«Ist darin gefangen, dass er so gut aussieht»
Darum kann dieser Halb-Urner nicht mit dem Strippen aufhören

Benny strippt vor kreischenden Frauen. Und träumt davon, ein neues Leben mit seiner Freundin anzufangen. Eine neue «Reporter»-Doku begleitet den Australier mit Urner Wurzeln.
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Als Stripper sorgt Benny Cleary bei Frauen für Stimmung.
Foto: SRF

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Doku zeigt Stripper Benny Cleary, 37, zwischen Showbiz und Handwerkerleben
  • Benny finanziert Flugstunden durch Strippen, lebt in Nashville, renoviert Haus
  • 2024 tourte er durch Europa, träumt von Familie, zieht nach Australien
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Miriam Zollinger
Tele

Es beginnt mit nackten Tatsachen, doch das liegt auf der Hand: In «Der Stripper – Zwischen Showbiz und Sinnsuche» geht es um einen Mann, der sich vor Frauen auszieht. Aber ja nicht wegschauen, denn die «Reporter»-Doku von Susanne Arnold und Oliver Streuli gewährt Einblicke in eine eigene Welt, zeigt zudem den weichen Kern unter dem harten Sixpack von Benny Cleary.

Die Mutter des 37-Jährigen ist Schweizerin, der Vater Australier. Benny wuchs in Tasmanien auf, verbrachte aber die Sommerferien jeweils mit Schwester und Eltern im Urnerland. Bis heute besucht der gelernte Zimmermann jedes Jahr die Verwandtschaft. Wäre da nicht ein leichter Akzent, man könnte glatt meinen, er sei einer von dort. Auch sein Beruf führte ihn 2024 nach Europa, wo er und seine muskelbepackten Kollegen die Säle zum Kochen brachten.

«Er gibt vollen Körpereinsatz»

Das Highlight: Benny, mit Luzerner Löwendenkmal-Tattoo am eingeölten Leib. Einen Stripper steckt man gern in die Klischee-Schublade. Auch der Filmer hatte Vorurteile. «Man sieht ihn auf der Bühne und glaubt zu wissen, wie er ist.» Wer so aussieht, muss selbstverliebt sein, oberflächlich. «Aber wir merkten schon im ersten Gespräch, dass er ein feiner Kerl ist», erzählt Streuli, «sehr bodenständig, ehrlich, nett» – und überraschend bescheiden.

Ein Artikel aus «Tele»

Das ist ein Beitrag aus «Tele». Das Fernsehmagazin der Schweiz taucht für dich nach den TV- und Streamingperlen.

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Hier der Showman, dort der unaufgeregte Handwerker: Das sind zwei Welten, vereint in einem Mann, und darum auch Stoff für einen Film. Dank Bennys lockerer Art sei es der unkomplizierteste überhaupt gewesen, den Streuli je realisierte. Benny gehe es weniger darum, sich selbst zu inszenieren, er wolle den Frauen eine gute Zeit verschaffen. «Dafür gibt er vollen Körpereinsatz. Es geht ihm nicht darum, wie viele Telefonnummern er nach der Show bekommt. Das fanden wir sehr spannend.» Benny wiederum muss stets von neuem abschätzen, wie weit er gehen kann, wenn es mit Frauen im Publikum Körperkontakt gibt. «Er hat ein gutes Gespür, welche er auf die Bühne nehmen kann und mit welcher er am Platz ein, zwei Schritte Foxtrott tanzt.» Und doch wird es ihm bisweilen zu viel. Er sei schon gebissen oder gekratzt worden. Backstage tauschen sich die Tänzer aus, wenn es mit einer Frau unangenehm ist. Aber das passiere zum Glück selten.

Schafft es nicht, mit dem Strippen aufzuhören

Benny ist ein Mann mit vielen Facetten. Wenn er vor Tourbeginn seinem Cousin auf der Urner Baustelle zur Hand geht, ist er alles, nur kein Showman. Was man im Film nicht sieht: Er ist auch Helipilot. «Die Flugstunden hat er mit seinem Stripper-Lohn finanziert.» Zudem hält er Pferde, baut sein Haus in der US-Stadt Nashville um, wo er lebt. «Und aktuell setzt er einen Wohnwagen instand, den er verkaufen will, er hat handwerklich echt viel drauf!» Was bisher nicht geklappt hat: mit dem Strippen aufzuhören. «Das wollte er schon oft, liess sich aber immer mit einem noch besseren Angebot erweichen.» Er sei wohl darin gefangen, «dass er aussieht, wie er aussieht», vermutet Streuli, «es fällt ihm halt einfach sehr leicht, mit Strippen gutes Geld zu verdienen. Leichter als mit anderen Jobs.»

Dabei träumt Benny von einer eigenen Familie. Eine Freundin hat er schon mal, wie man am Ende des Films sieht. Das kann allerdings Komplikationen geben, nicht nur wegen der vielen Reisen. Majlinn, eine schwedische Unternehmerin, habe aber kein Problem mit Bennys Job, erzählt Oliver Streuli, sei nicht eifersüchtig auf die vielen Frauen, die ihren Freund sehen. Und berühren. Wie Benny sei sie sehr umgänglich. Aber viel scheuer. «Ich musste sie lange überzeugen, vor der Kamera zu reden.» Und was für Pläne hat das Paar? Zurzeit leben sie in Nashville und renovieren Bennys Haus. Wenn sie damit fertig sind, will er es zu einem guten Preis verkaufen und nach Australien ziehen. Mit Majlinn.

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