Darum gehts
- Bruno Bischofberger, prominenter Schweizer Galerist, verstorben, teilte seine Galerie mit
- Förderte Andy Warhol und Jean-Michel Basquiat, prägte US-Pop-Art in Europa
- Vermögen 2023 auf 600–700 Mio. CHF geschätzt, hinterlässt Familie
Die Schweizer Kunstwelt verliert eine ihrer prägendsten Figuren. Bruno Bischofberger ist tot, wie seine Galerie über die sozialen Medien bekannt gab. Der Schweizer galt als einer der bedeutendsten Galeristen weltweit und war massgeblich daran beteiligt, die US-Pop-Art in Europa zu etablieren.
Bereits im Jahr 1965 organisierte Bischofberger im Alter von nur 25 Jahren die erste relevante Ausstellung mit Werken von Roy Lichtenstein (1923–1927) und Andy Warhol (1928–1987) in Zürich. Zu Warhol pflegte er eine jahrzehntelange geschäftliche und private Beziehung. Er hielt bis zu Warhols Tod im Jahr 1987 ein exklusives Erstkaufrecht an dessen Werken. In den 1980er-Jahren entdeckte er zudem Jean-Michel Basquiat (1960–1988) und förderte dessen internationale Karriere entscheidend.
Beachtliches Erbe
Bischofberger war bekannt für seine Diskretion und galt als äusserst pressescheu. Trotz seines Erfolgs im globalen Kunstmarkt blieb er seinen familiären Wurzeln im Appenzell stets verbunden. Er sammelte leidenschaftlich Volkskunst und setzte sich für die Bedeutung der Schweizer Bauernmalerei ein. Sein beruflicher Einfluss war so gross, dass er 1996 im Spielfilm «Basquiat» durch den Schauspieler Dennis Hopper porträtiert wurde.
Auch sein wirtschaftlicher Erfolg war beträchtlich: Das Magazin «Bilanz» führte ihn 2023 in der Liste der reichsten Schweizer mit einem geschätzten Vermögen von 600 bis 700 Millionen Franken. 2013 verlegte er seine Galerie von der Zürcher Innenstadt in ein weitläufiges Areal in Männedorf, das heute als privates Museum und Lagerraum für seine umfangreichen Sammlungen dient. Bruno Bischofberger hinterlässt seine Ehefrau Christina und vier Kinder.