Freundschaft unter der Zirkus-Kuppel
«Kaya gehört zur Familie!»

Kaya Yanar ist zurück beim Circus Knie. Mit Pferdeartist Ivan Knie verbindet ihn inzwischen weit mehr als nur die Manege. Weshalb die beiden dauernd zusammen lachen – und damit sogar Weltstar Shania Twain leicht genervt zurückliessen.
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28 Jahre Altersunterschied, aber derselbe Humor: Ivan Knie (l.) und Kaya Yanar gehen auch privat zusammen essen oder besuchen Konzerte.
Foto: DAVID BIEDERT

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Kaya Yanar (52) kehrt in den Circus Knie auf den Sechseläutenplatz Zürich zurück
  • Der Komiker hat eine besondere Freundschaft zu Pferdeartist Ivan Knie entwickelt
  • Zirkuszelt bietet Platz für über 2200 Zuschauer pro Vorstellung
Text Vanessa Nyfeler Fotos David Biedert
Schweizer Illustrierte

«Kannst du Bubi bitte bereit machen?», ruft Ivan Knie (24) einem Mitarbeiter im Pferdestall zu. Kaya Yanar (52) schaut auf: «Mit Bubi meint er übrigens mich!» Ivan prustet los. Ein paar Boxen weiter schnaubt Pony Bubi empört.

Auf dem Sechseläutenplatz in Zürich herrscht Hochbetrieb. Lastwagen fahren vor, aus der Manege dringt Musik, Scheinwerfer werden getestet. Einen Monat lang steht hier das berühmteste Zirkuszelt des Landes, bevor es weiter durch die Schweiz zieht. Mit dabei: Ivan Knie, der wie gewohnt mit seinen Pferdenummern begeistert. Und Komiker Kaya Yanar, der nach seinem gefeierten Gastspiel 2023 sein Zirkus-Comeback gibt.

Was bedeutet es für Ivan, dass Kaya erneut unter der Knie-Kuppel steht? «Ganz schlechte Nachrichten», scherzt er. Dann fügt er an: «Kaya und ich sind in den letzten Jahren sehr gute Freunde geworden. Zwischen uns hats von Anfang an gepasst. Umso trauriger waren wir, als wir danach keine gemeinsame Tour mehr hatten. Für uns war klar: Das müssen wir wiederholen. Und zum Glück fand das Publikum das auch.» Ganz zur Freude von Kaya Yanar: «Das Zirkusfieber hat mich gepackt», sagt er. «Ich fühle mich der Familie Knie sehr verbunden.» Dann grinst er zu Ivan hinüber: «Eigentlich sollte ich längst Kaya Knie heissen!» Ivan sei für ihn wie ein Bruder. «Wir haben so eine Bluetooth-Verbindung im Hirn», ergänzt Ivan. «Wir schauen uns an und wissen genau, dass wir exakt denselben dämlichen Gedanken haben, auch wenn sonst niemand versteht, worüber wir eigentlich lachen.»

Selbst Superstar Shania Twain (60) soll unter dieser Dynamik schon gelitten haben. «Sie hat ein sehr gutes Verhältnis zur Familie Knie und hat sich einst gerade mit Ivan über Pferde unterhalten», erzählt Kaya. «Dann bin ich dazugestossen, und plötzlich haben Ivan und ich über irgendeinen Blödsinn gelacht.» Twain habe die beiden irgendwann nur noch irritiert angeschaut. «Seitdem denkt sie wahrscheinlich, ich sei nicht ganz dicht.»

Der Bünzli in Kaya Yanar

Jahrelang tourte Kaya Yanar quer durch Deutschland, füllte mit Programmen wie «Made in Germany» oder «Around the World» grosse Hallen und prägte mit Kultsendungen wie «Was guckst du?!» die Comedy-Landschaft der 2000er-Jahre. 2025 verkündete der deutsch-türkische Entertainer seine Abschiedstournee. Danach wollte er sich vor allem auf Projekte hierzulande konzentrieren.

Artikel aus der «Schweizer Illustrierten»

Dieser Artikel wurde erstmals in der «Schweizer Illustrierten» publiziert. Näher dran – an Stars, Royals und Menschen mit Geschichten. Hier gehts zum Abo!

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Seit 14 Jahren lebt Yanar mit seiner Frau, einer Schweizerin, am Zürichsee, inzwischen mit zwei Söhnen. «Die Reiserei ist einfach nichts mehr für mich», gesteht er. «Ausserdem ist jetzt meine Priorität, Familienvater zu sein.» Da Kayas aktueller Arbeitsort quasi vor der Haustür liegt, schaut die Familie oft im Chapiteau vorbei. Schon bei den Proben durften seine beiden Kinder, vier und sechs Jahre alt, backstage herumflitzen und den Artisten staunend zuschauen. «Sie sind riesige Zirkusfans», berichtet ihr Vater. Und natürlich sitzen die Jungs auch im Publikum, wenn ihr Papa in der Manege steht. «Privat finden sie mich zum Glück lustiger als auf der Bühne», meint er. «Das ist mir sowieso wichtiger.»

Zu Hause lebe Kaya Yanar gern seinen inneren Bünzli aus: «Wahrscheinlich, weil mein Job alles andere als bünzlig ist, da brauchts diesen Ausgleich.» Er liebe ruhige Abende und eine aufgeräumte Wohnung – «auch wenn meine Frau das besser hinkriegt als ich». Ausserdem schwärmt der gebürtige Frankfurter von den Schweizer Bergen, der Ordnung, den Restaurants – «oder den Reschtis, wie ihr so schön sagt» – und davon, dass Zürich alles habe, ohne zu gross oder hektisch zu sein. «Ich mags überschaubar.»

Vom Fan zum Freund

Auf dem Platz hinter dem Zelt saust derweil Maycol Knie junior (8) auf seinem Trottinett vorbei. Kaya hält ihm die Hand hin, Maycol schlägt ein. Beim jüngsten Knie-Spross kommt Kaya sichtlich gut an. Ivan zählt allerdings bereits deutlich länger zu seinen Bewunderern. Schon als Teenager schaute er Kayas Auftritte im Internet an. «Ich war ein sehr grosser Fan», sagt er. Bevor sich die beiden 2023 erstmals backstage begegneten, fragte sich Ivan allerdings schon: Was, wenn jemand privat gar nicht so ist, wie man ihn sich all die Jahre vorgestellt hat? «Entweder magst du die Person danach noch mehr oder halt gar nicht mehr.» Bei Kaya sei zum Glück Ersteres passiert.

Seither verbringen die zwei auch Abende ausserhalb des Chapiteau, besuchen zusammen Konzerte, schicken einander Videos auf Instagram, telefonieren miteinander. Während der gemeinsamen Zeit beim Circus Knie hängen sie stundenlang in der Garderobe des jeweils anderen herum. Kaya erzählt, wie er sich mit Ivan einmal so sehr verquatschte, bis plötzlich seine Einlaufmusik ertönte. «Oh, das ist mein Einsatz!», habe er panisch gerufen und sei im letzten Moment noch in die Manege gestürzt.

Trotz all dem Klamauk hat in ihrer Freundschaft auch Tiefgründiges Platz. Die beiden sprechen über Beziehungen, Kreatives oder Dinge, die sie beschäftigen. «Ich bin immer wieder überrascht, wie reif Ivan für sein Alter ist», sagt Kaya. «Und wie verdammt lustig!» Ivan helfe ihm sogar beim Schreiben seines Programms, liefere Ideen für Gags und feile mit ihm an Pointen. «Ivan ist eigentlich ein Komiker, der neben- bei auch noch Pferdeartist ist», findet Kaya. Ivan zuckt nur mit den Schultern, verzieht keine Miene. Sekunden später brechen die beiden erneut in Gelächter aus – über etwas, das mal wieder nur sie selbst verstehen. 

Kaya Yanar beendet Bühnenauftritte
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