Darum gehts
- Daniel Bill lebt seit Oktober 2025 allein in Schindellegi SZ
- Scheidung und Karriere-Enden führten zu persönlicher und beruflicher Krise
- Ab 19. März auf Bühnen in Zürich und Ballenberg zu sehen
Sein Blick gleitet über das Nebelmeer, unter dem der Zürichsee verborgen liegt. Das neue Daheim von Daniel Bill (62) liegt abgelegen im idyllischen Schindellegi SZ. Die Stille steht im Kontrast zu den vielen Emotionen, die er in den vergangenen zwei Jahren durchmachte. Damals lebte der vierfache Vater noch mit seiner Familie und Tieren in Anglikon AG. Heute wohnt er allein und in Scheidung von Frau Marlène (42).
Bereits 2023 spürte Daniel Bill («Lüthi & Blanc») unterbewusst, dass etwas nicht ganz gut ist, doch die Arbeit habe ihn abgelenkt, sagt er heute. «Anfang 2024 wusste ich, ‹jetzt geht alles z’Bode›.» Seine Frau machte ihm klar, dass sie sich neu verliebt hat und fortan einen anderen Weg gehen möchte. «Ich strudelte, wusste nicht wie weiter und verlor den Boden unter den Füssen. Ich wusste, es war chancenlos zu kämpfen.»
Mitte 2024 zieht seine Frau mit den Töchtern Amy (12) und Joleen (10) nach Wollerau SZ. Auch er verlässt das gemeinsame Daheim mit den anderen Kindern Grace (15) und Jack (12) Richtung Bern. «Es war eine Flucht, der Ort unserer Familie war zu schmerzhaft. Aber ich wusste nicht wohin und hoffte, in Bern bei meinen Eltern Ruhe zu finden», gesteht er und erzählt, dass er an Karma glaube. Denn früher, so sagt er, habe er selbst Dinge gemacht, die nicht in Ordnung waren, und auch Menschen verlassen. «Das kam nun mit einem zünftigen Chlapf an den Gring zurück.»
Wegfall von Engagements
Gleichzeitig wie seine Familie zerbrach, endete wegen Missverständnissen auch die 17-jährige Zusammenarbeit mit Karl’s Kühne Gassenschau. Zudem beendeten die Theaterproduzenten Erich Vock und Hubert Spiess altersbedingt ihre Karrieren, in deren Stücken wie «Die kleine Niederdorfoper» Daniel Bill über zehn Jahre mitgewirkt hatte. Der Wegfall dieser Engagements sorgte bei ihm ebenfalls für Existenzangst. «Heute weiss ich, dass alles einen Grund hat und ich nur so genug Energie finden konnte, mich um meine private Situation zu kümmern.»
Dieser Artikel wurde erstmals in der «GlücksPost» veröffentlicht. Mehr aus der Welt der Schweizer Prominenz, Royals und Sportstars erfährst du immer donnerstags in unserem Heft: zum Abo!
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Bill merkt schnell, dass weder Selbstmitleid noch der abendliche Whiskey hilft. «Zum Glück spürte ich einen extremen Lebensdrang und wollte mich nicht ins Leid saufen», erklärt er. «Ich erkannte, dass mir niemand anders helfen konnte, ausser ich mir selbst.»
Er begann eine Therapie und «bügelte» an sich, versuchte zu verstehen und lernte neue Dinge über sich. «Auch Abgründe taten sich auf, die ich nun für meine Figuren verwenden kann.»
Seine Wut und die Gefühle bekam er für seine Kinder in den Griff und fasste mit seiner Noch-Frau den Entschluss, dass die Kinder wieder vereint, und zwar bei ihrer Mutter, leben sollten. «Ihnen zuliebe wollten wir die Trennung nicht im Streit lösen. Denn im Krieg gibt es nur Verlierer», sagt Bill. «Wir sind Eltern, tragen Verantwortung, also mussten wir uns zusammenraufen.»
Vorfreude auf die Bühne
Daniel Bill bietet ein Käfeli an. Dank seiner ältesten Tochter hat er auch einige Teesorten im Angebot. Seit Oktober 2025 lebt er nun ganz alleine in der 3-Zimmer-Wohnung in Schindellegi, was ihm einen Lichtblick und das Gefühl gibt, daheim zu sein. «Ich sehnte mich wieder nach Natur und Weite», sagt er. «Aber klar, am Anfang hat es daheim ‹tötelet›, und es erdrückte mich fast. Aber ich spürte, dass ich nicht alleine war.» Durch die Krise erfuhr Bill, wie viele Leute für ihn da sind.
«Komödien zu spielen, war in der vergangenen Zeit sehr schwer. Aber auf eine Art auch eine Rettung.» In der Garderobe konnte er seine Gefühle bei seinen jahrelangen Schauspielfreunden «ablade», wie er sagt. Auch mit seiner früheren Lebenspartnerin, Sängerin Maja Brunner (74), habe sich wieder eine richtig gute Freundschaft ergeben. «Sie war immer da, wenn ich reden wollte, was sehr schön ist.» Heute trinkt er mit Brunner, die ebenfalls in Schindellegi wohnt, immer mal wieder ein Käfeli, genauso mit seinen Vermietern, die «wunderbare, hilfsbereite Menschen» sind.
Aktuell liegen Textbücher auf seinem Küchentisch. Bald geht’s wieder richtig los für den Schauspieler. «Wenn eine Türe sich schliesst, öffnet sich eine andere. In meinem Fall gleich mehrere.» Ab 19. März steht er im Zürcher Bernhard Theater in «Traumhochzeit» und mit «Hotzenplotz» auf der Bühne. «Produzentin Ramona Fattini ist eine intelligente Frau mit viel Talent und Gespür. Und das Team ist lässig.» Danach wird er im Sommer die Hauptrolle im Landschaftstheater Ballenberg in «Akte Zybach» spielen. «Ich habe eine andere Energie und Freude durch diese Projekte erhalten.»
Das T-Shirt legt sein neustes Tattoo frei – Phoenix aus der Asche. «Ich spüre von innen eine grosse Kraft, die mir sagt, dass mich so schnell nichts mehr umhaut.» Auch mit dem Alleinsein hat er sich versöhnt. «Wenn es sein soll, treffe ich vielleicht irgendwann auch wieder einen lieben Menschen, dem ich vertrauen kann», gibt er sich zuversichtlich. Dazu passt der heutige Nebel vor dem Fenster, der sich schon am Verflüchtigen ist.