Darum gehts
- Raffaela Zollo (33) lebt seit zwei Wochen vegan, erhält gemischte Reaktionen
- Kritik wegen Nestlé-Produkten und Luxusartikeln trotz veganem Lebensstil
- Tierschützer Robert Lehmann zog sich 2025 wegen Kritik teilweise zurück
Die Schweizer Reality-TV-Darstellerin Raffaela Zollo (33) versucht sich seit knapp zwei Wochen als Veganerin. Dies, weil sie «nicht mehr möchte, dass Tiere für meinen Genuss ausgebeutet und umgebracht werden», erklärt sie auf Instagram. Auf Fleisch verzichtet sie bereits seit einem halben Jahr «und das geht wunderbar», so Zollo in einem Youtube-Video.
Sowohl unter ihren Instagram- als auch Youtube-Beiträgen, in denen sie vegane Fleischalternativen testet, erhält sie viel Zuspruch für ihre Ernährungsumstellung. Dennoch lässt sich auch überall Kritik finden, da sie einigen Veganern offenbar nicht konsequent genug ist. «Achtest du auch bei Kosmetik- und Hygieneartikeln auf vegane Produkte? Tierleid beschränkt sich ja leider nicht nur auf Mast und Schlachtung etc…», meint eine Userin und wird gleich von anderen Kommentarschreibenden in die Schranken gewiesen: «Einfach mal feiern, dass es einen Veganer mehr gibt, anstatt gleich wieder etwas zu bemängeln oder noch mehr zu fordern!»
«Keine Tiere mehr essen aber deswegen Birkin tragen»
Auch die von ihr ausgewählten veganen Produkte werden derweil nicht von allen gutgeheissen. So stört sich jemand insbesondere an dem von Zollo getesteten veganen Thunfisch der Marke Garden Gourmet: «Kleine Info: Garden Gourmet gehört zu Nestlé, was es dadurch wieder nicht-vegan macht». Das möchte eine weitere Kommentarschreiberin so nicht stehenlassen und meint, «die Zugehörigkeit zu Nestlé macht das Produkt doch nicht unvegan». Der Konter folgt sogleich: «Veganismus ist eine Lebensweise und Konzerne wie Nestlé zu unterstützen, steht dazu absolut im Widerspruch».
Aus dem oben genannten Grund wird Zollo unter ihrem Youtube-Video auch folgender Rat ans Herz gelegt: «Sag doch lieber pflanzlich. Vegan ist schon etwas umfassender». Dem würde wohl auch die Person zustimmen, die den folgenden Kommentar geschrieben hat: «Keine Tiere mehr essen aber deswegen Birkin [aus Leder gefertigte Handtasche der Luxusmarke Hermès, Anm. d. Red] tragen».
«Und jetzt den Veganer spielen, genau mein Humor»
Zollo ist derweil nicht die Einzige, die für ihre veganen Bemühungen nicht nur Lob, sondern auch Kritik erhält. Schauspieler Ralf Moeller (67) lebt seit 2018 grösstenteils vegan, hat mit Spitzenkoch Timo Franke (39) 2023 gar ein veganes Kochbuch («Vegan Gladiators») herausgebracht. Als er dieses im Veganuary vor drei Jahren auf Instagram bewarb, fanden nicht alle Gefallen daran. «Lieber Ralf, wieso verrätst du uns nicht mal, wie viel Steroide, Fleisch und andere tierische Produkte du in deinem Leben zu dir genommen hast? Und jetzt den Veganer spielen, genau mein Humor».
In Deutschland geriet der bekannte Tierschützer und Meeresbiologe Robert Marc Lehmann (43) vergangenes Jahr in die Schlagzeilen. Er, der mit seiner Organisation «Mission Erde» grosse Summen für Tier- und Umweltschutzprojekte gesammelt und zahlreiche Rettungsaktionen durchgeführt hat, wurde kritisiert, nicht vegan genug zu leben. Der Grund: Er hatte sich Quarkbällchen gegönnt. In der veganen Szene sorgte dies für einen regelrechten Aufschrei.
Lehmann selbst schoss gegen die «Schreibtischtäter» zurück und meinte, dass einzelne Lebensmittelentscheidungen nicht seinen jahrelangen Einsatz für den Tier- und Umweltschutz infrage stellen sollten. Aus der Auseinandersetzung zog er seine Konsequenzen, kündigte an, sich aus dem Schutz von Nutz- und Haustieren zurückzuziehen und sich künftig wieder stärker auf Wildtierschutz und Meeresschutz zu konzentrieren. Als Gründe dafür nannte er einerseits seine mentale Gesundheit, anderseits den Hass und die Kritik, die ihm aus Teilen der eigenen Community entgegenschlug.
https://www.youtube.com/watch?v=wSDzCnU-lXI