Hans Ricklin (†80) prägte das SRF-Format eineinhalb Jahrzehnte lang
«Samschtig-Jass»-Ikone gestorben

Hans Ricklin, während über 15 Jahren legendärer Preisverteiler beim «Samschtig-Jass», ist am vergangenen Freitag 80-jährig gestorben.
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Hans Ricklin, wie ihn das Schweizer TV-Publikum kannte und liebte. Bis 1994 war er ein fester Bestandteil des SRF-Formates «Samschtig-Jass».
Foto: zVg

Darum gehts

  • Hans Ricklin 80-jährig in Winterthur ZH gestorben
  • Der Reisespezialist prägte den SRF-«Samschtig-Jass» über 15 Jahre
  • Ricklin war durch seine bescheidene Art ein Publikumsliebling
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Jean-Claude GalliRedaktor People

Er war ein bekanntes Gesicht in den Schweizer Wohnzimmern während der 1980er- und 1990er-Jahre. Am letzten Freitag, 23. Oktober, ist der in Winterthur wohnhafte Hans Ricklin nun 80-jährig gestorben.

Er sei friedlich eingeschlafen, wie Blick aus dem engeren Familienkreis erfuhr. Ricklin gehörte bis 1994 während 16 Jahren fix zur SRF-Spielshow «Samschtig-Jass», als Preisverteiler an der Seite von Langzeit-Moderator Jürg Randegger (1935–2023).

Bescheidenheit war seine Zier

Ricklin war eine Kult-Figur helvetischer Art, eine gepflegte und gewinnende Erscheinung, sozusagen ein Vorzeige-Beamter. Mit Anzug und Krawatte stand er jeweils am Schalter eines eigens im Studio aufgebauten und mit Prospekten verzierten Muster-Reisebüros, drehte das Glücksrad und vergab in der Sendung die SBB-Gutscheine an die Gewinnerinnen und Gewinner.

Dazu lieferte er auch Hintergrundinformationen über die jeweiligen Reisen. Und das geneigte Publikum merkte bei jedem Satz: Dieser Mann weiss genau, wovon er spricht. In exakt 293 Folgen der beliebten TV-Reihe waren es rund 600 Bahnreisen, mit denen er andere Menschen glücklich machte. Ricklin wurde intern auch «Reisemarschall» genannt.

«Ich mochte Hans wirklich sehr», erinnert sich Heinz Lüthi (85), der als Teil des Cabaret Rotstifts ebenfalls ständiger Bestandteil des SRF-Formates war und gegenüber Blick vor allem Ricklins bescheidene Art hervorhebt.

Ein echtes «Söili» von Göpf Egg

«Er hatte ein riesiges Beziehungsnetz. Das war ideal für ihn, um nebst seinen TV-Auftritten Jassreisen und andere Touren zu organisieren. Und auch für die TV-Crew machte er mehrfach unvergessliche Ausflüge in die unterschiedlichsten Regionen der Schweiz möglich», erinnert sich Lüthi.

Apropos Glück: In der Jubiläumssendung zur 150. Sendung im Frühling 1987 jasste Ricklin selber mit und gewann die Runde prompt. Siegestrophäe war ein echtes «Söili», welches Ricklin in der Sendung von Schiedsrichter Göpf Egg (1921–2010) übergeben wurde.

Während der Sommerpause 1994 wurde der «Samschtig-Jass» reorganisiert und die Rolle von Ricklin gestrichen. Sehr zum Bedauern vieler Zuschauerinnen und Zuschauer, die den Sender hernach mit Protestbriefen eindeckten und ihren «Reise-Hans» zurückwollten. Als Präsident des Differenzler-Verbandes und Reiseveranstalter blieb er der Szene aber noch jahrelang erhalten. Und selber gejasst hat er zeitlebens gern.

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