und wir gehen mal davon aus, dass auch der Film einschlägt. Was spricht die Leute an diesem Stoff derart an?
Viele können sich darin wiedererkennen und haben vielleicht eine ähnliche Geschichte erlebt. Haben sich geliebt und etwas erlebt, was sie auseinandertrieb und ihre Wege längerfristig trennte. Alle machen Fehler. Der Gedanke, ein paar davon in der Vergangenheit verbessern zu können, ist überaus reizvoll. Dazu kommt: Die Personen im Film finden im Verlauf der Geschichte mehr zu sich und leben ihren wahren Gefühlen nach. Dies ist berührend, inspirierend und – so denke ich – für alle Menschen bedeutend. Auch spricht der Film Menschen aus verschiedenen Kulturkreisen an. Diese Story ist universell, und ich denke, viele können sich in «Ewigi Liebi» wiedererkennen. Zentral ist dieser Wunsch, etwas wiedergutzumachen und noch einmal eine Chance zu bekommen. Für was auch immer.

«Ewig» tönt aber auch etwas schwer und unverrückbar. Glauben Sie an die ewige Liebe?
Ich glaube schon, dass sich Menschen ewig lieben können, also auf ihre Zeit hier bezogen. Wie sie diese Liebe konkret leben, ist eine andere Frage. Daneli und Heidi, das war wohl so eine ewige Liebe. Doch die Liebe ist ein weites Feld. Es gibt viel mehr als nur die romantische Form.

Dürfen wir direkt sein? Haben Sie Ihre ewige Liebe schon gefunden?
Noch nicht (lacht). Aber ich bin da recht entspannt. Erzwingen oder planen lässt sich das nicht, denke ich. Und wie können wir merken, ob wir sie wirklich gefunden haben? Ich bin sehr happy so, wie es zurzeit ist. Ich habe sehr viel Liebe in meinem Leben. Freunde, Familie und vieles Schöne mehr, was mich stark erfüllt und glücklich macht.

Persönlich: Elena Flury

Elena Flury wuchs in Küsnacht ZH als zweitjüngste von vier Schwestern auf und liess sich nach der Matur am Giles Foreman Centre in London zur Schauspielerin ausbilden. Zusätzlich machte sie am BIMM Institute in London eine Musikausbildung und tritt als Sängerin auf. Ihre Stilrichtung ist eine Mischung aus Jazz, R’n’B und Soul. 2024 war Flury in der SRF-Serie «Te Berberi» zu sehen, 2025 in der Zürcher «Tatort»-Folge «Rapunzel». «Ewigi Liebi» ist ihr erster Kinofilm.

Elena Flury wuchs in Küsnacht ZH auf.
imago/Future Image

Elena Flury wuchs in Küsnacht ZH als zweitjüngste von vier Schwestern auf und liess sich nach der Matur am Giles Foreman Centre in London zur Schauspielerin ausbilden. Zusätzlich machte sie am BIMM Institute in London eine Musikausbildung und tritt als Sängerin auf. Ihre Stilrichtung ist eine Mischung aus Jazz, R’n’B und Soul. 2024 war Flury in der SRF-Serie «Te Berberi» zu sehen, 2025 in der Zürcher «Tatort»-Folge «Rapunzel». «Ewigi Liebi» ist ihr erster Kinofilm.

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