DJ Tatana im «Sagen sie mal...»-Interview
«Mein Vater fehlt mir extrem»

Die 49-jährige Techno-Königin fällt Entscheidungen lieber in aller Ruhe, sie redet schneller, als ihr eigener Beat bebt, und glaubt fest daran, dass Musik Menschen hilft.
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DJ Tatana, bürgerlich Tatana Sterbova, gehört zu den erfolgreichsten DJs und Produzentinnen im Techno- und Trance-Metier. Nun kommt sie mit neuer Musik.
Foto: Paul Seewer

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • DJ Tatana erzählt von Lebensträumen, Familie und ihrer Musik.
  • Nach dem Tod ihres Vaters an Ostern 2025 weint sie täglich.
  • Am 27. März 2026 erschien ihr persönliches Album «Aurum».
Text Toni Rajic
Schweizer Illustrierte

Welches Ereignis hat Ihr Leben verändert? 

Definitiv die Geburt meiner beiden Buben. Seitdem ich sie habe, steht mein Leben kopf – im bestmöglichen Sinn.

Für wen haben Sie als Teenager geschwärmt? 

Für einen Kumpel meines fünf Jahre älteren Bruders. Ich weiss noch genau, wie sehr ich ihn angehimmelt habe und wie unglaublich attraktiv, cool und witzig er war. Zumindest mit der rosaroten Brille, die ich auf der Nase trug (lacht).

Haben Sie einen Spitznamen? 

Tati.

Was wären Sie als Kind gern geworden? 

Die Bühne hat mich schon immer gereizt. Als kleines Mädchen habe ich deshalb von einer Karriere als Tänzerin geträumt. Später wollte ich einen Beruf im Sozialen machen – etwas mit Menschen oder Tieren, die Hilfe benötigen. Ich bin froh, dass ich heute als DJ mit Musik helfen darf und auf der Bühne stehen kann.

Wofür haben Sie zuletzt gebetet? 

Nichts Spezielles. Meine Kinder und ich beten jeden Abend zusammen. Wir bedanken uns für alles, was wir haben, und in erster Linie für die Gesundheit.

Wofür sollte es Bussen geben? 

Böses Gedankengut, Lästereien und das Streuen von Gerüchten.

Welche Eigenschaft hätten Sie lieber nicht? 

Meine Scheu vor Entscheidungen würde ich am liebsten sofort ablegen.

Haben Sie schon einmal eine Therapie gemacht? 

Ja, nach einer Operation musste ich in die Physio. Das ging ziemlich lang.

Haben Sie einen Tick? 

Worte sprudeln aus mir nur so heraus. Ich rede viel zu viel und extrem schnell. Manchmal muss ich mir bewusst eine Pause gönnen, um tief Luft holen zu können (lacht).

Wann haben Sie zuletzt geweint? 

Emotionen mit all ihren Facetten kann ich gut zulassen, darum weine ich täglich. Mal ist es die Kirchenorgel, die mich berührt, dann sind es meine Kinder, die mich zum Lachen bringen, oder – im Moment sehr oft – es sind Tränen der Sehnsucht. An Ostern letztes Jahr musste ich Abschied von meinem Vater nehmen, er fehlt mir extrem.

Artikel aus der «Schweizer Illustrierten»

Dieser Artikel wurde erstmals in der «Schweizer Illustrierten» publiziert. Näher dran – an Stars, Royals und Menschen mit Geschichten. Hier gehts zum Abo!

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Wofür geben Sie am meisten Geld aus? 

Früher für Kleider, mittlerweile sind es meine Kinder.

Was lernen Sie gerade, was Sie noch nicht so gut können? 

Backen wie meine Mama. Es ist zweifelhaft, ob ich ihr Niveau jemals erreiche.

Welches Kompliment haben Sie kürzlich erhalten? 

Eine junge Frau meinte, meine Musik habe ihr durch eine schwierige Lebensphase geholfen. Das ist für mich eine wundervolle Anerkennung.

Wären Sie lieber sympathischer oder intelligenter? 

Wie gesagt: Ich habe Mühe damit, mich zu entscheiden (lacht). Hinzu kommt, dass ich im Horoskop Doppel-Waage bin. Lassen Sie mich noch überlegen.

Mein Projekt: Am 27. März ist mein neues Album «Aurum» erschienen. Es ist eines meiner persönlichsten Werke.
Foto: zVg

Was denken andere über Sie, das vielleicht gar nicht stimmt? 

Ich bin froh, mich nicht mit Gedanken anderer beschäftigen zu müssen. Vermutlich sind es irgendwelche belanglosen Vorurteile, die sie sich aus Medienberichten zusammengereimt haben.

Wer oder was wären Sie gern nach der Wiedergeburt? 

Meine Seele bleibt dieselbe; für die Gestalt, die ich dann annehme, werde ich mich zu gegebener Zeit im Jenseits entscheiden.

Wie möchten Sie sterben? 

Darüber mache ich mir keine Gedanken. Das Universum hat einen Lebensplan für mich bereit, auf den ich voll und ganz vertraue.

Was sollte auf Ihrem Grabstein stehen? 

«Kein Grund, traurig zu sein, im Jenseits sehen wir uns alle wieder.»

Womit belohnen Sie sich selbst? 

Mit Zeit, die ich bewusst mir, meinem Körper und meiner Seele widme. Oft meditiere ich dann.

Wovon haben Sie zuletzt geträumt? 

Von meinem Papa.

Welchen Tag möchten Sie noch einmal erleben? 

Keinen! Ich lebe im Hier und Jetzt. Eine Wiederholung wäre mir zu langweilig.

Zum Schluss also noch einmal die Frage, wie sieht es aus: Wären Sie nun lieber sympathischer oder intelligenter? 

(Lacht.) Mein Grosi hat mir immer gesagt: «Intelligente Menschen verletzen andere nicht.» Deshalb wähle ich die Intelligenz.

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